14.11.2018 - 15:16 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ohrwürmer im Oberpfälzer Dialekt

Sprachkurse hat die Volkshochschule regelmäßig im Programm, doch die Feinheiten der Oberpfälzer Mundart bringt dem Publikum ein Liederabend im Schlosssaal näher. Hubert Treml und Franz Schuier bescheren einen Abend mit ganz viel "Ou".

Der oberpfälzer Dialekt-Kabarettist Hubert Treml und sein kongenialer musikalischer Begleiter Franz Schuier amüsierten das Publikum mit ihren humoristischen Studien der Dialektforschung.
von Elfriede WeißProfil

"Wej sagt's ihr zum Ohr?", fragte Hubert Treml, nachdem er den Abend im Schlosssaal mit dem Lied "Halleluja, ejtz gejtz laous" eröffnet hatte. "Oua", war das Wort, das er vom Publikum hören wollte. Der Sprachkurs für Oberpfälzisch setzte sich mit den Wörtern "Haar" ("Haoua"), "Jahr" ("Jaoua") und "Kuh" ("Kouh") fort. Mit dem "ou" war bereits "ein berühmter oberpfälzer Laut" eingeführt und der Titel des Programms, "Kouh - die Show", besungen.

Es folgten "ej" wie "Knej" und das Lied "Mei Knej demma wei" mit dem Oberpfälzer Kuhhirtenschrei "huhuu", den das Publikum übernehmen sollte. Damit hatten die beiden Vollblutentertainer Hubert Treml (Gesang, Gitarre) und Franz Schuier (Tasten, Gesang, Schlagzeug) die Gäste voll im Griff. Mit Wortwitz, Leidenschaft, Gefühl und Power zeigten die zwei Ausnahmemusiker Tasten- und Gitarrenkunst vom Feinsten und legten mit ihrer Stimme und ihrem Charme noch eins drauf. Das Publikum lachte und sang Refrains und Texte, die Herz und Zwerchfell gleichermaßen trafen, mit.

Nachdem auch der dritte wichtige oberpfälzer Laut "oi" eingeführt war, ging es ans "Stodldirldaoua", das man im Stiftland als "Stodldaouadirl" spreche. Alle klatschten begeistert mit, als Hubert Treml vom "Annamirl" hinter eben dieser Tür sang und dabei durch die Publikumsreihen ging. Das Liedmaterial des Kleinkunst-Duos aus Regensburg mit Wurzeln in der nördlichen und südlichen Oberpfalz kommt ohne Lederhosen- und Dirndl-Klamauk, Bierseligkeit und grobschlächtigem Witz aus.

Mit pointierter Typenbeschreibung und selbstironischer Mundartakrobatik versuchten sich die zwei Kabarettisten als Helene-Fischer-Coverband. Da wird aus dem Ohrwurm "Atemlos" einfach "Ohne Schnaufa". Mit "Tante Annelies" und dem Lied "Ei,ei,ei, mia foahrn heit in d' Tschechei" ging es nach Marienbad "aaf a Schnitzl" und nach Franzensbad zum "Kaffä". Komische und tragische "Gstaltn" aus ihrer "Gegnd" wurden besungen, so der "Unterhem-Brando vom Hammerweg" und die Elvis-Verehrerin "Elisabeth".

Die Gäste bogen sich vor Lachen, als sie mit "Brumm bumm ba bumm tschaka bum" die Geräusche eines Autos singen mussten und das "Klacker di klack" der kaputten Türe. Einen humorvollen Abend hatte Markus Wondraschek, der Vorsitzende der Neunburger Volkshochschule, als Gastgeber bei der Begrüßung versprochen. Den hatten die Zuschauer im locker besetzten Schlosssaal auf jeden Fall.

 

 

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