Neunburg vorm Wald
28.09.2026 - 16:46 Uhr
OnetzPlus

„Wirklich übel“: Tonnenschwerer Fendt kracht samt Baukran in Familienhaus bei Neunburg vorm Wald

Der Schock sitzt tief bei den Bewohnern eines Hauses in Mitterauerbach: Am Freitag machte sich ein Gespann aus Traktor und Baukran selbstständig, rollte einen Abhang hinab und brach durch das Mehrfamilienhaus. Wie es den Betroffenen geht.

Mitten durch die Terrasse und das Dach eines Mehrfamilienhauses in Mitterauerbach krachte am vergangenen Freitag ein Gespann aus Fendt und Baukran. Archivbild: Polizei Neunburg
Mitten durch die Terrasse und das Dach eines Mehrfamilienhauses in Mitterauerbach krachte am vergangenen Freitag ein Gespann aus Fendt und Baukran.

„Es schaut wirklich, wirklich übel aus.“ Das sagt der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses in Mitterauerbach, einem Stadtteil von Neunburg vorm Wald. Ein tonnenschweres und unbemanntes Gespann, bestehend aus einem Traktor und einem angehängtem Baukran, brach vergangenen Freitagnachmittag mitten durch das Dach seines Eigentums.

Zur Zeit des Vorfalls befand sich der Bruder des Eigentümers in einer der Wohnungen des Hauses. „Er stehe noch immer unter Schock“, erklärt uns der Hausbesitzer, der zur Zeit des Vorfalls nicht vor Ort war, auf Nachfrage. Kaum verwunderlich, immerhin habe der Bruder das Geschehen selbst von drinnen erlebt. Mit Oberpfalz-Medien sprechen möchte er nicht. Die Erinnerungen würden ihn noch immer belasten. Neben den beiden Brüdern befanden sich noch weitere Personen im Haus – verletzt wurde niemand.

Mehr als 100.000 Euro Schaden

Deutlich schlechter sieht die Situation für das Haus selbst aus. Am Traktor der Marke Fendt war ein sogenannter Frontlader befestigt. Dabei handelt es sich um eine hydraulische Hubeinrichtung, die an der Vorderseite montiert ist, um Lasten zu heben. Diese befand sich beim abgestellten Traktor oben. „Der Frontlader hat das Dach knapp über der Markise getroffen. Die gesamte Energie wurde dann an den Dachbalken gelenkt“, erklärt der Eigentümer.

Auf dem Dach wurde ein Teil der Sparren und Ziegel zerstört, ebenso wie die angebrachte Photovoltaik-Anlage. Hinzu kommt: Auch das Vordach, an dem die Markise befestigt ist, muss weg und neu angebracht werden. Im Garten mussten mehrere Stühle und Blumenvasen sowie ein Tisch dran glauben. Die Wände blieben nahezu unbeschädigt. Insgesamt schätzt der Eigentümer den Schaden am Haus auf mehr als 100.000 Euro. Ein Sachverständiger soll in den nächsten Wochen den genauen Wert ermitteln.

Trotz des Unglücks freut sich der Hausbesitzer, dass nicht mehr passiert ist. „Wäre der Frontlader unten gewesen, hätte er sicherlich deutlich mehr Schaden angerichtet“, erklärt er. In den nächsten Wochen sollen Handwerksbetriebe Dach und Haus winterfest machen. Eine großflächige Reparatur sei dann erst für kommendes Jahr geplant. In diesem Jahr ließen sich keine Handwerker mehr finden, die freie Kapazitäten hätten.

Rätsel, wie es zum Unfall kam

Wie es zu dem Unfall gekommen ist – „das ist die Frage“, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald. Die nun anstehenden Ermittlungen sollen das herausfinden, erklärt er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Bisher ist lediglich folgendes bekannt: Der Traktor stand zusammen mit dem Baukran auf einer ebenen Fläche. Aus bisher unbekannten Gründen setzte sich das Gespann selbstständig in Bewegung – ohne dass jemand am Steuer saß. Laut dem Geschädigten streifte der führerlose Traktor einen Baum. Durch Bodenwellen wurde das Gespann offenbar nach rechts abgelenkt und nahm anschließend direkt Kurs auf das Wohnhaus, das am Fuß eines Hangs liegt.

Bisher können weder die Polizei noch der Geschädigte oder der Eigentümer des Traktor-Kran-Gespanns erklären, wie es passieren konnte. Laut dem Beamten habe der Fahrer des Traktors versichert, die Handbremse beim Abstellen betätigt zu haben. Hinzu komme, dass der Baukran mit einer Druckluftbremse ausgestattet sei. Auch diese soll grundsätzlich das Wegrollen verhindern.

Neben Beamten der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald waren noch weitere Einsatzkräfte vor Ort. Darunter die Feuerwehren Mitter- und Oberauerbach, Unterauerbach, Neunburg vorm Wald und Altendorf sowie der Rettungsdienst und das Technische Hilfswerk.

Neunburg vorm Wald25.09.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.