30.01.2020 - 14:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Ambulanter Hospizdienst Weiden-Neustadt/WN gründet "Löwenherz"-Gruppe

In Familien mit schwerstkranken Angehörigen leiden oftmals die Kinder am meisten unter der belastenden Situation. Sie brauchen besonders viel Liebe und Zuwendung. Mit der „Löwenherz“-Gruppe der Malteser gibt es bald ein neues Hilfsangebot.

In Familien mit schwerkranken Angehörigen leiden Kinder oft besonders unter der Situation. Aktionen wie gemeinsames Kochen oder Spielen in der "Löwenherz"-Gruppe bringen sie auf andere Gedanken.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

In der nördlichen Oberpfalz dürfte das neue Angebot einmalig sein. Der Ambulante Hospizdienst Weiden-Neustadt/WN der Malteser gründet in den nächsten Wochen die Gruppe „Löwenherz“. Sie begleitet Kinder und Jugendliche von schwerkranken Familienmitgliedern mit verkürzter Lebenszeit. „Ich weiß von ähnlichen Gruppen im Nürnberger Raum, aber hier in der Region gibt es das noch nicht“, sagt Elke Lauterbach, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst.

Hilfe für „Schattenkinder“

In der Hospizarbeit kümmerten sich die Helfer nicht nur um die Kranken, sondern beziehen auch die Angehörigen in die Betreuung mit ein. Vor allem Kinder und Jugendliche seien aber oftmals mit der häuslichen Ausnahmesituation überfordert, weiß Lauterbach. „Sie leiden oft im Stillen.“ Man spreche von sogenannten „Schattenkindern“, die nicht selten neben dem erkrankten Familienmitglied zurückstehen müssten.

Die neue Gruppe „Löwenherz“ will helfen. Extra geschulte Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes kümmern sich um die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. Beim gemeinsamen Kochen, Spielen oder Basteln würden den Kindern viel Aufmerksamkeit geschenkt. „Bei den Treffen, die es ein Mal im Monat geben soll, stehen sie im Mittelpunkt“, sagt die Hospizberaterin. „Die Kinder sollen an diesem Tag zumindest für einen Moment das familiäre Leid vergessen können. Sie sollen Liebe und Stärke erfahren – wie ein Löwenherz.“

Die Vorbereitungen für die neue Gruppe liefen bereits seit einem Jahr. Von den insgesamt 70 ehrenamtlichen Helfern im Ambulanten Hospizdienst werden 8 Mitarbeiter für die besondere Aufgabe weitergebildet. „Sie alle sind bereits ausgebildete Hospizbegleiter und werden nun in einem Aufbaukurs speziell in der Kinderhospizarbeit geschult. Dazu gehören unter anderem die Kommunikation mit Kindern, Trauerarbeit, das Führen von Konfliktgesprächen und die Geschwisterkinderarbeit“, erklärt Lauterbach. Für diese Aufgabe brauche es viel Erfahrung.

Infotag im März

Ende März findet ein erster Informationstag zu dem neuen Angebot in den Räumen des Hospizdienstes der Malteser (Felixallee 9) statt. Bis dahin seien noch ein paar Anschaffungen zu tätigen. „Eine Küche haben wir schon eingerichtet. Sie wird bei den Treffen mit den Kindern im Mittelpunkt stehen, wenn wir gemeinsam kochen oder backen. Einen Schrank brauchen wir auch noch, um zum Beispiel Spielsachen deponieren zu können“, sagt Lauterbach. Finanziert werde die Ausstattung sowie die Mitarbeiterqualifizierung aus Spendengeldern, „auf die wir angewiesen sind“.

Die Koordinatorin der Hospizarbeit freut sich, wenn ihre Arbeit in der Bevölkerung wahrgenommen wird. „Wir tragen den Hospizgedanken hinaus und wollen die Menschen unterstützen“, sagt sie.

Elke Lauterbach, Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst Weiden-Neustadt/WN

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