25.02.2020 - 17:18 Uhr
NeusorgOberpfalz

Wissenschaft statt Wahlkampf

Alexander Herzner, Master of Science und Lehrbeauftragter an der OTH Amberg-Weiden sprach vor großem Publikum über das Thema „Gemeindepolitik im Wandel – Pragmatische Ansätze und Antworten statt Mythen und Ideologie“.

Im Beisein von CSU-Vorsitzenden Johannes Koller (von links) überreichte Bürgermeisterkandidat Oliver Becher an Referenten M. Sc. Alexander Herzner zum Dank für dessen interessanten Vortrag eine Flasche Rotwein. Mit im Bild Neusorgs zweiter Bürgermeister Dr. Günther Fütterer.
von Autor ÖTProfil

Dem CSU-Ortsverband war es gelungen, einen hochkarätigen Referenten an Land zu ziehen. In seinem mit Lichtbildern untermalten Vortrag betonte er, in der Sache habe die Umweltaktivistin Greta Thunberg Recht. Der Planet Erde sei an seiner Belastungsgrenze angelangt. Hier griff er das Ozonloch, den Stickstoffkreislauf, das Artensterben und die Klimakrise auf. Es sei jedoch noch nicht zu spät und es könne etwas für die Umwelt getan werden. Beispielsweise erhole sich das Ozonloch seit dem FCKW-Verbot.

Klimawandel habe es schon immer gegeben, erklärte der Wissenschaftler. Jedoch war dieser in der Vergangenheit nur punktuell und nicht in dem heutigen Ausmaß. Dieser geschah auch nicht so schnell und wurde nur durch einschneidende Vorkommnisse wie Vulkanausbrüche hervorgerufen. Der Klimawandel der letzten 50 Jahre erfolgte wesentlich schneller. In sechs Metastudien kamen Wissenschaftler bei 11 944 Publikationen zu dem Ergebnis, dass zu 97 Prozent menschlicher Einfluss dazu geführt habe.

Der Frage, ob die Sonne am Klimawandel schuld sei, widersprach Herzner mit einem Schaubild auf dem mit Kurven die abnehmenden Sonneneruptionen, aber steigende Temperaturen dargestellt waren. Er sprach auch den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in den vergangenen 800 000 Jahren an. Bohrkerne im Eis bewiesen, dass nur in den letzten 50 Jahren ein starker Anstieg zu verzeichnen sei. Den Anstieg der Erderwärmung im letzten Jahrhundert machte er mit Grafiken deutlich.

Artensterben, Versauerung der Ozeane, überhöhter Fischfang, Abholzen von Regenwäldern und die Plastikverschmutzung der Meere nehmen zu, hob der Referent hervor. Letzteres belegte er mit einem kurzen Film von den Midway-Inseln im Nord-Pazifik - rund 2 000 Kilometer vom Festland entfernt liegend. Darin zu sehen waren eindrucksvolle und nachdenklich stimmende Bilder von verendeten Vögeln, in deren Mägen sich Unmengen von Plastikabfällen befanden.

Unter dem Stichpunkt „Agenda 2030“ sprach Alexander Herzner die von den Vereinten Nationen geforderten 17 Nachhaltigkeitsziele an, die von keiner Armut über Bildung und sauberes Wasser sowie Frieden und Gerechtigkeit bis hin zu Partnerschaften zur Erfüllung der Ziele reichen.

Der Referent empfahl, großes Abfallaufkommen zu vermeiden und zu versuchen, diese Stoffe der Wiederverwertung zuzuführen. Ebenso riet er Synergien zu nutzen und defekte Geräte nicht sofort wegzuwerfen, sondern zu reparieren. Dies spare Rohstoffe. Dazu warf er auch die CO2-Steuer, Tempolimit, Fleischverzicht und Flugsteuer mit in die Waagschale. Jeder hinterlasse seinen ökologischen Fußabdruck. Deshalb gelte es, bereits beim Kauf von Waren sinnvoll abzuwägen.

Zum Ende seiner Ausführungen erinnerte der Redner an den Artikel 151 der Bayerischen Verfassung und an den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“. Diesem zufolge sollten alle dem Gemeinwohl dienen und keinen Nutzen daraus maximieren.

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