Fachkräftemangel, Wirtschaftslage, Personalkosten und Investitionsbedarf sind die häufigsten Gründe dafür, dass immer mehr Unternehmer keinen Nachfolger finden. Unter dem Motto "Früher an später denken" wollen "Lotsen" beim "Tag der Unternehmensnachfolge" Lösungswege aufzeigen.
Seit 2016 bietet die Hans-Lindner-Stiftung gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer ein Seminar für "Senior-Unternehmer und Nachfolger in spe" an. Zum ersten Mal findet die Veranstaltung im Landkreis Schwandorf statt. Der "Tag der Unternehmensnachfolge" beginnt am 21. September um 9 Uhr in der Schwarzachtalhalle in Neunburg vorm Wald.
Landrat Thomas Ebeling betonte bei der Programmvorstellung am Dienstag im Landratsamt das Interesse des Landkreises an einer Nachfolgeregelung in den Betrieben. Neunburgs Bürgermeister Martin Birner will das Netzwerk der Kommunen mit den Unternehmen stärken und den Betrieben bei der Nachfolgersuche behilflich sein. Daniela Klemm von der Industrie- und Handelskammer Oberpfalz/Kelheim beklagte das "schwindende Interesse" junger Menschen, angesichts der Krisenzeiten als Führungskraft in ein Unternehmen einzusteigen. Sie nannte für ihren IHK-Bereich Zahlen aus dem Jahr 2021. Da trafen 6 062 übergabebereite Seniorunternehmer auf 2 159 "Übernahmeinteressierte".
Andrea Kahr von der IHK Niederbayern erkennt "einen hohen Beratungsbedarf für individuelle Lösungen im Nachfolgeprozess" und betont: "Ein guter Neustart setzt Veränderungsbereitschaft voraus." Die IHK-Vertreterin rät zu "einer familieninternen Nachfolge" und zählt "frühzeitiges Handeln" zu den Erfolgsfaktoren. Der Abteilungsleiter "Betriebsberatung" bei der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, Klaus Jocham, hat eine Internet-Börse für Unternehmer eingerichtet, die einen Nachfolger suchen. Der Diplom-Kaufmann weiß um die Probleme dieses komplexen Themas, "bei dem Finanzierung, steuerliche Belastung, Nachhaltigkeit und Lieferketten eine Rolle spielen".
Albert Eckl und Laura Hlawatsch von der Hans-Lindner-Stiftung stellten das Programm für den "Tag der Unternehmensnachfolge" vor, an dem es um steuerliche und rechtliche Aspekte der Übergabe und um die Finanzierung geht. "Corona hat die Probleme verschärft", betont Albert Eckl. Deshalb sei es wichtig, bei jungen Leuten wieder das Interesse an der Selbständigkeit zu wecken und sie zu ermuntern, "die berufliche Erfüllung an der Spitze eines Unternehmens" zu suchen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Anmelden können sich Interessierte bei Laura Hlawatsch, per E-Mail: Laura.Hlawatsch@Hans-Lindner-Stiftung, telefonisch unter 08723/20/3747 oder online unter www.dinby.de/nachfolgelotsen.













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