31.07.2020 - 10:40 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Lob für und vom Kinderhaus Neustadt am Kulm

Viele Änderungen beim Personal gibt Pfarrer Hartmut Klausfelder in der Jahreshauptversammlung des Diakonievereins Neustadt am Kulm bekannt. Kinderhausleiterin Daniela Preißinger dankt für die Unterstützung in unruhiger Zeit.

Birgit Pinzer bekocht seit 1. Dezember die Kinder täglich mit frischen Gerichten.
von C. & W. RupprechtProfil

In Neustadt am Kulm ist, wie in vielen evangelisch geprägten Gemeinden, der Diakonieverein der Träger des Kindergartens. Das „Haus der kleinen Füße“ bietet jedoch auch den Kleinsten – in der Krippe – und den Schulkindern Betreuungsmöglichkeiten an.

Vorsitzender Pfarrer Hartmut Klausfelder stellte in der Jahreshauptversammlung des Diakonievereins seinen Rückblick unter das Motto „Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser". Damit meinte er, dass jeder Bedürfnisse zum Leben habe: die Mädchen und Buben, aber auch die Mitarbeiterinnen des Kinderhauses. Die Kleinsten sehnten sich nach Geborgenheit, die älteren Kinder nach Orientierung und Wissen, nach Leben im ganzheitlichen Sinn. Doch sie alle sehnten sich nach Anerkennung und Liebe, erklärte Klausfelder. Und die Eltern sehnten sich nach Unterstützung und Rat durch die kompetenten Mitarbeiterinnen des Kinderhauses.

Der Pfarrer stellte Neuerungen im Kinderhaus vor. So wurde im Herbst 2019 in der Krippe die selbst zubereitete Brotzeit eingeführt, die zur gesunden Ernährung beiträgt. Seit 1. Dezember beschäftigt das Kinderhaus eine eigene Köchin. Damit sei ein langersehnter Traum des Vorstands in Erfüllung gegangen, erklärte der Vorsitzende. In Birgit Pinzer sei eine erfahrene Kraft für die Küche gewonnen worden. Dieses Angebot sollte sich durch die Essensbeiträge der Eltern selbst finanzieren und für die politische Gemeinde kostenneutral bleiben: „Der Corona-Lockdown hat dieses Konzept kräftig durcheinandergewirbelt. Ein Defizit muss vom Verein selbst getragen werden“, teilte Klausfelder mit.

Besonders in der unruhigen Zeit der Corona-Pandemie habe es gegolten, oft täglich zu reagieren. Mit dem Betretungsverbot für die Kindergärten mussten viele Ängste und Fragen von Eltern und Personal mitgetragen werden. Zum Glück sei der Staat eingesprungen, der die Gehälter des Personals abgesichert und einen Großteil der Elternbeiträge rückerstattet habe, merkte der Pfarrer an.

Auch beim Team des Kinderhauses gab es Veränderungen. Bereits seit Juli 2019 ist Heilerziehungspflegerin Julia Riedel aus Kulmain als Teilzeitkraft tätig. Die Einstellung einer zusätzlichen Kinderpflegerin zum Jahresbeginn sei im letzten Moment gescheitert, berichtete der Vorsitzende. Aufgrund verschiedener Krankheitsfälle sei es personell sehr eng geworden. Zum Glück sei Sybille Glückschalt kurzfristig im Gruppendienst als Aushilfe eingesprungen. Auch mit Tamina Pühl, einer "ganz zuverlässigen Erzieher-Praktikantin", so Klausfelder, habe das Personalloch überbrückt werden können. Er bedankte sich bei beiden Frauen auf das Herzlichste.

Seit März kehrte die bewährte Erzieherin Natali Lautner aus dem Krankenstand zurück, und mit Tatjana Fries aus Speichersdorf wurde die offene Stelle der Kinderpflegerin besetzt. Praktikantin Natali Götz und die "wertvolle pädagogische Feuerwehr“ Daniela Gößl sind seit Herbst 2019 nicht mehr in der Einrichtung.

Eigentlich ein freudiges Ereignis habe dann wieder neue personelle Fragen mit sich gebracht, sagte der Pfarrer: Leiterin Maria Grabenbauer ist schwanger und fällt aus diesem Grund für geraume Zeit aus. Denn üblicherweise bekommen schwangere Mitarbeiterinnen wegen des Gesundheitsschutzes meist sofort ein Arbeitsverbot ausgesprochen. Klausfelder dankte Grabenbauer für ihren Einsatz im Kinderhaus und verabschiedete sie mit einem kleinen Geschenk. Glücklicherweise übernehme Daniela Preißinger, die zweite der beiden Leiterinnen, künftig die Leitung alleine und habe ihren Arbeitsvertrag auf Vollzeit erhöht, informierte Klausfelder.

Zum Ende des Kindergartenjahres wird Praktikantin Tamina Pühl nach Speichersdorf wechseln. Überraschend ist der Weggang von Sybille Glückschalt, die eine Ausbildung zur Kinderpflegerin beginnt. Den Worten des Pfarrers war zu entnehmen, dass der Diakonieverein Glückschalt nicht gerne verliert. Der Vorsitzende drückte aber auch seine Anerkennung für den Schritt nach Qualifizierung aus.

Sabine Wohlrab hat die Weiterbildung zur Elternbegleiterin erfolgreich abgeschlossen. Die Stelle der Sprachfachkraft wurde verlängert, so dass Christine Pühl auch weiterhin zum Team im "Haus der kleinen Füße" gehören wird. Als Hausmeister wird künftig Helmut Schäffler tätig sein.

Klausfelder wies auf die vielen positiven Erfahrungen im Kindergartenwald hin, denn die Mädchen und Buben liebten und bräuchten Bewegung. Der Kauf eines Klettergerüstes sei leider an den hohen Sicherheitsauflagen gescheitert, erläuterte er. Die Sandkastenfläche solle vergrößert werden, was sich nicht einfach gestalte. Es sei geplant, weitere Sonnensegel anzuschaffen, um mehr Schattenflächen bieten zu können.

Durch die Gesundheits- und Hygieneregeln im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Turnhalle zum zusätzlichen Gruppenraum umfunktioniert. Doch gerade dadurch sei deutlich geworden, dass das Gebäude des Kinderhauses für die vielen Mädchen und Buben eigentlich zu klein geworden sei, sagte der Pfarrer. Die evangelische Kirchengemeinde habe deshalb schon im Herbst das unbebaute Grundstück nebenan gekauft und dem Kinderhaus zur Nutzung überlassen. Klausfelder sprach den Willen und die Hoffnung auf ein partnerschaftliches Miteinander und gute Gespräche mit der Stadtverwaltung aus, um eine Erweiterung der Einrichtung endlich in Angriff nehmen zu können.

Doch auch das Kinderhaus-Personal kam zu Wort. Leiterin Daniela Preißinger dankte dem Vorstand des Diakonievereins für die offenen Ohren in allen Belangen und die tatkräftige Unterstützung, nicht nur im Corona-Lockdown. Sie lobte insbesondere, dass der Diakonieverein als Träger stets an der Qualitätsverbesserung interessiert sei und Neues wage, wie bei der Einstellung einer Köchin.

Anja Presterle, die Vorsitzende des Elternbeirats, berichtete von schönen Aktionen, wie dem Adventskranz-Binden. Leider fiel das Schlittenfahren dem Schneemangel zum Opfer. Viele weitere Aktionen – wie der Tag der offenen Tür, die Wanderung zum Bauernhof Ziegler nach Lämmershof und das Sommerfest Ende Juni – konnten wegen der aktuellen Corona-Lage nicht realisiert werden. Presterle bedauerte das ausdrücklich, kündigte jedoch an, diese Ideen im neuen Kindergartenjahr realisieren zu wollen. Sie dankte der Belegschaft, die im Lockdown immer wieder den Kontakt zu den Kleinen gesucht habe, ob per Brief, Telefon oder mit einer Vorlesegeschichte. „Die Eltern haben sich auch gesorgt, wie es dem Personal im leeren Haus geht“, betonte sie.

Für Schmunzeln und Heiterkeit sorgte dann ein Interview, das Lisa Speth und Sabrina Wohlrab mit Kindern aller Altersstufen geführt hatten. Dabei wurde gefragt, was den Mädchen und Buben besonders gut gefällt und was sie sich wünschen. Und es kamen erstaunlich konkrete Wünsche zu Tage: Ein Tischtennisraum und eine Teeküche mit "gaaanz" vielen Teebeuteln wurden genannt, aber auch Haustiere im Kindergarten, eine Küche im Wald und eine zweite Werkstatt dort mit echten Sägen, Arbeitskleidung und Helm. Für den Garten wünschen sich die Kinder eine Küche aus Paletten. Dem neuen Vorstand des Diakonievereins geht also die Arbeit auch in der neuen Amtsperiode nicht aus.

Das neue Team des Kinderhauses war fast vollständig anwesend: (von links) Leiterin Daniela Preißinger, Sybille Glückschalt, Tatjana Fries, Lisa Speth, Sabrina Wohlrab, Köchin Birgit Pinzer und Julia Riedel.
Pfarrer Hartmut Klausfelder verabschiedet Kindergartenleiterin Maria Grabenbauer in den Mutterschutz.
Ein herzerfrischendes Interview hatten Lisa Speth und Sabrina Wohlrab mit den Mädchen und Buben des Kinderhauses geführt.
Anja Presterle bedauert, dass viele vorbereitete Aktionen wegen der Corona-Pandemie nicht durchführbar sind.

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