18.06.2021 - 17:58 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Umweltminister steht zum Turmbau im Eixendorfer Stausee

"Das ist ja warm wie in einer Badewanne", lacht Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber beim Plätschern im Wasser des Eixendorfer Stausees. Der verwachsene Uferstreifen und die Algenbildung laden allerdings nicht zum Baden ein.

Das Wasser des Eixendorfer Stausees ist zwar angenehm, lädt aber nicht zum Baden ein. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber plätschert im Wasser, beobachtet von MdL Joachim Hanisch, Behördenleiter Mathias Rosenmüller, Regierungsvizepräsident Florian Luderschmid und Landwirt Walter Drexler (von links).
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

35 Grad Hitze. Die Expertenrunde suchte sich am Freitagnachmittag ein schattiges Plätzchen am "Steinernen Steffl", dem Symbol des versunkenen Dorfes. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) war gut vorbereitet zur Besprechung mit Vertretern der Fach- und Behördenverbände gekommen und kannte die Meinung des "Runden Tisches", der seit 25 Jahren gegen die Algenplage im See ankämpft. "Ihr werdet euren Turm bekommen", versprach der Minister. Ob bis zum Sommer 2022, hänge von der Auslastung der Bauwirtschaft ab.

Der "Turm" wird an der Hauptsperre entstehen und 15 Meter hoch werden. Über ihn soll das warme, algenfördernde Wasser in die nachstehenden Gewässer abfließen. Zurück bleibt das kältere Wasser, das den Kreislauf des Algenwachstums unterbricht.

Walter Drexler, Stadtrat und Landwirt am Rande des Eixendorfer Sees, schlägt zusätzlich eine regelmäßige Bearbeitung und Entnahme des Uferbewuchses vor, "denn das Wasser steht buchstäblich im Humus und im Gras". Er widerspricht einem Gutachter der Regierung, "der eine dynamische Freilegung" der Uferpassagen vorschlägt. Das geht dem Minister doch zu weit. "Ich muss mich doch auf Expertenaussagen verlassen können", entgegnet er dem Eixendorfer Landwirt.

Am Freitag, 9. Juli, tritt der "Runde Tisch" erneut zusammen. "Wir werden den Deckel draufsetzen", ist der Vorsitzende des Fischereivereins Neunburg vorm Wald, Michael Throner, überzeugt. Nach langer Diskussion habe sich die Expertenrunde auf den Bau eines Turmes geeinigt. "Da haben auch wir unsere Zugeständnisse machen müssen", gibt Throner zu verstehen. "Seit Jahren basteln wir herum, jetzt ist eine Lösung in Sicht", zeigt sich auch MdL Joachim Hanisch (Freie Wähler) aus Bruck erleichtert. Auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) ist überzeugt: "Jetzt ist die Zeit gekommen, die Ideen umzusetzen".

Mit der Umsetzung beauftragt ist das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Behördenleiter Mathias Rosenmüller kündigt für August die Ausschreibung an und betont. "Der Bau eines Turmes im Wasser ist kein einfaches Unterfangen". Nach einem zweijährigen Pilotversuch mit dem Abfluss des warmen Wassers werde man die Wirkung prüfen und das weitere Vorgehen besprechen. Minister Thorsten Glauber will allerdings die Auswirkung der Maßnahme beobachten und betont: "Mit der Wassertemperatur verändert sich auch die Ökologie der nachfolgenden Gewässer".

"Die Ökologie am Eixendorfer Stausee ist das Leib- und Magenthema unseres Präsidenten", stellte "Regierungsvize" Florian Luderschmid fest und siedelte den Stellenwert der Algenbehandlung bei der Regierung der Oberpfalz ganz oben an.

Von der nächsten Expertenrunde am 9. Juli erwartet er eine weitere Annäherung der Interessensgruppen. Der 1975 gefüllte Stausee wurde als Wasserrückhaltebecken zur Hochwasserkontrolle gebaut. Es hat sich aber auch zu einem Anglerparadies und Freizeitdorado entwickelt. Die Algenbildung bremst die touristische Nutzung aber jedes Jahr aus. Vor allem bei Temperaturen, wie sie beim Ministerbesuch am Freitag herrschten.

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