20.07.2018 - 16:31 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Welt mit unbequemer Wahrheit

Grundsätzlich verteufeln will Birgit Zwicknagel die sozialen Medien nicht: "Sie sind heute eine Grundvoraussetzung." Doch der richtige Umgang will gelernt sein, verdeutlichte die Vorsitzende der "Computermäuse Stamsried" in einem Vortrag.

von Externer BeitragProfil

Elternbeirat und Schulleitung der Grundschule Neunburg veranstalteten im Pfarrheim einen Informationsabend für Eltern zum Thema „Medien- und Informationskompetenz und -erziehung“. Referentin Birgit Zwicknagel hat sich mit ihrem Verein "Computermäuse" und der Initiative „Clever ins Netz“ als wichtigte Anlaufstelle für Schulen und etabliert, wenn es um das Thema „Gefahren im Netz“ geht.

In einem etwa zweistündigen Vortrag klärte Birgit Zwicknagel die Eltern, Lehrkräfte und Erzieherinnen über die Fallstricke der verschiedenen sozialen Medien, Onlinespiele und üblichen Suchmaschinen im Internet auf. Sie bekennt, dass sie selbst bekennender Fan von den vielen Möglichkeiten der Digitalisierung sei. Die neuen Medien seien nicht mehr wegzudenken, und deswegen wäre es ganz besonders wichtig, den richtigen Umgang zu beherrschen. Das Netz biete nämlich einen undurchschaubaren Nährboden für viele Gefahren und Straftaten.

Die "mediale Öffnung des Kinderzimmers" bringe für Eltern eine große Verantwortung mit sich. Sie warnte davor, Kinder mit dem Internet komplett allein zu lassen. Von Kinderpornographie und Cybermobbing bis hin zu Horrorkettenbriefen und IS-Propaganda finde sich alles im Netz - und dort wie auch im richtigen Leben gelte ebenfalls "Eltern haften für ihre Kinder“. Viele Vorfälle könnten verhindert werden, wenn Väter und Mütter hinschauen, zuhören und wachsam sind, was ihre Kinder am Tablet, Handy oder Laptop tun. Die Eltern erhalten fundierte Tipps und Tricks, um die Kinder in der virtuellen Welt zu schützen und zu stärken.

Während ihres Vortrags schilderte Birgit Zwicknagel reale Fällen aus dem Bereich Cyberkriminalität. Das sei keine Problematik der Ballungsräume - "Kinder, die erpresst, gemobbt oder missbraucht werden, gibt es an jeder Schule“, so die Referentin. Besonders betonte sie die Kooperation der Eltern mit Lehrkräften und Schulleitung. Nur im gemeinsamen Austausch ließen sich viele Probleme schon im Vorfeld minimieren oder komplett verhindern.

Abschließend riet Zwicknagel den Eltern, auch selbst mal Online-Spiele auszuprobieren und sich auch mit der Jugendsprache vertraut zu machen. Um die Kinder in der medialen und virtuellen Welt beim Erwachsenwerden sicher zu begleiten, sei es unentbehrlich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Sorgen und Ängste der Eltern seien absolut berechtigt, räumte die Referentin. Daher sei es umso wichtiger, sich mit dem Thema auseinandersetzen, um die eigenen Kinder schützen zu können

Dem Elternabend folgten Workshops für die Jahrgangsstufen 3 und 4. Birgit Zwicknagel führt die Kinder dabei spielerisch an das Thema heran und machte mit vielen praktischen Beispielen und Rollenspielen die Kinder fit, um „clever ins Netz“ gehen zu können.

Finanziell unterstützt wurde das Angebot durch den Förderverein der Grundschule, die Theatergruppe Penting und die Firma Manntau aus Nabburg. Eltern, die den Vortrag verpasst haben oder nochmals hören wollen, finden im Herbst eine weitere Gelegenheit, sich über dieses brisante Thema im Theresia-Gerhardinger Haus umfassend informieren zu lassen.

Weitere Informationen unter

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