Neunkirchener wollen mitreden

In Neunkirchen bewegt sich was: Über 80 Bürger lassen sich die Auftaktveranstaltung für den Start der Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts nicht entgehen. Die Planer stellen die bisherigen Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

Stadtplaner Markus Rösch stellt die Ergebnisse der Analyse vor.
von Redaktion ONETZProfil

„Ein Dorf – eine Gemeinschaft“ ist das Motto des Vereins „Dorfgemeinschaft Neunkirchen und Umgebung“. Dessen Mitglieder sind die Ortsvereine und die beiden Kirchenverwaltungen. Ziel ist die Mitwirkung an einer Verschönerung und Verbesserung der Lebensbedingungen. So wurde auf seine Initiative hin ein Antrag an das Amt für Ländliche Entwicklung zur Weiterentwicklung des Stadtteils gestellt. Nach der Genehmigung beauftragte die Stadt zwei Planungsbüros mit der Erstellung eines Konzepts.

Für Bürgermeister Jens Meyer spricht das große Interesse der Bevölkerung für den Ortsteil und seinen Zusammenhalt. Sein Dank galt dem Verein „Dorfgemeinschaft“ mit Renate Jahreis, Stefan Bauer und Simon Grajer. Diese überreichten Stadtrat Alois Schinabeck für seine über Jahrzehnte hinweg geleistete Arbeit im Vereinskartell einen Geschenkkorb.

Renate Jahreis und Simon Grajer überreichen an Alois Schinabeck für seine Verdienste einen Geschenkkorb.

Stadtplaner Markus Rösch und sein Projektteam stellten in einem Analyse-Check mit Luftaufnahmen und Informationsplakaten sowie einer Bildpräsentation ihre Vorarbeiten vor. Sie betrafen die Themenschwerpunkte Demografie, soziale Infrastruktur, Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, öffentlicher Raum, Tourismus und Naherholung. Dabei gab es einige wichtige Erkenntnisse.

Im Zeitraum bis 2038 stagnieren die Einwohnerzahlen in den Altersgruppen jünger als 18 Jahre und der 19- bis 24-Jährigen, nehmen in der mittleren Altersklasse ab und steigen in den Altersklassen ab 60 Jahren. Das Wohnungsangebot im Stadtteil bezieht sich vor allem auf jene größer als 120 Quadratmeter; Angebote wie Single-Wohnungen gibt es nur in geringem Umfang. Die Menschen wünschen sich eine verbesserte Infrastruktur und auf lange Sicht eine Grundversorgung mit Lebensmitteln. Die Ortsmitte wird vom Durchgangsverkehr geplagt. Mangels Bürgersteige sind die Fußgänger gefährdet. Radwege sind zwar beschildert, aber nicht erkennbar. Obwohl Neunkirchen eine Pendlergemeinde ist, gibt es ein reges Vereinsleben, doch es fehlt ein neutraler Treffpunkt für alle Generationen. Als Ortschaft mit Charme und in reizvoller Lage bedarf es zur Aufwertung des Tourismus eines gastronomischen Angebots. Im Ortskern dominiert der Asphalt. Der Standort des Containerplatzes ist nicht optimal.

Riesenandrang bei der Auftaktveranstaltung zum städtebaulichen Konzept

Statt eines Plakatrundgangs erfolgte eine Aussprache mit zum Teil kontroversen Ansichten. Es wurden die Stärken, Defizite, Chancen und Risiken der einzelnen Vorschläge erarbeitet. Mit großem Beifall bedacht wurden dabei die Ideen von Gasthofskäufer Erich Regler (Biergarten, Zoiglstube, Tenne für Kulturveranstaltungen, mit den Bürgern betriebener Bauern- und Getränkemarkt, Backofen) und der Idealismus von Frau Sommer mit ihrem Dorfladen, der in der Zukunft auf Genossenschaftsbasis als Treffpunkt und zum Einkauf in den Abendstunden weitergeführt werden könnte und bei dem sich auch die Stadt einbringen sollte. Applaus fanden auch die Anregungen für einen Anrufbus, um nach 20 Uhr aus Weiden heimzukommen, für die Einführung einer 30-Zone oder einer Sperrung der Straße nach Brandweiher und für ein neues Wohnkonzept für junge Leute. Angesprochen wurden auch die zunehmende Verkehrsbelastung durch die Projekte Gewerbegebiet Weiden-West IV und Denkwelt, die hausärztliche Versorgung vor Ort, der soziale Wohnungsbau und eine optische Aufbesserung der Straßen.

Eine Vertiefung der vorgebrachten Themen und eine gemeinsame Erarbeitung eines Maßnahmenkompasses wird, so Rösch, in ersten Zukunftswerkstätten Anfang April erfolgen, ehe in einer Gestaltungswerkstatt eine Konkretisierung und Detaillierung erfolgt und bis Herbst 2020 die mit den Bürgern erarbeiteten Gedanken und Maßnahmen präsentiert werden und das Konzept der Stadt übergeben wird. Baudezernent Oliver Seidel zeigte sich begeistert von der Moderation der Planer und dem intensiven Mitwirken der Anwesenden. Nun gelte es, gemeinsam getragene Ergebnisse zu erbringen.

Als Planer leiten die Auftaktveranstaltung (von links) Markus Rösch, Barbara Lauerer, Jens Gerhardt und Sabrina Zombek.
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