Horst Eckert, gefeierter und vielfach ausgezeichneter Krimiautor, startete am Dienstag in Neustadt am Kulm seine Lesereise durch die Oberpfalz. Der charismatische Autor und ehemalige Journalist, sowie studierter Politologe hatte kaum zu lesen begonnen, schon hatte er sein Publikum in die neue Geschichte um die Praktikantin Carla Bergmann eingesogen und die Gäste hingen an seinen Lippen. Es fiel nicht schwer, die Sprünge zum nächsten Kapitel mitzugehen, da Eckert gekonnt mit seinen Erklärungen zum nächsten Abschnitt überleitete und es ihm stets gelang, die Spannung aufrecht zu erhalten. Viel Bewunderung erfuhr er auch für das geschickte Jonglieren mit der eigenen Stimme, um die Hauptfiguren gut unterschiedlich darstellen zu können.
Aus der Sicht einer Journalistin
Erstmalig schreibt er aus der Sicht einer Journalistin. Der Autor erklärte, dass er bislang nur Figuren Leben einhauchte, für die er auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnte. Für seine langjährige Romanfigur Max Bauer, Ermittler bei der Polizei, griff er auf reelle Eindrücke zurück, die er für einen Bericht als Journalist erworben hatte, als er sowohl eine Polizeistreife, als auch Kripobeamte begleiten durfte.
Doch in seinem neuen, dem 21. Politthriller, „Die Praktikantin“ bewegt er das dem Publikum mit einer Geschichte um Korruption und Vertuschung - mittendrin eine engagierte Journalistin, die sich nichts um die Grenzen und Einflussnahme auf den Journalismus schert, sondern sich mutig an die Aufdeckung von Ungereimtheiten und Blockaden wagt. Wie immer ist der Roman an tatsächliche weltpolitische Geschehnisse, wie den Konflikt zwischen Ukraine und Russland, angelehnt. Eckert entwickelte jedoch eine völlig neue, frei erfundene Geschichte. Fans der bisherigen Leitfiguren Max Bauer und Kollegen werden ihre Helden auch im neuen Buch wiederfinden.
Sprache hat sich verändert
Nach dem gefeierten Vortrag wollte das Publikum noch mehr über seine Arbeit als Autor wissen. Die Frage nach dem Werdegang eines Buches und dem Lektorat stand an erster Stelle. Eckert verriet, dass er mehrere Monate braucht, bis das Grundgerüst für die Geschichte steht. Es sei ihm wichtig, dass er auch das Ende des Romans bereits kennt. „Meistens lasse ich mich dann beim Schreiben von meiner Figur leiten. Früher hatte ich bereits jedes Kapitel der Geschichte grob vorbereitet, um dann mitten im Buch festzustellen, dass bestimmte Ideen nicht mehr zur Romanfigur passen.“ Ja, die Art des Schreibens habe sich in den letzten 31 Jahren seines Autorendaseins auch verändert, antwortete er auf die Frage eines Zuhörers. „Die Sprache hat sich verändert und ich verwende nun kürzere Sätze. Ich verzichte auf Zwischenkapitel, die den politischen Hintergrund erklären.“ Wer Eckert am Dienstag verpasst hat, hat am Sonntag, 19. April, eine weitere Gelegenheit, ihn in Pressath zu hören. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr im Café Locke.















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