"Donnergrollen in der Ferne, es kündigt sich Sturm an." Mit dieser Dramaturgie, die er in fünf Akte ausgearbeitet hatte, und dem Zitat von Friedrich Schiller "Verbunden werden auch die Schwachen mächtig" begann Vorsitzender Maximilian Beer seine Festrede anlässlich der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Neunburg vorm Wald.
Die in den Jahren 1971 bis 1980 umgesetzte Gebietsreform hatte das Ziel, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen, die dadurch auch effizienter arbeiten. "Die Gebietsreform im Neunburger Land war mehr als überfällig, da es viele kleine Gemeinden mit 100 bis 500 Einwohnern gab", so Beer. In dem Zuge wurde die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald am 1. Juli 1976 mit den Mitgliedsgemeinden Dieterskirchen, Schwarzhofen, Neukirchen-Balbini und Thanstein gegründet.
Stadt kein Teil der VG
Unklar war zunächst, ob die Stadt Neunburg Teil der Verwaltungsgemeinschaft werden sollte oder nicht. Nach einem Protestschreiben der Landgemeinden vom 11. November 1975 wurde eine Verordnung der Regierung der Oberpfalz herausgegeben mit der Gründung der VG ohne Neunburg. Damit verwaltete die VG 16 der insgesamt 36 Gemeinden des ehemaligen Landkreises Neunburg vorm Wald.
An der ersten konstituierenden Sitzung im Gebäude an der Rötzer Straße 7a nahmen auch Regierungsvertreter und Landrat Hans Schuierer teil. Vorsitzender wurde Bürgermeister Mathias Weiß aus Schwarzhofen, sein Vertreter Xaver Hinteneder aus Neukirchen-Balbini. Geschäftsstellenleiter war damals neben weiteren fünf Beschäftigten Rudolf Scheitinger. Die erste Verwaltungsumlage betrug 50 D-Mark je Einwohner, das Haushaltsvolumen 170.000 D-Mark. Heute liegt sie bei 308,69 Euro und der Haushalt umfasst 1.630.850 Euro. In den folgenden Jahren entwickelte sich immer mehr eine Erfolgsgeschichte, die 1998 mit dem Bezug des Verwaltungsgebäudes einen Höhepunkt fand.
Interkommunale Zusammenarbeit
Bürgermeister Markus Dauch hatte die vielen Gäste im Verwaltungsgebäude begrüßt, unter ihnen die Bürgermeisterkollegen der Mitgliedsgemeinden, die Mitarbeiter der VG mit Leiter Jürgen Steinbauer, die Altbürgermeister Wolfgang Probst, Johann Graßl und Walter Schauer sowie Vertreter der Ämter, mit denen zusammengearbeitet wird. "Es hat sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten bewährt, gemeinsam die Aufgaben zu erledigen", beschrieb stellvertretender Landrat Richard Tischler die Erfolgsgeschichte der VG. In Zukunft brauche man gesunden Menschenverstand bei den Bürgern, aber auch in der Politik bis hinauf zur EU. Das "Gebot der Stunde" sei interkommunale Zusammenarbeit. "Jede Gemeinde musste damals ein Stück Eigenständigkeit aufgeben, das war nicht einfach", sagte Bürgermeister Martin Birner in seinem Grußwort. Wenn man vertrauensvoll zusammenarbeite, schaffe man es, dass die Bürger zufrieden seien.
Mit Urkunden verabschiedete Maximilian Beer die ausscheidenden Entscheidungsträger der vergangenen Periode Mathias Schell, Edmund Sukale und Walter Schauer, der auf insgesamt 42 Jahre Kommunalpolitik zurückblicken kann und der Vorsitzender von 2020 bis 2026 war. "Du hast immer großes Engagement und Zuverlässigkeit gezeigt und dir deine Ehrlichkeit und deinen Humor bewahrt", lobte er. "Du warst ein Glücksfall für die VG und hast dir große Verdienste erworben." Für Musik sorgte das Duo Melanie und Michael Heinrich.













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