Was heute ein Mähdrescher in kurzer Zeit erledigt, bedeutete in früheren Jahren harte Muskelarbeit und nahm viel Zeit in Anspruch. Am Sonntag konnten sich die Besucher einen Eindruck davon verschaffen, welche Mühen es machte, bis das Korn zur Mühle gefahren werden konnte. Das Wetter spielte allerdings nicht so recht mit, von daher mussten die verschiedenen Arbeitsmethoden in den Scheunen gezeigt werden.
Von Weitem war schon der gleichmäßige Takt der Drischel-Drescher im Langerbauernhof im Waldlerdorf zu hören. Die Getreidebüschl lagen in Reihen in der Scheune und wurden von mehreren Dreschern mit den Dreschflegeln in Hin- und Rückgängen in einem bestimmten Takt abgedroschen. Dieser Arbeitsschritt wurde solange wiederholt, bis auch das letzte Korn aus den Ähren gewichen war. Jetzt konnte das Stroh abgespießt und zu Büschel gebunden werden. Das Korn musste anschließend in der Windmühle gereinigt werden, bevor es zur Mühle gefahren werden konnte. Eine mühsame Arbeit, für die nur starke Burschen über die notwendige Kraft verfügten.
Mit der Dampfmaschine und der Elektrizität zog auch auf den Bauernhöfen der Fortschritt ein. Der Stiftendrescher löste das Drischeldreschen ab und die Arbeit wurde wesentlich leichter. Dies wurde anschaulich im Urschlbauerhof gezeigt. Die Arbeiten konnten jetzt auch Frauen erledigen, allerdings war der Zeitaufwand immer noch enorm.
Einen weiteren Fortschritt brachte der große Breitdrescher. Mit Zugmaschine und Dreschwagen zog der Lohndrescher im Winter von Hof zu Hof und übernahm das Dreschen gegen Lohn. Die Arbeit war zwar nicht mehr so beschwerlich, doch es mussten noch immer viele Helfer mit anpacken. In der Genossenschaftsscheune im Naabtaldorf wurde dieser Fortschritt eindrucksvoll demonstriert. Die Museumspferde "Fonsi" und "Leo" transportierten anschließend das Getreide, wie es früher üblich war, zu den Scheunen, zur Mühle oder zum Raiffeisen-Lagerhaus.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.