22.05.2019 - 11:26 Uhr
NeusorgOberpfalz

Kondition und fester Glaube

„Das Wetter muss besser werden“, sagt Günther Kuhbandner. Sein Reisegepäck hat er in zwei Satteltaschen seines Fahrrads verstaut. „Ich nehme nur ein Minimum mit", sagt der 54-Jährige in der Hoffnung auf blauen Himmel zum Wochenende.

Günther Kuhbandner
von Bernhard KreuzerProfil
Günther Kuhbandner

Mit Muskelkraft und ohne elektronische Unterstützung will sich Kuhbandner am Sonntag nach dem Kirchenbesuch in Riglasreuth auf dem Weg machen. Sein Ziel ist der Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Spanien. Rund 2500 Kilometer wird er kräftig kurbeln müssen. Ein paar Ersatzteile wie zwei Schläuche, Bremsklötze und eine Kette als Verschleißteil hat er dabei auf dem Jakobsweg. Wenn alles gut verläuft, kann er zwischen dem 25. und 27. Juni wieder nach Hause fliegen. Das Rad wird auf dem Postweg nachfolgen. Allerdings: „Ich muss erst mal runterkommen.“

Auf dem ersten Blick erweckt Günther Kuhbandner nicht den Eindruck eines Radsportprofis. Aber er ist schon auf Schusters Rappen von seinem Heimatort nach Altötting gelaufen, hat viele Wallfahrten zu Fuß hinter sich oder lange Radtouren.

In seiner Planung der Radwallfahrt hat er tägliche Etappen von 100 Kilometern gesetzt. Jeder Kilometer mehr verschafft irgendwann einen Ruhetag, sagt er. 150 Kilometer hat sich Günther Kuhbandner für den ersten Tag vorgenommen. In Ravensburg will er mit seinen "Spezln" Vatertag feiern. Doch die "Spezln" sind motorisiert unterwegs. Weiter geht es am Samstag, 1. Juni, nach Lindau und dann durch die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Sein Zwischenziel ist Lourdes. Mit seiner Radwallfahrt erfüllt sich der Neusorger einen seit Jahren gehegten Wunsch. Er will auf der Fahrt in keinen Luxushotels übernachten. "Am besten privat", sagt er, und „ich will ein paar Wochen Ruhe haben, einfach vom Alltag und der Arbeit abschalten“. Mit nach Hause bringen will er die Pilgerurkunde aus Santiago de Compostela. Den ersten Stempel seinem Pilgerpass erhält er vom Pfarramt Neusorg. Es ist der Startstempel.

Am Sonntag nach der 8-Uhr-Messe in Riglasreuth werden Günter Kuhbandner Freunde auf den ersten Kilometern zum Abschied begleiten und gute Fahrt wünschen. Zum Aufwärmen geht es gleich den Berg hoch nach Wernersreuth und dann immer Richtung Pyrenäen.

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