28.12.2018 - 15:01 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

VG-Chefsessel wieder vakant

André Schille verlässt die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald. Zum 1. April 2019 wechselt der 42-Jährige als Personalamtsleiter zur Stadt Cham. Wer die vakante Stelle der Geschäftsleitung übernimmt, ist noch offen.

Der Schreibtisch ist zwar noch nicht geräumt, aber die Tage von André Schille (links) als Geschäftsstellenleiter der VG Neunburg sind gezählt. Am 1. April 2019 tritt der 42-Jährige eine neue Stelle als Personalamtsleiter bei der Stadt Cham an. Sehr zum Bedauern des Gemeinschaftsvorsitzenden Hans Graßl (rechts) und seiner Bürgermeisterkollegen.

(kö) "Das Ganze ist für uns überraschend gekommen, aber die Gründe sind nachvollziehbar", sagt Gemeinschaftsvorsitzender und Bürgermeister Hans Graßl, beim Pressegespräch am Freitagvormittag. "Es war eine schöne und spannende, aber auch fordernde Zeit", blendet André Schille auf die vergangenen fünf Jahre (siehe Info-Kasten) auf dem Chefsessel der VG Neunburg vorm Wald zurück.

Familiäre Gründe

Ausschließlich familiäre Gründe sind es laut Schille, wegen denen er sich persönlich verändern will. Ausdrücklich hebt er die gute Zusammenarbeit mit den vier VG-Bürgermeistern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervor und der Dank für das gute Miteinander und die Unterstützung ist ihm ein besonderes Anliegen. Der gebürtige Zwickauer, der mit seiner Familie in Bruck lebt, verfehlt aber auch nicht, dass die Belastung bei vier Gemeinden und dem ganzen Aufgabenspektrum einer Verwaltung nicht "ohne" ist. Da kämen zum normalen Dienstbetrieb meist noch ein bis zwei Abendtermine pro Woche dazu. Vor allem auch abends will er künftig wieder mehr Zeit für die Familie haben.

"Bei der VG ist man als Geschäftsstellenleiter für alles zuständig, in Cham bin ich dann als Personalamtsleiter nur für einen Bereich verantwortlich und auch nicht soviel unterwegs", verspricht sich der gelernte Diplom-Verwaltungswirt eine deutliche Entlastung.

Dass das Arbeitspensum durch immer mehr werdende Projekte und auch die Belastung nicht weniger werden, das wissen auch Gemeinschaftsvorsitzender Hans Graßl und seine Bürgermeisterkollegen Markus Dauch (Neukirchen-Balbini), Maximilian Beer (Schwarzhofen) und Walter Schauer (Thanstein). Deshalb hat es auch eine Organisationsprüfung gegeben, wurden intern schon Maßnahmen getroffen, um die Aufgaben und auch den Sitzungsdienst anders zu verteilen.

"Eventuell muss man auch über eine zusätzliche Kraft nachdenken", so Graßl und auch über eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Stadt Neunburg und weiteren Kommunen bei bestimmten Projekten wie etwa auf der ILE-Schiene. Wie es weiter geht mit der Nachbesetzung der A-12er-Stelle des Geschäftsleiters wird die VG-Versammlung Mitte Januar entscheiden.

Zahlreiche Projekte

Breitbandversorgung, Ortsdurchfahrt Schwarzhofen, das Erdstall-Projekt in Neukirchen-Balbini und Dorferneuerung in Thanstein fallen Schille als Großprojekte ein, die ihn durch seine ganze Amtszeit begleitet haben. Manches wird auch noch seinen Nachfolger oder die Nachfolgerin beschäftigen und mit den geplanten Investitionen in Kindergärten, Rathäuser, Straßen und vielem mehr wird es bestimmt nicht "langweilig" werden.

VG Neunburg vorm Wald: Chronologie der Geschäftsstellenleiter:

André Schille trat zum 1. Januar 2014 seinen Dienst als neuer Geschäftsstellenleiter für die Mitgliedsgemeinden Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Neunburg vorm Wald an. Zuvor (seit 2009) war der gelernte Diplom-Verwaltungswirt bei der Stadt Weiden als Projektleiter in der Kämmerei tätig. „Nicht ist so beständig wie der Wechsel“ – dieser Satz trifft im besonderen auch auf die VG Neunburg zu. Bevor Schille seinen Chefposten in Neunburg antrat, war die Position des Geschäftsstellenleiters über ein Jahr vakant, hatten Jürgen Steinbauer und Martina Held gemeinsam diesen Aufgabenbereich kommissarisch übernommen: Am 3. September 2012 hatte Sven Lederer aus Parkstein die Geschäftsleiterstelle übernommen, jedoch am 10. September schon wieder gekündigt, weil er den Zuschlag für die Kämmererstelle bei der heimatnäheren VG Schirmitz bekommen hatte. Mit der Vorgängerin Sabine Wilde hatte man auch nicht viel Glück. Sie nahm zum 1. Juni 2011 am Chefsessel Platz und wechselte zum 1. Juni 2012 auf den Kämmerersessel der VG Hahnbach in unmittelbarer Nähe zu ihrem Heimatort. Zuvor leitete Johann Krämer fünf Jahre lang die Verwaltungsgemeinschaft; er war zum 1. Januar 2011 nach Aschau am Inn „abgewandert“. (kö)

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