10.04.2019 - 15:14 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Tragische Spitzen des Geschehens

Beim Vergleich der Jahre 2017 und 2018 ist im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald ein Anstieg der Unfallzahlen von 526 auf 572 zu verzeichnen. Es gibt sogar zwei tote Radfahrer zu beklagen.

Markus Schlegel von der Polizei in Neunburg vorm Wald versicherte, "nach wie vor gibt es bei uns im Inspektionsbereich keinen Unfallschwerpunkt".
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Polizeioberkommissar Markus Schlegel von der PI Neunburg ist der Verkehrsexperte der Behörde. Er machte beim Bericht über die Unfallsituation, wie sie sich im letzten Jahr in der Region dargestellt hat, auf die Todesfälle aufmerksam. Im Mai 2018 war 80-jähriger Neunburger mit seinem Fahrrad auf der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Jobplatz unterwegs. Auf Höhe des Getränkemarktes "Scharl" stürzte er ohne Fremdbeteiligung auf die Fahrbahn und verletzte sich dabei schwer. Der Senior kam nach notärztlicher Versorgung mit dem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik nach Regensburg, wo er drei Wochen später verstarb. Der Radfahrer hatte am Lenker einen Einkaufskorb mit Waren mitgeführt. Ob dies schuld war, konnte nicht geklärt werden.

Eine 83-jährige Radfahrerin aus dem Gemeindegebiet Neukirchen-Balbini wollte am Zweiten Weihnachtsfeiertag gegen 8.15 Uhr in die Kirche fahren. An einem Anstieg an einer Gemeindeverbindungsstraße schob sie ihr Fahrrad am rechten Fahrbahnrand, als die Frau laut Angaben der vorbeifahrenden Autofahrerin einen Schlenker nach links in Richtung Fahrbahnmitte machte und vom Auto erfasst wurde. Sie schlug mit dem Kopf gegen die rechte Seite der Windschutzscheibe und wurde durch die Wucht des Aufpralles in die Luft geschleudert. Die Seniorin wurde im Rettungswagen notärztlich versorgt, wo sie auch noch ansprechbar war. Jedoch verstarb sie auf dem Weg ins Krankenhaus.

Das waren die beiden tragischen Spitzen des Geschehens, das sich ansonsten deutlich harmloser präsentierte. Den Anstieg auf 572 Unfälle, was einer Zunahme von knapp neun Prozent entspricht, führte Schlegel in erster Linie auf die Verkehrsunfälle mit Sachschaden und auf Kleinunfälle zurück. "Nach wie vor gibt es bei uns im Inspektionsbereich keinen Unfallschwerpunkt," versicherte der Beamte. Ihn freute, dass sich im Zusammenhang mit dem "Begleitenden Fahren mit 17" kein Verkehrsunfall ereignet habe.

Schlegel hat auch eine Übersicht, wie sich die Verkehrsunfälle zahlenmäßig nach Gemeinden auflisten: Bodenwöhr: 88; Dieterskirchen: 33; Neukirchen-Balbini: 32; Neunburg vorm Wald: 314; Schwarzhofen: 42 und Thanstein: 27.

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden sei laut Schlegel ein geringfügiger Anstieg von 60 Verletzten im Jahr 2017 auf 63 im Jahr 2018 zu verzeichnen. Die Verkehrsunfälle mit schwerwiegendem Sachschaden gingen von 67 auf 92 nach oben. Und die sogenannten Kleinunfälle kletterten von 399 im Jahr 2017 auf 414. Darin sind 281 Wildunfälle enthalten. Sie stiegen im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht an.

Hauptunfallursache im Jahr 2018 war das Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges. Hingegen kam es zu keinem Verkehrsunfall mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit. Sieben Verkehrsunfälle waren zu verzeichnen, die durch "nicht angepasste Geschwindigkeit in anderen Fällen" in Zusammenhang stehen (Nässe, plötzlich auftretende Schneeglätte). Dabei sind sieben Personen verletzt worden.

Gegen Raser gibt es ein Handlasermessgerät. Es kam in 128 Stunden zu Einsatz. Die Bilanz: 81 Beanstandungen. fünf Fahrverbote. Außerorts lag die höchste gemessene Geschwindigkeit bei 152 km/h anstatt der erlaubten 100 km/h auf der B 85 bei Bodenwöhr. Diesen Fahrer erwartete laut Bußgeldkatalog ein Fahrverbot von einem Monat, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei und 160 Euro Bußgeld. Innerorts, in der Neuen Straße in Erzhäuser, wurde ein Autofahrer mit 93 km/h statt der erlaubten 50 km/h mit dem Handlasermessgerät erfasst. Die Folge: Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Von 67 der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald angezeigten Verkehrsunfallfluchten wurden im vergangenen Jahr 22 Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote beträgt somit 33 Prozent, etwas mehr als im Jahr zuvor. Der entstandene Schaden beträgt rund 67 000 Euro. Es handelte sich in erster Linie um Parkrempler und Verkehrsunfälle im Begegnungsverkehr.

Hintergrund:

405 Kilometer Straßen

Das Verkehrsstraßennetz im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald umfasst 405 Kilometer. Es führen vier Hauptverkehrswege durch den Dienstbereich: die Staatsstraße 2151, von Sonnenried kommend, durch das Industriegebiet Neunburg über die Eixendorfer Brücke in Fahrtrichtung Rötz; die Staatsstraße 2398, die von der B 85 bei Bodenwöhr über Neunburg nach Dieterskirchen führt; die Staatsstraße 2040 von Hansenried über Neukirchen-Balbini nach Neunburg vorm Wald, Schwarzhofen bis Zangenstein; und schließlich die Staatsstraße 2150, von Rötz kommend, über Neukirchen-Balbini und Goppoltsried zur B 85.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.