Neunkirchen bei Weiden in der Oberpfalz
26.09.2022 - 16:45 Uhr
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Neunkirchen sammelt fast 3000 Euro für Temposys – doch Weiden sagt Nein

An der Bürgermeister-Bärnklau-Straße in Neunkirchen wünscht sich die Dorfgemeinschaft ein Geschwindigkeitsmessgerät und hat dafür fast 3000 Euro gesammelt. Die Stadt müsste eigentlich nur noch den Aufbau stemmen – aber tut es nicht.

An der Bürgermeiste- Bärnklau-Straße in Neunkirchen sind viele Kinder unterwegs. Die Anwohner sorgen sich um zu schnelle Autos. Bild: Gabi Schönberger
An der Bürgermeiste- Bärnklau-Straße in Neunkirchen sind viele Kinder unterwegs. Die Anwohner sorgen sich um zu schnelle Autos.

Die Dorfgemeinschaft Neunkirchen bekommt kein Geschwindigkeitsanzeigegerät (ein sogenanntes Temposys) in der 30-Zone an der Bürgermeister-Bärnklau-Straße – obwohl die Stadt das Vorhaben eigentlich ausdrücklich begrüßt. Das schreibt Baudezernent Oliver Seidel in einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage von SPD-Stadträtin Hildegard Ziegler, die das Anliegen der Vorsitzenden des Vereins Dorfgemeinschaft Neunkirchen und Umgebung, Renate Jahreis, an das Rathaus herangetragen hatte.

Die Stadt sieht in der Anfrage gleich mehrere Probleme. Das erste ist organisatorischer Art: "Die Aufstellung und auch Beschaffung (...) ist jedoch eher als zentrale Aufgabe der Stadt zu sehen." Bedeutet: Ein solches Gerät schafft die Stadt heran – oder niemand.

Drei von fünf im Einsatz

Der zweite Teil des Arguments ist eher praktischer Natur: Die Stadt besitze bereits fünf solcher Messgeräte – dies sei "derzeit ausreichend". Drei davon sind im Moment im Einsatz: in der Siedlung "Am Brandweiher", an der Berliner Straße sowie an der Herrmannstraße.

Beide Argumente aus dem Rathaus stoßen sowohl bei Stadträtin Ziegler als auch in Neunkirchen auf Unverständnis. "Auf die Stadt wären in der Beschaffung Kosten von höchstens 1800 Euro zugekommen." Doch nicht mal die fielen, Stand jetzt an – denn die Neunkirchener selbst sind in Vorleistung gegangen, wie Renate Jahreis berichtet: 2850 Euro hätten Bürger und Geschäftsleute innerhalb weniger Monate gesammelt. "Auf die Stadt käme hier wirklich nur die Aufstellung zu." Alle Weichen seien gestellt, sagt Ziegler. "Die Stadt muss nur noch ihr grünes Licht geben."

Aus polizeilicher Sicht ist die Bürgermeister-Bärnklau-Straße übrigens keine bekannte Problemzone. Zwei oder drei Unfälle stelle man jährlich hier fest, sagt Polizeihauptkommissar Johann Wurm von der Polizei Weiden. Die Anschaffung eines Geschwindigkeitsmessgerätes mit Anzeige sei dennoch eine gute Sache: "Wir begrüßen alles, was zur Sicherheit beiträgt – es muss nur auch verfügbar sein."

Hoffen auf das Versprechen

Diese Verfügbarkeit, argumentiert Vereins-Vorsitzende Renate Jahreis, sollte eigentlich gegeben sein. Jahreis bezieht sich auf eine Rede von Oberbürgermeister Jens Meyer beim Dorffest in diesem Sommer. "Er versprach, uns bei der Lösung unserer Probleme tatkräftig zu unterstützen. Die Genehmigung zur Aufstellung von Geschwindigkeitsmessgeräten dürfte deshalb zeitnah und ohne Einwände der Stadtverwaltung kein Problem sein. Hier liegen ja unter anderem der Kindergarten und die Schule. Der Verkehr in Neunkirchen wurde immer mehr und die Geschwindigkeit trotz der Schilder nicht geringer. Nun hoffen wir, dass Wort gehalten wird."

In Jahreis' Wahrnehmung ist die Bürgermeister-Bärnklau-Straße übrigens nicht die einzige Problemstelle: "Die Hofackerstraße dient als Schleichweg, um aus Richtung Amberg nach Brandweiher zu kommen. Unerträglicher Verkehr, hohe Geschwindigkeit!"

Hintergrund:

Das ist Temposys

  • Mehr als nur ein Messgerät: Temposys zeichnet die Daten auch auf
  • Feedback: lächelnder Smiley bei angemessenem Tempo, trauriger Smiley bei zu schnellem
  • Wirkung auf Zeit: laut Polizei Weiden am effektivsten in den ersten Wochen
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