09.07.2018 - 17:16 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Spitalkirche für Kunst entdeckt

Realschuldirektorin Diana Schmidberger (rechts) begrüßte bei der Vernissage in der Spitalkirche neben vielen Eltern und Angehörigen etliche Ehrengäste. Der riesige, von den Schülern kreierte Leuchter war das Highlight des Abends.

(weu) Die hatten sich in der altehrwürdigen Kirche versammelt und bestaunten das Kunstwerk der Kunstklasse 10d. Die Vernissage stellte einerseits den Abschluss der Kunstgruppe der Gregor-von-Scherr-Realschule dar, andererseits reihte sie sich ein in die Veranstaltungsreihe "Raumlabor Spitalkirche", für die die Schule die Patenschaft übernommen hat.

Seit dem Jahre 2015

Die Direktorin blickte auf das Jahr 2015 zurück, als die Kunstgruppe die Spitalkirche für sich entdeckt hatte: "Alle waren von der Raumwirkung dieses Neunburger Kleinods begeistert, und so war die Idee geboren, es in das Bewusstsein der Neunburger zu rücken." Es folgte eine raumgreifende Architekturinstallation aus Pappelementen, die zusammen mit Stephanie Reiterer und Jan Weber-Ebnet von der Landesarbeitsgemeinschaft Architektur und Schule umgesetzt wurde. Die Rotarier übernahmen die Patenschaft für die Kirche, und die Klasse gewann für dieses Projekt den Oberpfälzer Jugendkulturförderpreis 2017.

Inspiriert von der Neunburger Künstlerin Miriam Ferstl und ihrem Zyklus "divine light" entstand die Idee des Kronleuchters als Abschlussprojekt der Kunstklasse 10d. "Genießen Sie die Gelegenheit, die Spitalkirche in solchem Glanz erstrahlen zu sehen", stellte Diana Schmidberger heraus. Bürgermeister Martin Birner zeigte sich beeindruckt, dass die Schüler etwas Bleibendes, Einmaliges geschaffen haben.

Es sei zukunftsweisend, die Historie mit Modernem zu verbinden. Er freue sich auf viele neue Projekte. Pia Stegerer, eine der Schülerinnen der Kunstklasse, die auch für die musikalische Umrahmung der Vernissage zuständig waren, ließ in ihrer Rede die Entstehung des Kronleuchters Revue passieren. Sie sprach von einem "experimentellen Abenteuer", auf das man sich beim Bau des Lichtobjekts einließ. Besprechungen, Modelle und Diskussionen folgten, beim Anblick des Materials war man jedoch skeptisch, wie daraus ein funkelnder Kronleuchter werden sollte. Aber dank der vielen von der Firma Joska aus Bodenmais gestifteten Glaskristalle glitzerte der Leuchter.

Für Unterstützung gedankt

Dank sprach die Schülerin dem Rotary Club, der Spitalkirchenstiftung sowie den Arbeitern der Stadt für die nicht einfache Befestigung des Leuchtobjekts aus. Mit einem Catering der neunten Klasse klang die Vernissage aus. Flankierend zur Ausstellung war auf zwei Monitoren sowohl ein Architekturspaziergang durch Neunburg zu besichtigen, als auch eine Bildergalerie von Werken, die die Schüler der Kunstklasse das ganze Jahr über geschaffen haben.

Nutzungsformate:

Im Dezember 2015 entstand eine raumgreifende Inszenierung aus Pappe. Mit einer großen Vernissage schafften es die Schüler, öffentliches Interesse an der Spitalkirche zu wecken. Viele Neunburger nutzten die Chance, den sonst verschlossenen Kirchenraum zu besichtigen. 2016 erwarb die Kommune das Spitalgebäude. Jetzt ging es um die Zukunft des gesamten Ensembles. Mit dem Auftakt der Gregor-von-Scherr-Realschule begann eine Laborphase, in der mit Bürgerinnen und Bürgern, lokalen Initiativen und Künstlern die Kirche bespielt, Nutzungsformate getestet und eine Perspektive entwickelt werden soll. Unterstützt wird die Realschule durch das Projekt "Lost Traces" im Europäischen Kulturerbejahr, dem Rotary Club Oberpfälzer Wald/Oberviechtach und der Stadt Neunburg vorm Wald. (weu)

Schülerinnen und Schüler der Realschule umrahmten die Vernissage musikalisch.

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