Neustadt an der Waldnaab
21.10.2018 - 17:39 Uhr

Angst vor Grippe? Jetzt ist Impfzeit

Noch scheint die Sonne. Doch sobald es kälter wird, droht die nächste Grippewelle. Damit sie in der Region nicht wieder so wütetet wie im letzten Winter, rät Dr. Johannes Weig vom Gesundheitsamt zur Impfung und informiert, wer dafür zahlt.

Vor allem Senioren und chronisch Kranken wird eine Impfung gegen Grippe empfohlen. Für sie kann der Virus zur ernsthaften gesundheitlichen Bedrohung werden. Bild: Franziska Gabbert/dpa
Vor allem Senioren und chronisch Kranken wird eine Impfung gegen Grippe empfohlen. Für sie kann der Virus zur ernsthaften gesundheitlichen Bedrohung werden.

"Ja, letztes Jahr hat's uns g'scheit erwischt", sagt Dr. Johannes Weig. Die Zahlen zeigen eindrücklich, wie massiv die Grippewelle in der vergangenen Saison Weiden und den Landkreis Neustadt im Griff hatte: 2059 bestätigte Fälle gab es beim Gesundheitsamt Neustadt-Weiden und damit knapp vier Mal mehr als in den Wintern zuvor. "Und die Dunkelziffer liegt weit höher, nicht jeder schleppt sich krank zum Arzt", warnt Weig. Eine Impfung kann schützen, weiß der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamts. Aber wann ist die beste Zeit dafür? "Die fängt jetzt an", weiß der Mediziner.

Denn die ersten Influenzafälle wurden vergangenes Jahr Ende Oktober gemeldet. "Und der Körper benötigt nach der Impfung zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz gegen eine Ansteckung aufgebaut hat."

Folglich empfiehlt Weig, jetzt einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren. Eventuell könne sich auch eine Nachfrage beim betriebsärztlichen Dienst lohnen. Kosten entstünden anders als im Vorjahr für den Impfwilligen so oder so nicht. Die Kassen zahlen nach der Grippewelle nun durchweg nicht nur den Drei-, sondern den Vierfach-Impfstoff. "Das heißt, die vier Grundviren werden nun vom Impfstoff erfasst." Allein schon wegen der schnell mutierenden Viren reicht es also nicht, irgendwann einmal gegen Grippe geimpft worden zu sein. "Der Stand der Wissenschaft ist, dass eine jährliche Impfung sinnvoll ist." Für jeden? "Ich denke, es ist besser geimpft zu sein", sagt Weig. Geradezu ein Muss sei der Pieks für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder solchen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben, für Schwangere, chronisch Kranke wie Diabetiker und für alle über 60 Jahre. Die Impfquote dieses gefährdeten Personenkreis liege mit knapp 50 Prozent deutschlandweit immer noch weit unter den Zielvorgaben der Europäischen Union von 75 Prozent, bedauert Weig. Speziell in der nördlichen Oberpfalz aber denkt der Mediziner: "Wir haben hier nicht die schlechtesten Impfzahlen."

Geimpft und gesund: So leicht sei es dann aber doch nicht. Zu viele andere Erreger, die virusgrippenähnliche Symptome auslösen, seien unterwegs. "Einen 100-prozentigen Schutz kriegt man aber bei keiner Impfung. Aber mit einer Impfung sinkt die Wahrscheinlichkeit stark, an einer Virusgrippe zu erkranken." Nun denn, Herr Weig: Sind Sie bereits geimpft? Der Impfstoff kam gerade an. Nun fange ich an mit dem Impfen, ich bin ja auch Betriebsarzt. Selbst kann mich aber nicht impfen. Sobald mein Kollege nächste Woche wieder da ist, bekomme aber auch ich meinen Pieks."

 
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