Neunburg vorm Wald
30.09.2018 - 12:08 Uhr

Rote Karte und "Buh"-Rufe für AfD-Politiker Meuthen

250 Kundgebungs-Teilnehmer kommen vor der Schwarzachtalhalle. AfD-Parteivorsitzender kritisiert bei der Wahlkampfveranstaltung Merkel und fordert eine "Festung Europa".

Vor der Schwarzachtalhalle versammelten sich rund 250 Kundgebungs-Teilnehmer. Sie machten lautstark deutlich, was sie von den AfD-Befürwortern halten. 	Bilder: Christopher Dotzler (2) Bild: Christopher Dotzler
Vor der Schwarzachtalhalle versammelten sich rund 250 Kundgebungs-Teilnehmer. Sie machten lautstark deutlich, was sie von den AfD-Befürwortern halten. Bilder: Christopher Dotzler (2)

(doz) AfD-Parteivorsitzender Jörg Meuthen in Neunburg vorm Wald - das sorgte für ordentlich Lärm vor und scharfe Töne in der Schwarzachtalhalle. Nach Polizeischätzungen kamen rund 250 Menschen zur Protest-Kundgebung, zu der das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte sowie der Neunburger Kulturverein "Black River Culture Club" aufgerufen hatten. Vor Ort waren am Samstagabend etwa Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD), Landtagsabgeordneter Franz Schindler (SPD) sowie die Landtagskandidaten Eva Kappl (Die Linke), Benjamin Quaas (Bündnis 90/Die Grünen) und Peter Wein (SPD). Unter den Kundgebungsteilnehmern waren viele Familien mit Kindern und Jugendliche.

Die von der Polizei geschätzten 170 Frauen und Männer, die in der Halle an der Wahlkampfveranstaltung teilnahmen, wurden mit Trillerpfeifen-Lärm und "Schämt Euch!"-Rufen empfangen. Die Kundgebungs-Teilnehmer hielten Schilder in die Höhe, auf denen etwa "Keine Alternative für Deutschland", "AfD - Wehret den Anfängen", und "Abfalleimerfür Deutschland" zu lesen war. Einige Jugendliche zeigten den Veranstaltungsteilnehmern und AfD-Parteivorsitzenden Meuthen symbolisch die Rote Karte. Bei der Kundgebung sprachen einige Redner, außerdem spielten der Musiker Eckl Mich und die "Friedenscombo Neunburg". Letztere gab etwa den Viralhit "Nur ein Lied" von Alex Diehl zum Besten.

In der Schwarzachtalhalle hielt Meuthen nach der Vorstellung der Landtag- und Bezirkstagskandidaten eine rund eineinviertelstündige Rede. Der Parteivorsitzende schoss rhetorisch in sämtliche Richtungen. Die Kritik von Innenminister Horst Seehofer, dass die AfD staatszersetzend sei, wies Meuthen zurück: "Nein, wir wollen diesen Staat ganz gewiss nicht zersetzen, sondern bewahren." Kritik übte er auch an der Bundeskanzlerin ("Merkel ist für mich die ewige Raute des Staatsversagens") und dem bayerischen Ministerpräsidenten.

Natürlich war auch die Zuwanderung Thema: "Als AfD finden wir, dass endlich unsere Grenzen geschlossen werden sollten." Er sprach gar von der "Festung Europa", die es brauche. Ein junger Mann im Saal quittierte die Rede Meuthens mit lauten "Buh"-Rufen, woraufhin ihn Sicherheitskräfte aus dem Saal brachten. Ansonsten blieb die Veranstaltung drinnen und draußen weitgehend friedlich, wie auch die Polizei bestätigte. Nach der Meuthen-Rede warteten immer noch etliche Kundgebungs-Teilnehmer vor der Schwarzachtalhalle. Polizeibeamte bildeten eine Kette, um AfD-Befürworter und -Gegner trennen, die lautstark "Nazis raus" und "Nazis raus aus Neunburg" skandierten.

Die Kundgebungs-Teilnehmer hatten etliche Plakate dabei. Bild: Christopher Dotzler
Die Kundgebungs-Teilnehmer hatten etliche Plakate dabei.

Als AfD finden wir, dass endlich unsere Grenzen geschlossen werden sollten.

AfD-Parteivorsitzender Jörg Meuthen

 
Kommentare

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A. Schmigoner

Warum und von wem fühlen Sie sich „versklavt“, gesellschaftlich, politisch oder in Ihrer Beziehung? Das wäre zu klären.
Unter einer AfD-Regierung müssten die „Durchschnittsbürger“ noch viel mehr Steuern zahlen, schließlich will die AfD ja die Steuern für Spitzeneinkommen (Körperschaftssteuer, Spitzensteuersatz) senken, oder gar abschaffen (Gewerbesteuer, Erbschaftssteuer). Trump ist das Vorbild. Die demonstrierenden, redlichen Bürger vor der Halle konnten folglich leicht den Eindruck gewinnen, dass sich in der Halle ein „dummer, intoleranter und ungebildeter Haufen“ zusammengefunden hat.

06.10.2018
emma maier

Scheinbar könnte irgendwer nicht zählen! Es waren ca 400 Zuhörer im Saal. Bemerkenswert, nachdem ja alles unternommen wird, um Menschen negativ gegen die AFD zu beeinflussen. Die Personen vor der Halle, meiner Meinung nach, ein dummer, intoleranter und ungebildeter Haufen, wird sich noch wundern, was innDeutschland in weniger als 20 Jahren los ist. Kein Problem für mich, denn ich habe schon mein neues Zuhause in einem Land , in dem die Bürger nicht versklavt sind und wie die Idioten arbeiten müssen, um die Steuern für diese hirnlosen Politik der Multikulti-Gesellschaft mit ungehinderten Zugang in die Sozialsysteme für jedermann, erwirtschaften zu müssen.

30.09.2018
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