Was letztes Jahr noch ein Experiment war, galt heuer schon als Geheimtipp. Die Rede ist vom Liederabend im Pfarrgarten in Neustadt am Kulm. Mit rund 80 Gästen war der Platz vor der Bühne schon fast ausgefüllt. Das Ensemble hatte viele bekannte Melodien aus Film, Fernsehen, Musicals und Operette zu bieten. Auch altes Liedgut war dabei. Im ersten Teil des Abends wurden romantische Melodien geboten, im zweiten Teil waren einige freche Arrangements dabei.Die Interpreten überzeugten sowohl im Sologesang, als auch als Duett. Besonders beschwingt und mitreißend waren die Auftritte des gesamten Ensembles.
Marion Klausfelder, die Jüngste in der Runde überzeugte mit kräftiger Stimme bis in alle hohen Töne. Erste choreographische Versuche gaben den Vorträgen die passende Leichtigkeit. Es war schön miterleben zu können, wie hervorragend sich diese junge Sängerin entwickelt. Gleich zu Anfang mit „Il Barcaiolo“ von G. Donizetti bewies sie mit sicherer Ausstrahlung ihr neues Können, nachdem sie den Gästen die Geschichte des italienischen Liedes verdeutlicht hatte.Gleich darauf ließen Irmgard Seemann (Alt) und Evi Haberberger (Sopran) das „Blumenduett“ von L. Delibes an den Zuhörern in herrlicher Harmonie vorüberziehen. Dies war nicht die einzige bekannte Melodie des Abends. Evi Haberberger, die neben Hartmut Klausfelder auch ihre Kollegen/Kolleginnen am Klavier begleitete, zog die Zuhörer mit ihrer warmen Stimme, dem perfekten Gesang und der stets passend untermalenden Mimik und Gestik in den Bann. Es gelang ihr stets dem Vortrag eine gewisse Leichtigkeit zu geben.
Auch Irmgard Seemann erfreute wieder mit ihrer samtigen dunklen Stimme. Sowohl im Duett als auch im Sologesang verführte sie zum Träumen. Neckisch und ernst zugleich interpretierte sie mit Marius Pöhnlein das Stück „Ist es Liebe?“ aus dem Musical „Anatevka“ von Jerry Bock. Doch auch der Solovortrag der „Moonlight Serenade“ wurde mit viel Applaus bedacht.Tobias Gesell (Tenor) schenkte den Gästen ein wunderbares „La Seduzione“ von G. Verdi. Auch dieser junge Sänger ist gewachsen in Ausdruck und Kraft der Stimme, wusste die Zuhörer unverkrampft mit seiner Stimme mitzureißen.
Bass Marius Pöhnlein brachte zusammen mit Marion Klausfelder (Sopran) die Zuhörer zum Schmunzeln, als beide „Heiteres Duett der zwei Katzen“ von G. Rossini darstellten. Seiner weichen Bassstimme könnte man immerzu zuhören. Dazu kommt sein schauspielerisches Talent. Dies ist ein Mann für die Bühne!
Es war ein gelungener Abend und die Zuhörer geizten nicht mit Applaus. Herrlich waren die Auftritte des gesamten Ensembles. „Wien, Wien, nur du allein!“ oder „Paradies Foxtrott“ lösten wippende Füße aus. Nur mit Mühe konnte man sich oftmals das Mitsingen verbieten. Ohne die Zugabe „Im Prater blüh´n wieder die Bäume“ ließen sie die Interpreten nicht gehen. Der zauberhafte Abend in zauberhafter Sommerstimmung klang bei Sekt und Häppchen auf der Terrasse aus.



















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