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Der Umgang mit Nachrichten in Extremsituationen verlangt Verantwortung. Und er kann persönlich belastend sein. Ein Kommentar.

Am Schauplatz des Geschehens. Die Bluttat ist nicht lange her. Welche Informationen stimmen zu diesem Zeitpunkt und können verantwortungsvoll verbreitet werden?
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Als Journalist musste ich selten so um Worte ringen, wie in dieser Situation: Jemand fragt mich in tiefster Betroffenheit persönlich, was mit Menschen passiert ist, die ihm nahestehen. Nie werde ich die bangen Blicke eines alten Ehepaars vor Jahren vergessen, dessen Nachbar gerade seine Familie ausgelöscht hatte. Und welches das Ausmaß der Tragödie angesichts eines Großeinsatzes ahnte.

Das Einordnen harter Nachrichten, klares Formulieren und das Unterscheiden zwischen Gerücht und Fakten in Extremsituationen prägen auch immer wieder die Arbeit in der Redaktion. So am Mittwoch, nachdem der Großeinsatz in Neunkirchen angelaufen war und rasch der angebliche "Amoklauf" die Runde machte. Ein Faktencheck ist da Pflicht. Was nach außen vielleicht nach häppchenweiser und verzögerter Information aussieht, spiegelt nur wider, dass es unverantwortlich wäre, ungeprüft etwas zu verbreiten, das Panik schüren könnte.

Auch am Mittwoch erreichte mich übrigens eine besorgte Anfrage von Angehörigen, deren Enkel den Kindergarten in Neunkirchen besucht. Und ich war richtig glücklich, dass ich sie zu dem Zeitpunkt beruhigen konnte. Gott sei Dank.

Bericht über die Bluttat vor Kindergarten und Schule

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