26.06.2019 - 10:35 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Auf dem Weg zum Priester

Jetzt wird es langsam ernst für die jungen Priesteramtskandidaten, zu denen auch Johannes Spindler (25) gehört. Derzeit sind sie in einem Kloster in Mallersdorf, um sich auf die Weihe am nächsten Samstag, 29. Juli, vorzubereiten.

Der nächste Samstag ist ein großer Tag für Johannes Spindler aus Seebarn. Dann weiht Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ihn und weitere Kandidaten aus der Diözese im Regensburger Dom zum Priester.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Johannes Spindler wurde 1993 in Schwandorf geboren, wuchs aber gemeinsam mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester in Seebarn bei Neunburg vorm Wald auf. Nach seiner Schulzeit an der Grundschule Neunburg und am Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach ist er ins Priesterseminar der Diözese Regensburg eingetreten.

Bevor Spindler das Theologiestudium begann, absolvierte er ein vorbereitendes Jahr, das Propädeutikum, im Priesterseminar Passau. Von 2013 bis 2018 hat er dann in Regensburg - und auch ein Jahr in Würzburg - Theologie studiert. Ein Praktikum führte ihn in die Pfarrei St. Georg in Amberg. Die Kritik an der Institution Kirche, sei es durch den öffentlich intensiv diskutierten Missbrauchsskandal oder andere Themen, lässt Johannes Spindler nicht daran zweifeln, dass "es der richtige Weg ist", den er eingeschlagen hat. All diese Angriffe hätten im Alltag für seine Arbeit als Diakon in der Amberger Stadtpfarrei St. Georg eigentlich keine Rolle gespielt. Er habe keinen Vertrauensverlust erfahren.

Der junge Mann hat viele positive Erinnerungen an die Erstkommunion und die Vorbereitung darauf durch den damaligen Pfarrer von Mariä Himmelfahrt in Seebarn, Richard Salzl. So spielte er schon früh mit dem Gedanken, später einmal selbst Priester zu werden. Bald wurde er Ministrant und Lektor.

Besonders reizvoll findet Spindler, dass sich die priesterliche Existenz zwischen zwei Brennpunkten bewege: dem Beim-Herrn-Sein und dem Bei-den-Menschen-Sein. "Nur wenn ein Priester von der Freude am Herrn erfüllt ist und aus ihr lebt, kann er den Menschen, zu denen er sich gesandt weiß, glaubwürdig vermitteln, dass die Freude am Herrn unsere Stärke ist", sagt der 25-Jährige. Genau das drückt auch sein Spruch für die Primiz aus: "Die Freude am Herrn ist unsere Stärke." (Neh 8,10)

Der Primizgottesdienst wird in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Seebarn am 7. Juli um 9.30 Uhr gefeiert. Primizprediger ist Kaplan Daniel Schmid aus Furth im Wald. Dieser Tag, ein Sonntag, ist ein historischer für die Pfarrei. Die Primiz, die erste Heilige Messe nach der Priesterweihe, bedeutet Ausnahmezustand für den Ort. Seit Menschengedenken ist niemand mehr aus der Pfarrei zum Priester geweiht worden. Der letzte katholische Geistliche, der aus der Pfarrei Seebarn hervorging, wurde 100 Jahre vor Spindler geboren.

Am Ende der Messe erteilt Johannes Spindler den Gästen dann den allgemeinen Primizsegen. Die, die Spindler auf seinem bisherigen Weg begleitet haben, feiern in der Schwarzachtalhalle in Neunburg gemeinsam, bei warmem Mittagessen und Kaffee und Kuchen.

Weihe der Neupriester:

Das Bistum Regensburg freut sich über acht neue Priester, unter ihnen der Seebarner Johannes Spindler. Am 29. Juni spendet Bischof Rudolf Voderholzer sechs von ihnen das Sakrament der Priesterweihe. Das feierliche Pontifikalamt findet um 8.30 Uhr im Regensburger Dom statt. Für alle, denen es nicht möglich ist, in den Dom zu kommen, bietet das Bistum im Internet ein Live-Streaming an.

Zwei weitere Kandidaten werden am 6. Juli zu Priestern geweiht. Die Weihe von Fr. Gregor Schuller OSB in Metten wird von dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB vorgenommen; die Weihe von P. Dominikus Hartmann CP in Schwarzenfeld von dem Augsburger Weihbischof Florian Wöhrner.

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