26.03.2020 - 10:20 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Marktplatzsanierung Neustadt am Kulm: Die ersten Meter Rohre sind verlegt

Auch das Coronavirus kann die Marktplatzsanierung in der Kulmstadt nicht bremsen. Nach dem Ausbaggern des Regenrückhaltebeckens hat die Baufirma jetzt mit der Kanaltrasse begonnen.

Ideales Wetter hat momentan die Baufirma für die Erdarbeiten. Die bereits verlegten Rohre der Haupttrasse mit einem Maximal-Durchmesser von 700 Millimeter enden im neu erbauten Regenrückhaltebecken.
von Autor OWProfil

In der Januarsitzung hatte der Stadtrat als erste Maßnahme der Marktplatzsanierung die Kanalarbeiten zur Oberflächenentwässerung des Marktplatzes an die Firma Bauer aus Walschleben in Thüringen vergeben. Vor drei Wochen wurde mit dem offiziellen Spatenstich das Projekt begonnen, seit zwei Wochen ist der Marktplatz für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur Anlieger dürfen die riesige Baustelle befahren. Die Zufahrt zur Arztpraxis ist gewährleistet. Gefahren werden kann nur im Schritttempo, da der Asphalt der Rohrtrassen bereits abgefräst wurde. Für eine bessere Befahrbarkeit hat die Baufirma das Fräsgut provisorisch wieder verdichtet. Sichtbar sind die beiden Hauptachsen entlang der Straße auf der Sommer- und der Winterseite. Von diesen wurden die Anschlüsse für die Fallrohre der Häuser und für die Straßenentwässerung ebenfalls schon gefräst.

Rege Bautätigkeit herrscht am Bobühl südlich der Stadtmauer. Ein riesiger Bagger hat dort bereits das Regenrückhaltebecken ausgehoben. Dadurch soll verhindert werden, dass bei Starkregen die nachfolgenden Gräben und der Dorfweiher in Filchendorf überlastet werden. Vom etwa 570 Kubikmeter fassenden Becken werden dann über eine Drosselstufe nur 35 Liter pro Sekunde abgeleitet. Die ersten Meter der Kanalhaupttrasse vom Regenrückhaltebecken bis kurz vor die Gärten bei der südlichen Stadtmauer sind auch schon verlegt.

Über Rohre mit einem Durchmesser von 700 Millimeter fließt dort das Regenwasser vom Marktplatz über die Holleslohe zum neuen Regenrückhaltebecken. Am Marktplatz teilt sich die Trasse. Hier wird entlang der Sommer- und der Winterseite ein Kanal mit einem Durchmesser von 300 beziehungsweise 400 Millimeter verlegt. Bis zum Wochenende will sich die Baufirma bis zur Holleslohe vorgearbeitet haben. In zwei bis drei Wochen wird dann am Marktplatz gebaggert. An dieser Stelle soll zunächst an der Trasse in Richtung Sommerseite gearbeitet werden.

Bis jetzt wurden noch keine unüberwindbaren „Überraschungen“ gefunden, berichtete Bürgermeister Wolfgang Haberberger. Wegen der Bombardierung der Kulmstadt Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Trassen bereits von einer Kampfmittelerkundungsfirma auf Blindgänger abgesucht. Untersucht werden auch Bodendenkmäler, so zum Beispiel der Bereich beim Stadtmauerdurchbruch in der Holleslohe. Deshalb begleitet ein Archäologe die Erdarbeiten. „Früher befand sich direkt hinter der Stadtmauer, dort wo jetzt die Gärten sind, ein zwei bis drei Meter tiefer Graben“, wusste Anwohner Alfred Schurig. In diesem Bereich muss die Stadtmauer noch um einiges tiefer liegen als der ehemalige Graben. Bei den nächsten Schürfungen können genauere Angaben zur Mauer gemacht werden.

Der Kulmstädter Marktplatz ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Baustelle darf nur von Anliegern befahren werden. Eine Umleitung besteht über Speinshart und Oberbibrach. Die Zufahrt zur Arztpraxis ist aber frei.
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