29.07.2018 - 15:10 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

VdK gegen soziale Spaltung

"Bayern muss sozialer und gerechter werden": Mit dieser Forderung wendet sich Verena Bentele an die Parteien, die am 14. Oktober zur Landtagswahl antreten. Die zwölffache Paralympics-Siegerin gehört zu den Rednern bei einer VdK-Kundgebung.

Kreisgeschäftsführer Bernd Steinkirchner, Landesgeschäftsführer Michael Pausder, Bundesvorsitzende Verena Bentele, Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried (von links) organisierten die „VdK-Kundgebung zur Landtagswahl“.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei der Kundgebung am Freitag in der Schwarzachtalhalle nannte Verena Bentele, die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, drei Handlungsfelder: Armut verhindern, bezahlbare Wohnungen schaffen und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum fördern.

Der Sozialverband VdK verstärkt den Druck auf die Politik. In den bayerischen Regierungsbezirken finden "Großveranstaltungen zur Landtagswahl" statt. Zur zentralen Kundgebung für die Oberpfalz kamen am Freitag 800 Mitglieder nach Neunburg v.W. VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher vermisst in der Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder die Zielsetzung seines Vorgängers, Bayern bis 2023 barrierefrei zu machen. Nicht nur die Träger öffentlicher Einrichtungen, auch die privaten Anbieter von Dienstleistungen sollten zur Barrierefreiheit verpflichtet werden, so Mascher. Auch eine "inklusive Schule" sei für sie "ein wesentlicher Baustein für eine gesellschaftliche Teilhabe".

Großer Handlungsbedarf

Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried ist der Meinung, "dass Senioren- und Behindertenbeauftragte in den Kommunen wichtige Ratgeber sein können und deshalb in die Planungen für öffentliche Gebäude einbezogen werden sollten". Als Sozialverband mit 670 000 Mitgliedern in Bayern und 65 000 in der Oberpfalz sei der VdK "ein mächtiges Sprachrohr der sozial Schwachen, Behinderten und Ausgegrenzten", betonte Landesgeschäftsführer Michael Pausder. Höre man der aktuellen bayerischen Staatsregierung zu, könnte man glauben, "wir leben hier im Paradies". Dem sei allerdings nicht so, die Idylle trüge und die soziale Spaltung nehme zu, findet Pausder.

Diese Meinung vertritt auch Verena Bentele. Für die sehbehinderte Paralympics-Sportlerin könne es nicht sein, "dass in einem so reichen Land wie Bayern immer mehr Menschen durch Altersarmut, Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder Behinderung ins gesellschaftliche Abseits geraten". Sieben Prozent der Kinder würden mit Grundsicherungsleistungen aufwachsen. Jede vierte Rentnerin sei armutsgefährdet. Bei der Bekämpfung der Kinder- und Altersarmut sieht die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland den größten Handlungsbedarf. Im Forderungskatalog stehen außerdem die Angleichung der Mütterrente, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, den Ausbau von Betreuungseinrichtungen sowie die Eindämmung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnbereich und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse auf dem Land.

Politiker am Podium

In der von Dominik Schott geleiteten Podiumsdiskussion bekamen die Landtagskandidaten Alexander Flierl (CSU), Annette Karl (SPD), Joachim Hanisch (Freie Wähler) und Anna Toman (Bündnis 90/Die Grünen) Gelegenheit, ihre Vorstellung zu den vom VdK angeschnittenen Handlungsfeldern zu äußern.

"Die Zuhörer konnten sich durchaus ein Bild machen von den Lösungsansätzen der im Landtag vertretenen Parteien", fand VdK-Kreisgeschäftsführer Bernd Steinkirchner nach der Diskussion. Dieser Meinung war auch VdK-Lotsin und Seniorenbeauftragte des Ortsverbandes Schwandorf, Karin Schindler, die die Mitglieder aus der Kreisstadt im Bus begleitete. Die älteste Teilnehmerin war Anneliese Teuber. "Wir müssen uns einmischen und zu Wort melden", sagt die 92-jährige. Besonders mit Blick auf die nachfolgenden Generationen, die unter der derzeitigen Politik zu leiden haben würden.

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