Paukenschlag bei der SPD. Annette Karl gibt ihr Kreistagsmandat zurück und kandidiert im Dezember nicht mehr als Kreisvorsitzende. Und auch in München hat sie keine Ambitionen mehr für einen herausgehobenen Posten. "Ich habe mit der inhaltlichen Arbeit genug zu tun", sagt die Neustädterin. Ihr Stadtratsmandat will sie dagegen behalten.
Die 58-Jährige bestätigte am Mittwoch, dass sie am Dienstag Landrat Andreas Meier schriftlich mitgeteilt hat, dass sie mit sofortiger Wirkung ihr Amt im Neustädter Kreistag niederlegt. "Mit großem Bedauern", wie sie schreibt. Das Gremium wird sich in der Dezembersitzung damit beschäftigen.
Die vierfache Mutter zieht damit Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden der SPD bei den Landtagswahlen. Die Halbierung der Landtagsfraktion bedeute viel Mehrarbeit auch für sie. So müsse sie die halbe Oberpfalz betreuen. Zudem falle in München viel inhaltliche Arbeit an, die sie ebenfalls stark beanspruchen werde. Sie werde daher weder in der Fraktion noch in der Partei für einen herausgehobenen Posten kandidieren. Wenn sie ein Amt ausübe, dann wolle sie das zu 100 Prozent machen. Das erwarte auch der Wähler.
Erster Nachrücker im Kreistag wäre Werner Windisch (64). Der frühere Weiherhammerer Bürgermeister und Vorsitzender der TSG Mantel-Weiherhammer, die 2019 das 100-jährige Jubiläum feiert, winkte am Mittwoch gegenüber Oberpfalz-Medien ab. Er halte sich aus familiären Gründen viel in Niederbayern auf. Es soll jemand nachrücken, der bei der nächsten Wahl 2020 wieder antreten kann.
Fraktionschef Günter Stich, für den der Rücktritt Karls "schon ein bisschen überraschend kommt", bedauert diesen sehr. "Ich muss ihn aber akzeptieren und respektieren." Nach seinen Angaben wird die Mantelerin Daniela Fuhrmann Karls Nachfolgerin. Die Lehrerin ist 52 Jahre alt.
Die Landtagsabgeordnete Karl steht am 8. Dezember, wenn die SPD-Kreisversammlung einen neuen Chef wählt, ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Sie will damit ein Zeichen setzen. "Es müssen jüngere und andere Ideen kommen." 14 Jahre Kreisvorsitzende seien genug. Der Kreisverband Neustadt sei sehr erfolgreich. Von fünf Mandaten in der Oberpfalz - zwei im Landtag, zwei in Berlin und eines im Europaparlament - stelle allein der Landkreis Neustadt zwei.
Neuer Kreisvorsitzender soll Markus Ludwig werden. Sie habe den Störnsteiner Bürgermeister in der Kreisvorstandssitzung am Montagabend beim Sparrer-Wirt vorgeschlagen, erklärt Karl. Das sei einstimmig befürwortet worden. Der 44-jährige Kommunikationselektriker bei der Telekom ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Den Kreisvorsitz sieht Ludwig als Herausforderung, hofft aber auf Unterstützung.














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