03.02.2020 - 16:31 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Zeitreise durch 37 Jahre Komödie

Mit Witz, Klamauk und Musik prägen sie seit fast 40 Jahren die bayerische Komödianten-Szene. Dass sie noch längst nicht aufs Altenteil gehören, beweisen "Herbert und Schnipsi" in der ausverkauften Schwarzachtalhalle.

"Herbert und Schnipsi" strapazierten mit ihrem Humor die Lachmuskeln ihrer Fans, bewiesen in der Schwarzachtalhalle aber auch große Qualitäten als Musiker.
von Udo WeißProfil

Seit 37 Jahren stehen "Herbert und Schnipsi" alias Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger gemeinsam auf der Bühne. Da wurde es Zeit für ein Best-of-Programm mit den Höhepunkten aus all den Jahren. „Zeitreise mit Schlaglöchern“ titelt das aktuelle Programm, mit dem das bekannteste Komödianten-Ehepaar Bayerns in der Schwarzachtalhalle gastierte. Kein leichtes Unterfangen, schließlich galt es, acht Bühnenprogramme auf zwei Stunden zu komprimieren. Den beiden Künstlern war die Freude anzumerken, ihre Lieblingssketche noch einmal zu spielen und über ihre Entstehungsgeschichte zu erzählen.

Mit einem ihrer ersten Sketche, dem „Urlaub in Schweden“, traten sie vor das Publikum. Nach vielen Jahren Urlaub in Rimini sollte es diesmal in den Norden gehen. Doch Dauerregen, Mücken und das feuchte Zelt regten das Paar dermaßen auf, dass sie spontan beschlossen, die 3000 Kilometer nach Italien zu fahren, um noch zwei Tage in Rimini zu verbringen. „Für einen Sonnenbrand reicht's noch“, lautete die Pointe der Geschichte, die sie selbst erlebt haben.

Die Mischung aus pointierten Sketchen, intelligent und liebevoll gedichteten Liedern und dem direkten Gespräch mit dem Publikum ist das Geheimnis des Erfolgs der beiden Komödianten, die sich in der Tradition von Liesl Karlstadt und Karl Valentin sehen. Ein gelungenes Beispiel war das Lied „Ufos: Grüne Kugeln verfolgen sieben Passagierflugzeuge“, in dem Meilhamer einen Bericht aus der Bild-Zeitung vertont hat. Ihre Sketche und Lieder sind aus dem Leben gegriffen, witzig und leicht überspitzt dargeboten.

So auch der Sketch „Im Café“, bei dem Herbert über die „Venusstrahlen aus dem All“ vorliest, während Schnipsi ihm witzige Klamotten anprobiert. Die Strahlung in Kleidung ziehe die Menschen irgendwohin. „Stimmt“, meinte Herbert, „meine Bundhose hat mich auch schon ins Bräustüberl gezogen“. Mit dem Lied, „Muatta, i bin a Guckuck“, wollten die beiden aufzeigen, dass sich ein Kind nicht immer nach den Vorstellungen der Eltern entwickelt. Um Konflikte aus der Kindheit ging es in der Szene „Auf dem Friedhof“, in der Herbert erfahren musste, dass der verstorbene Onkel Berti seiner Schwester und ihm vor vielen Jahren eine Schachtel Schaumküsse geschenkt hatte, von denen er nichts gesehen habe.

Das Publikum in den ersten Reihen wurde mit eingebunden, als es die Wäsche von Herbert und Schnipsi zusammenlegen musste. „Wir sind immer unterwegs und kommen zu nichts“, begründete Herbert. Die Zuschauer fühlten sich zwei Stunden lang wie bei Freunden zu Gast. "Herbert und Schnipsi" präsentierten sich mit all ihren Ecken und Kanten, eben wie normale Menschen auch. Das Publikum ließ das Duo erst nach mehreren Zugaben unter lang anhaltendem Applaus von der Bühne gehen.

Zum Vergnügen aller, teilte Schnipsi (Claudia Schlenger) Wäsche unter den Gästen der erste Reihe aus und ließ sie von den Zuschauern zusammenlegen, anschließend sammelte sie die Teile wieder ein.
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