Neunburg vorm Wald
14.04.2023 - 21:34 Uhr

Weniger Straftaten in Neunburg, gute Aufklärungsarbeit und ein Puma

Eine erfreuliche Quote: Während in Bayern, der Oberpfalz und im Landkreis Schwandorf die Zahl der Straftaten zugenommen hat – auf Kreisebene um 8,4 Prozent – ist sie im Raum Neunburg nahezu gleich geblieben.

Markus Schmitt, der Leiter der Neunburger Polizei, bringt es bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik auf den Punkt: In seinem Zuständigkeitsbereich, das neben der Stadt Neunburg die Gemeinden Bodenwöhr, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein umfasst, wurden 2022 lediglich zwei Straftaten mehr als 2021 verzeichnet: Insgesamt 387. Und das in einem Gebiet das rund 200 Quadratkilometer und 17133 Einwohner umfasst.

Gute Ermittlungsarbeit

Die Bürgermeister der Gemeinden des Dienstbereichs freute auch noch eine andere Zahl: Die Aufklärungsquote. Sie liegt bei 80,9 Prozent und damit über der Quote des Landkreises (76 Prozent), in der Oberpfalz (70,8 Prozent) und in Bayern (64,4 Prozent).

Die einzelnen Kriminalitätsbereiche entwickeln sich jedoch ganz unterschiedlich: Die Anzahl der sogenannten Rohheitsdelikte - darunter fallen Raub und Körperverletzung - ging von 84 auf 67 Delikte zurück, die Vermögens- und Fälschungsdelikte haben von 44 auf 65 Straftaten zugenommen und an Sachbeschädigungen wurden statt 33 Fällen im Jahr 2021 im Vorjahr 38 registriert.

Bei den 253 ermittelten Tatverdächtigen handelte es sich um 176 Deutsche und 77 nichtdeutsche Personen. Von 253 ermittelten Tatverdächtigen im Jahr 2022 waren 17 Asylbewerber. Die geringe Zahl führt der PI-Leiter auf die "tolle Integrationsarbeit der Stadt" zurück.

Schmitt geht ins Detail: Bei den Eigentumsdelikten hat sich die Zahl von 64 auf 71 Fälle erhöht, die besonders schweren Diebstähle sind mit 16 Anzeigen im Vergleich zu 15 im Vorjahr nahezu gleich. Bei den einfachen Diebstählen gab es einen leichten Anstieg von 49 auf 55. An Autos machten sich sieben Diebe zu schaffen (Vorjahr sechs). Hingegen verdoppelte sich die Zahl der geklauten Fahrräder auf zehn. Zwei Mal versuchten Täter in Wohnungen einzubrechen.

Weniger "Rohheitsdelikte"

Was die Rohheitsdelikte anbelangt, kann Schmitt nicht nur einen Rückgang von 84 auf 67 Straftaten, sondern auch eine in diesem Bereich noch nie dagewesene Aufklärungsquote von 100 Prozent vermelden. Laut Statistik sind 36 einfache Körperverletzungen (statt 47 in 2021), 12 (16) gefährliche Körperverletzungen und 11 (16) Straftaten gegen die persönliche Freiheit (zum Beispiel Nötigung, Bedrohung) bearbeitet worden. 22 Anzeigen bearbeitete die zuständige Sachbearbeiterin für häusliche Gewalt. "Das ist ziemlich gleich geblieben", meint Schmitt. Die erwartete Zunahme durch den Corona-Lockdown sei ausgeblieben.

Gewalt gab es auch gegen Polizeibeamte. In vier Fällen wurden fünf Beamte leicht verletzt, waren aber weiterhin dienstfähig, so PI-Leiter Markus Schmitt. Die Polizei sei auf dem Land zwar nicht mehr "auf der Insel der Seligen", doch "im Großen und Ganzen ist der Respekt schon da".

Rauschgiftdelikte finden sich 26, fünf Mal wurde damit gehandelt angebaut und geschmuggelt. Es handelt sich hauptsächlich um Verstöße mit Cannabis, Amphetamine/Metaamphetamin, Kokain und Kräutermischungen.

Blick in die Gemeinden

Interessante Aspekte zeigt die Entwicklung in den einzelnen Gemeinden. Die Kriminalität ging in der Pfalzgrafenstadt zurück: Von 257 auf 228 Straftaten. Vermögens- und Fälschungsdelikte haben sich hingegen nahezu verdoppelt (16 auf 30 Taten). In Bodenwöhr ist ein Anstieg der Straftaten von 83 auf 107 augenfällig. Die Sachbeschädigungen schnellten von acht auf 18.

In Dieterskirchen und Thanstein gibt es - in Prozenten gerechnet - eine enorme Zunahme der Kriminalität. Doch dabei muss die geringe Zahl der Fälle ins Kalkül gezogen werden. In Dieterskirchen ist sie von neun auf 15, in Thanstein von sechs auf zehn Fälle gestiegen. In Schwarzhofen ereigneten sich 25 Straftaten (26). "Ein sehr niedriges Niveau" so Schmitt. Spitzenreiter in Sachen Sicherheit ist Neukirchen-Balbini mit fünf Straftaten. In der Statistik hat Schmidt auf den letzten Seiten noch einige spektakuläre Fälle aufgelistet, darunter die für Schlagzeilen sorgende Sicherstellung eines Pumas.

Hintergrund:

Spektakuläre Fälle

  • Am 15. März 2022 staunten zwei Neunburger Polizeibeamte nicht schlecht als sie einen 30-jährigen mit seinem Kleinwagen kontrollierten. In einer engen Holzbox im Auto transportierte er einen lebenden Puma. Er musste sichergestellt und in eine artgerecht ausgestattete, bayerische Facheinrichtung gebracht werden.
  • Ein Drogenfall in Bodenwöhr sorgte für Schlagzeilen. So stellte die Polizei bei einem 23-jährigen Neunburger Rauschgift fest. Im Zuge der Ermittlungen gegen ihn machte der junge Mann umfangreiche Angaben zur Herkunft seiner Drogen. Das führte die Polizisten zu dem vermeintlichen Dealer – einem 21-Jährigen aus Bruck. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden unter anderem knapp 40 Gramm Haschisch, mehr als 276 Gramm Marihuana, 141 Stück Ecstasy und 46 Microdosen LSD sichergestellt. Der 21-Jährige sprang aus dem Fenster, konnte aber dennoch festgenommen werden.
 
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