22.06.2018 - 14:50 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Tribut an die Technik

Wenn die Landmaschinen immer größer werden, müssen auch die Werkstätten mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die Baywa macht dafür zwei Millionen Euro locker: So viel kostet ein Neubau samt Unterstellhalle und Abbruch des Altbaus.

Bauamtsleiter Georg Keil, Bürgermeister Martin Birner, Heribert Schulte, Bernhard Beer und der Neunburger Verkaufsberater Franz Breu (von links) versprechen sich für den Neubau auch Synergie-Effekte.
von Monika Bugl Kontakt Profil

(bl) "Für uns geht hier ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung", schwärmt Bürgermeister Martin Birner, "wir freuen uns dass nun der Standort Neunburg aufgewertet wird". Beim Pressegespräch mit Vertretern der Baywa liegen die Pläne auf dem Tisch, die am Vorabend der Bauausschuss gebilligt hat (siehe Infobox). Dort, wo aktuell ein kleiner Fuhrpark an Landmaschinen steht, soll bis Ende nächsten Jahres der Neubau entstehen, erst dann wird die alte Landtechnik-Werkstatt abgebrochen.

Hoffen auf Zuwachs

"Wir erwarten uns dadurch auch einen Umsatzzuwachs", erklärt Heribert Schulte, Baywa-Spartengeschäftsführer im Bereich Technik für Ostbayern. Statt bisher 10 könnten dann in der neuen Werkstatt 15 Mitarbeiter beschäftigt werden. Ausschlaggebend für die Investition in Höhe von zwei Millionen Euro sei vor allem die zentrale Lage an dem "Misch-Standort" gewesen, der neben Landtechnik auch für Brennstoffe, Agrar und Energie Platz bietet. Auch von dem nahe gelegenen Einkaufszentrum verspreche man sich Synergieeffekte, erklärt Betriebswirt Schulte.

Mit der neuen Werkstatt sei man auf dem neuesten Stand der Technik, der bisherige Flaschenzug wird durch einen Portalkran ersetzt. Dazu kommen Ausstellungsflächen für neue und gebrauchte Landmaschinen sowie ein Shop für Kleinmotoristik und Büros. "Wir hoffen, dass wir Ende nächsten Jahres umziehen können", so Schulte zum Zeitplan. Allerdings stehe man dabei nicht unter Druck, weil die Räume aus den 60er Jahren noch bis zur Fertigstellung genutzt werden können.

Wie Schulte macht auch Reinhard Beer, Regionalleiter Ostbayern Nord für die Technik-Sparte der Baywa, keinen Hehl daraus, dass der Schritt den neuen Dimensionen bei Landmaschinen geschuldet ist. "Wenn die Maschinen vier Meter hoch sind, dann sollte eben auch der Kran höher sein." Außerdem, so Schulte, habe sich die Technik "dramatisch verändert - Richtung Digitalisierung".

"Das ist eine zukunftsweisende Investition", bestätigte den Baywa-Mitarbeitern auch Bürgermeister Birner, der auf die unmittelbare Nachbarschaft zur forst- und landwirtschaftlichen Berufsschule verwies. Dazu passe auch, dass die Firma Lorenz Snackworld heuer ihr 50-Jähriges feiert, sie wird von vielen Landwirten aus der Region mit Kartoffeln beliefert. Generell sei Neunburg ja auch sehr geprägt von landwirtschaftlichen Strukturen, ergänzt Beer.


Standort gesichert

"Jetzt schließt sich langsam der Kreis", zeigt sich der Bürgermeister zufrieden, der das Projekt als positives Zeichen für die Standort-Sicherung wertet und sich gut vorstellen kann, dass die Baywa noch weitere Gebäude am Standort für eine Sanierung vorgemerkt hat.

Info:

Grünes Licht für die Baupläne

Die Baupläne der Baywa wurden am Donnerstag vom Bauausschuss ohne Einwände abgesegnet. "Das bedeutet auf jeden Fall eine Aufwertung für Neunburg", war Bürgermeister Martin Birner überzeugt. Das geplante Werkstattgebäude, das in der momentanen Ausstellungsfläche entstehen wird, soll mit einer Länge von rund 35 Metern und einer Breite von rund 19 Metern ausgeführt werden. Die Wandhöhe des zweigeschossigen Gebäudes mit einem Satteldach wird fast acht Meter betragen. Die neue Werkstatt gliedert sich in eine Montagehalle mit sechs Plätzen und einer Nutzfläche von 357 Quadratmetern und einen zweigeschossigen Büro-, Lager-, Sozial- und Shop-Bereich. Die Ausführung der Außenwände des Bürobereiches erfolgt mit Mauerwerk und Putz. Die Montagehalle erhält Sandwichplatten und drei Einfahrtstore. Die Beheizung der Halle erfolgt über eine Pelletsheizung. Im Westen der Werkstatt entsteht eine eingeschossige Unterstellhalle als Grenzbauwerk zum Pfalzgrafencenter. Die bestehende Werkstatt wird abgebrochen, und die Außenanlagen werden neu gestaltet. Im Anschluss an die Unterstellhalle entstehen drei Containerstellplätze, ein Waschplatz, Ausstellungsflächen und 30 gepflasterte Stellplätze. Das gesamte Gelände wird mit einer Zaunanlage (zwei Meter hoch) eingezäunt. Die Tankstelle und Hallen an der Bahnhofstraße bleiben derzeit unverändert. Hierzu sind weitere Bauabschnitte geplant, hat die Baywa AG mitgeteilt. (pko)

Mit Ausstellungsstücken im Vordergrund präsentiert sich künftig die Landtechnik-Werkstatt der Baywa von der Amberger Straße aus.

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