28.07.2020 - 12:15 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

"Kinder das wertvollste Kapital": Diakonieverein mahnt Erweiterungsbau an

Die Corona-Pandemie ist auch für den Diakonieverein und das von ihm getragene "Haus der kleinen Füße" eine Herausforderung. Das wird in der Jahreshauptversammlung deutlich. Nächste große Aufgabe ist ein Erweiterungsbau fürs Kinderhaus.

Pfarrer Hartmut Klausfelder als Vorsitzender berichtet in einem ausführlichen Rückblick von den Ereignissen des vergangenen Jahres und von den finanziellen Aufgaben des Diakonievereins.
von C. & W. RupprechtProfil

Der Diakonieverein hatte zur nachgeholten Jahreshauptversammlung ins evangelische Gemeindehaus geladen. Pfarrer Hartmut Klausfelder begrüßte dort in seiner Eigenschaft als Vorsitzender neben den Mitgliedern das Kindergartenteam und den Elternbeirat sowie zweiten Bürgermeister Helmut Schäffler, der Bürgermeister Wolfgang Haberberger vertrat.

Nach einigen Hygienehinweisen für den Ablauf der Sitzung begann Klausfelder mit seinem Bericht und Jahresrückblick. Er stellte beides unter das Motto der Tageslosung: „Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser.“ „Auch Jesus spricht: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten“: Mit diesen alt- und neutestamentlichen Aussagen spannte der Pfarrer den Bogen zu elementaren Bedürfnissen. Nicht nur Wasser sei lebenswichtig. Die Menschen hätten auch einen Lebensdurst, einen Durst nach Glück und einem erfüllten Leben.

Dass dies jedem Menschen angedeihen könne, darum kümmere sich der Diakonieverein, erklärte der Vorsitzende. In Neustadt am Kulm ist der Verein auch Träger der örtlichen Kindertagesstätte, dem „Haus der kleinen Füße“. Klausfelder verwies auf die Bedürfnisse der Mädchen und Buben nach Geborgenheit, Liebe, Orientierung und Lernen im ganzheitlichen Sinn, nach Glaube und Hoffnung und vielem mehr. Er sah aber auch die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen. Diese bräuchten Bestätigung, Wertschätzung und auch Erfolgserlebnisse sowie Ansprechpartner.

Vieles gab es aus dem vergangenen Jahr zu berichten. Das Vereinsjubiläum wurde im Herbst mit verschiedenen Veranstaltungen würdig gefeiert. Auch aus dem Kindergarten gab es Neues. Seit Dezember gibt es dort eine eigene Köchin. Das selbsttragende Konzept für das Kindergartenessen sei durch den Corona-Lockdown leider durcheinandergewirbelt worden, merkte Klausfelder an. Ein eventuelles Defizit müsse vom Verein zu 100 Prozent selbst getragen werden. Eine intensive Zeit mit Anpassungen an die stets neuen Regeln und Finden der besten Lösungen in Corona-Zeiten schloss sich an.

Der Vorsitzende informierte dann über Weiterbildungsmaßnahmen des Personals. Es habe mehrfach Personalwechsel gegeben; die neuen Kolleginnen stellte Klausfelder gleich vor.

Der Kindergarten sei nach wie vor sehr gut ausgelastet, teilte er mit. Die Gesundheitsvorschriften und Hygienemaßnahmen der Regierung seien umgesetzt worden. Deshalb habe der Turnraum zu einem zusätzlichen Gruppenraum umfunktioniert werden müssen. Die dringend nötige Erweiterung des Kinderhauses werde schmerzlich vermisst. Die Kirchengemeinde habe im Herbst bereits das unbebaute Nachbargrundstück erworben und dem Diakonieverein zur Nutzung überlassen.

Die Gespräche mit der Stadtverwaltung bezüglich eines Erweiterungsbaus sollen wieder aufgenommen werden. „In Kooperation mit der Stadt müssen wir nun verstärkt Wege der Finanzierung finden, damit nicht nur die Ausflügler von nah und fern auf dem Rauhen Kulm ansprechende Räumlichkeiten vorfinden, sondern auch unsere Kinder, das wertvollste Kapital, das wir am Ort und in der Region haben“, appellierte Klausfelder an die anwesenden Vertreter der Stadtverwaltung.

Am Schluss dankte er dem Kindergartenpersonal. Der langjährigen Leiterin Sieglinde Hartmann widmete er einen Vers von Joachim Neander und erinnerte damit an ihr 30-jähriges Dienstjubiläum, das sie im September 2019 begangen hatte. Schließlich erbat der Vorsitzende den Segen für die Stadt, den Diakonieverein und alle im „Haus der kleinen Füße“.

Kassier Konrad Schäffler konnte viele positive Informationen vermelden. Er las auch den Bericht der Wirtschaftsprüferin vor, der keine Einwendungen enthielt. Vielmehr bestätigte diese die Einhaltung aller Regeln und gesetzlichen Vorgaben und sahtkeine Risiken für die Fortführung des Vereins.

Schäffler stellte auch die Gewinn-Verlust-Rechnung vor. Wegen der Verzögerung der Jahreshauptversammlung lag die Jahresrechnung für 2019 bereits vor. Wie schon in den vergangenen Jahren fiel das Betriebskostendefizit wesentlich geringer aus, als im Haushalt eingeplant war. So können an die Stadt Neustadt am Kulm über 42.000 Euro zurücküberwiesen werden.

Zweiter Bürgermeister Helmut Schäffler bezeichnete den Kindergarten des Diakonievereins als Aushängeschild von Neustadt am Kulm. Er und viele seiner Stadtratskollegen sähen das Haushaltsdefizit als gut angelegtes Geld für die Kinder und die Zukunft. Er könne zusagen, dass die Kommune sich weiterhin am Haushaltsdefizit beteiligen werde und das Kinderhaus auch in Zukunft fördern und unterstützen werde.

Offenbar hatte der wiedergewählte Vorstand bisher das richtige Gefühl für die Themen, die im Diakonieverein anstehen: Es gab keine Wünsche und Anträge.

Zweiter Bürgermeister Helmut Schäffler überbringt die Grüße der Stadt Neustadt am Kulm und bezeichnet dabei den Kindergarten als Aushängeschild des Ortes.

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