15.07.2020 - 11:05 Uhr
NeusorgOberpfalz

82 Kilometer neue Schienen

Statt Personen- oder Güterzüge rollen aktuell zum Teil schwere Baumaschinen auf den Gleisanlagen am Bahnhof Neusorg. Anlass ist die Baumaßnahme der Deutschen Bahn.

Von der Brücke der Staatsstraße 2181 über die zweigleisige Bahnstrecke aus verfolgt Bürgermeister Peter König den Einbau der ersten von drei neuen Weichen (im Hintergrund) am Bahnhof Neusorg.
von Redaktion ONETZProfil

Die umfangreiche Baumaßnahme der Deutschen Bahn Netz AG betrifft die Strecke 5903 vom Hauptbahnhof Nürnberg bis Schirnding/Grenze zwischen den Bahnhöfen Kirchenlaibach und Marktredwitz, die im Jahr 1878 in Betrieb genommen worden ist.

In einer Telefonkonferenz, an der Bürgermeister Peter König (Neusorg) im Sitzungssaal des Rathauses teilnahm, informierten Michael Kürzdörfer als Teamleiter Oberbau der Deutschen Bahn AG sowie Projektleiter Patrick Schreiber über Details der Gleisbaustelle und standen gleichzeitig Rede und Antwort.

Die Informationen über die notwendige Gleiserneuerung wegen ihres hohen Alters bezogen sich von der Ausschreibung bis zur Auftragsvergabe und Details über den Umfang der Baumaßnahme. Diese steht im Zusammenhang der Infrastruktur-Investitionen der DB. Bundesweit steht in diesem Jahr erstmals eine Rekordsumme von 12,2 Milliarden Euro für neue Schienen, Technik, Bahnhöfe und Energieanlagen zur Verfügung.

Kosten: 21 Millionen Euro

Allein 1,7 Milliarden Euro kommen der Infrastruktur in Bayern zugute, um eine höhere Leistungsfähigkeit zu erreichen. Auf rund 21 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für die Gleiserneuerung zwischen den Bahnhöfen Kirchenlaibach und Marktredwitz mit Beginn am Anfang dieses Monats. Wie der Teamleiter Oberbau und der Projektleiter informierten, umfasst die Baumaßnahme auf dem 29 Kilometer langen Gleisabschnitt einen Austausch von circa 82 Kilometern Schiene, 68 300 Schwellen, 60 800 Tonnen Schotter sowie 3 Weichen. Letztere betreffen ausnahmslos den Bahnhof Neusorg in Fahrtrichtung Kirchenlaibach. Auf dem Bahnhof Neusorg mit den beiden Hauptgleisen und dem Ausweichgleis gibt es insgesamt acht Weichen.

Die Gleiserneuerung erfolgt im wesentlichem durch die von der Bahn anerkannte Firma Joseph Hubert GmbH mit Hauptsitz in Nürnberg, ein sich auf den Gleisbau spezialisiertes Bauunternehmen. Die bei dem oberfränkischen/oberpfälzischen Bahnprojekt eingesetzten Gleisbauer sind Teil der Belegschaft der Niederlassung in Bochum.

Dabei kommt auch eine sogenannte Bettungsreinigungsmaschine zum Einsatz, mit der unter den Schwellen und Schienen das Schotterbett wieder gereinigt und teilerneuert wird. Wie die beiden Bahnvertreter erläuterten, wird beim Gleisbett unterschiedlicher Schotter verwendet.

In den Tunnelbereichen wird wegen der Staubbelastung ein besonderes Material verwendet, im Vergleich zum Schotter auf freier Strecke. Ein Teil des gereinigten Schotters wird wieder eingebaut, der andere Teil wird am Bahnhof Kirchenlaibach zwischengelagert, wo sich derzeit bereits mehrere Halden befinden.

Verneint haben die Gesprächspartner der Deutschen Bahn die Nachfrage von Bürgermeister Peter König, ob die Gleiserneuerung im Zusammenhang mit der beabsichtigten Elektrifizierung der Bahnstrecke von Nürnberg nach Marktredwitz stehe.

Auf dem Areal des Bahnhofs Kirchenlaibach wird der durch die Gleiserneuerungsmaßnahme auf der Bahnstrecke Kirchenlaibach–Marktredwitz nicht mehr verwendete Schotter auf Halden zwischengelagert.

Bei der Baumaßnahme gibt es jedoch auch eine Kehrseite der Medaille: Nachdem die Bauarbeiten im Zweischichtbetrieb rund um die Uhr getätigt werden, lassen sich Unannehmlichkeiten für die Anwohner durch Lärm- und Staubbelästigungen nicht ausschließen. Das Gemeindeoberhaupt freute sich aber darüber, dass bisher keine Beschwerden zu verzeichnen waren.

Aufgrund der Gleiserneuerung ist die Bahnstrecke von Kirchenlaibach nach Marktredwitz komplett gesperrt, die Züge werden durch Busse heimischer Busunternehmen ersetzt. Über Änderungen im Fahrplan können sich die Fahrgäste im Internet oder über eine App auf dem Smartphone informieren.

Wie in der Telefonkonferenz zum Ausdruck gebracht wurde, sollen die Bauarbeiten entlang der 29 Kilometer langen Gleisstrecke planmäßig zum 22. August abgeschlossen sein.

Daran anschließend werde man modernisierte Bahnanlagen vorfinden, auf denen die Züge auch künftig sicher und reibungslos verkehren werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn.

Lärm und Staub

Hier geht's zum Artikel über den Umbau des Bahnhofsgebäudes Neusorg

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