Verseuchter Ackerboden könne keine gesunden Lebensmittel hervorbringen. Das sieht auch Tanja Schlagenhaufer so. Die Vollerwerbslandwirtin aus Nabburg baut Kartoffel an und hat gerade bei der Trockenheit in diesem Sommer erfahren, "was ein guter Boden wert ist".
Die beiden Damen gehörten zu den 500 Teilnehmern, die sich am Dienstag zum "Bodentag 2018" in der Schwarzachtalhalle einfanden. Veranstalter war die "Interessensgemeinschaft gesunder Boden e.V." Vorstandsvorsitzender Franz Rösl will die Expertenmeinungen aus dem Ackerbau, der Tierhaltung und der Wissenschaft bündeln und nach ganzheitlichen Lösungen zur Humusverbesserung suchen. Denn: "Der Mineralstoffgehalt in unseren Lebensmitteln sinkt ständig." Dies bestätigt auch Dr. Josef Smarda. Der Immunologe und Biochemiker aus Tschechien verweist auf wissenschaftliche Studien, denen zufolge der Mangel an Spurenelementen in den Nahrungsmitteln das menschliche Immunsystem schwächen. Die Verseuchung der Böden durch Giftstoffe führe zu gesundheitlichen Schäden und fördere Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
Für Professor Dr. Andreas Gattinger sei der Boden gleich mehrfach bedroht. Bodenleben und Humusgehalt verringerten sich, die Herausforderung einer globalen Ernährung führe zu einseitigem Anbau, der Landwirt müsse aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Erträge steigern und der Flächenfraß schreite voran. Der Inhaber des Lehrstuhls "Ökologischer Landbau" an der Uni Gießen, fordert zum Humusaufbau eine Rückbesinnung auf die natürlichen Ressourcen und die Rückkehr des Regenwurms in die Ackerkrume. Der Tiermediziner Dr. Rupert Ebner hat sich der Slow-Food-Bewegung angeschlossen, die als Gegenpol zum globalisierten Fast-Food für genussvolles, bewusstes und regionales Essen eintritt. Das Mitglied im Landesarbeitskreis "Landwirtschaft" im Bund Naturschutz fordert ein Umdenken beim Landwirt und beim Verbraucher und betont die gegenseitige Abhängigkeit.
Dr. Reinald Aschenbrenner, praktischer Tierarzt in Pocking und Obernberg am Inn, hob die Wechselbeziehung von Boden, Pflanze und Tier hervor. Die Verbindung von gesunden Tieren und gesundem Boden werde ihm in seiner täglichen Arbeit immer bewusster. Es kristallisiere sich in der Praxis heraus, "dass gesunde Tiere die Voraussetzung für wertvolle Gülle sind". Gülle wiederum werde zur Nährstoffversorgung der Böden regelmäßig eingesetzt. Umgekehrt wiederum würden vitale Pflanzen hochwertiges Futter liefern. "Störungen dieses Kreislaufes ziehen weitreichende Folgen nach sich", so Dr. Reinald Aschenbrenner. Gesunde Tiere und ein gesunder Boden seien "ein großes Ganzes".













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