Im September 2025 hatten sich die Akteure des neuen Kulmtheaters zusammengesetzt, um die Theatertradition in Neustadt am Kulm wiederzubeleben. Mutig wagten sie es sogar, ein eigenes Theaterstück zu schreiben. Und es hat sich gelohnt: Bei der Premiere von „Dou kummst in Deifelskichn!“ blieb kein Auge trocken. Den Autoren Nadine Walberer, Fabian Gebhardt und Philipp Kassel gelang es wunderbar, aktuelle Themen des Alltags mit den Herausforderungen der Politik und der Kirche als zentrales Element im Ort zu verbinden. Sie verwebten diese mit den Irrungen und Wirrungen verschiedener Zufälle. Dabei kamen Klischees und alte Rivalitäten zwischen Neustadt am Kulm und den umliegenden Dörfern zum Tragen, ebenso wie eine gewisse Spießigkeit der Bürger, die nichts Neues im Ort dulden wollen.
Nicht nur das Stück selbst war hervorragend erdacht, sondern auch die Darbietung war gekonnt organisiert und umgesetzt. Wolfgang Siegel und Armin Pscherer waren für die Technik verantwortlich und ließen als Gong die originalen Neustädter Kirchenglocken erklingen. Anja Kroher kümmerte sich um die Maske, während Tanja Seifert als Souffleuse agierte. Das beeindruckende Bühnenbild, das das Schulhaus und die Kirchenmauer zeigte, entstand durch Udo Wenzel, Natalie Scharf und Walter Schindler. Die Songtexte stammten aus der Feder von Philipp Kassel.
Darum geht es im Stück
Bereits die Begrüßung sorgte für Heiterkeit: Die hochdeutsche Ansage wurde in Mundart übersetzt. Die 15 Akteure bereiteten den 200 Gästen im ausverkauften Saal einen wunderbaren Abend mit herrlicher Mimik und Komik.
Ein fehlgeleiteter Briefumschlag mit brisantem Inhalt sorgt im Ort für Gerüchte: Das Schulhaus soll verkauft werden; angeblich soll daraus ein Freudenhaus entstehen – direkt neben der Kirche! Doch der Pfarrer (Herrmann Brendel) bleibt gelassen. Seine Köchin Bärbel (Jasmin Reinke) will ihn stets beschützen, was jedoch die drei Ratschkathln Inge (Melanie Dollhopf), Martina (Natalie Scharf) und Sabine (Pia Porsch) nicht davon abhält, die Neuigkeit überall zu verbreiten. Dies bringt den Bürgermeister (Udo Wenzel) ausgerechnet im Interview mit dem Radioreporter Roller (Philipp Kassel) in Bedrängnis, als ihm einige Bürger einen Denkzettel für seine politischen Alleingänge verpassen wollen.
Dabei kommen sich Julia (Eva Hübner), Angestellte im Schulhaus, und Toni (Fabian Gebhardt) aus dem Ort näher. Resi (Evi Sloot) aus dem Nachbardorf Filchendorf liefert ihre Waren nach Neustadt – einem ladenlosen Ort – und nimmt natürlich alle Neuigkeiten mit. Nicht ganz unschuldig an der Misere ist der schludrige Postbote Hugo (Michael Kausler) mit seiner Henne Marianne.
Trockener Humor
Eine tragende Rolle schien Claudia Seitz auf den Leib geschrieben zu sein: Sie spielte ausdrucksstark Elvira, die ortsbekannte Frau für alle Männerherzen. Mit Mimik, Gestik sowie Tanz und Gesang mimte sie ein leichtes Mädchen von Neustadt am Kulm – immer wieder sorgte sie für wahre Lachsalven.
Manuel Siegel als Franz und Hannes Burucker als Ludwig brachten schließlich den Stein der Irrungen ins Rollen: Ihre Heimlichtuerei sowie Nutzung medialer Kanäle verbreiteten das Missverständnis um das amouröse Etablissement weiter.
Der trockene Humor sowie schlagfertige Dialoge gepaart mit manchem hintergründigen Witz – gerade für Einheimische verständlich – sorgten trotz reiner Fiktion immer wieder für Heiterkeit. In den Pausen wurden Gäste bestens durch SpVgg Neustadt am Kulm versorgt.
Am Ende ernteten Darsteller stehenden Applaus vom Publikum! Initiatorin und Regisseurin Nadine Walberer erhielt von ihren Theaterkollegen zum Dank ein blumiges Präsent. Auch weitere drei Aufführungen sind bereits restlos ausverkauft gewesen.





















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