31.10.2018 - 15:03 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Bald wieder eine Bierstadt

Mit dem Erwerb des Trommer-Anwesens (Stadtplatz 43) eröffnet sich eine Chance, die Innenstadt von Neustadt/WN weiter mit Leben zu erfüllen. Eine Zoiglbrauerei ist nur eine Attraktion.

Nach dem Kauf des Trommer-Anwesens neben der "Löwen"-Apotheke will die Stadt das Gelände am Ende des Stadtplatzes neu gestalten. Dafür wird Anfang kommenden Jahres ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.
von Martin Staffe Kontakt Profil

"Wir sind alle schon sehr gespannt", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann, als er am Dienstagabend in der auf Oktober vorverlegten November-Sitzung des Stadtrats den Punkt "Machbarkeitsstudie Trommer-Anwesen" aufrief. Den Auftrag hatte Stadtplaner Peter Kuchenreuther aus Marktredwitz erhalten. Der Oberfranke erläuterte dem Gremium, was bei der Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Stadtplatz gegenüber des Alten Lobkowitzerschlosses möglich ist.

Zunächst blickte der Planer kurz in die Historie. Ursprünglich standen an dieser Stelle drei kleinere Häuser. Sie mussten dann der Kommandantur mit dem markanten Stodl aus roten Backsteinen Platz machen. Das "Kommando", wie die Neustädter sagten, bildete einen optischen Abschluss des Stadtplatzes. Aber nur bis in die 1960er Jahre. Dann wurde das Gebäude zugunsten einer breiteren Ortsdurchfahrt (Bundesstraße 15) abgerissen.

An der Stelle führe der Qualitätswanderweg "Goldsteig" vorbei. "Ein wunderbarer Platz", schwärmte der Planer und erinnerte an das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das die Stärkung der Innenstadt als wichtiges Ziel vorgibt. Kuchenreuthers Raumprogramm sieht zwei Baukörper vor. Der vordere Bereich könnte eine Tiefgarage mit etwa 13 Stellplätzen, im Erdgeschoss gewerbliche Nutzung, für die es bereits Interessenten gibt, und in den oberen Stockwerken Wohnungen enthalten - und das alles barrierefrei. Im rückwärtigen Bereich wäre eine Stadtgalerie mit Zoiglgaststätte und Außenbewirtschaftung hin zum idyllischen Schmidranger möglich. Bürgermeister Troppmann vermisste das Kommunbrauhaus, das nun mit aufgenommen wird.

Das Gremium einigte sich darauf, jetzt mit der Regierung sowie dem Denkmalschutz, Landratsamt und Straßenbauamt das Gespräch zu suchen. Ein wichtiges Wort würden die Städtebausanierer mitreden. Geklärt werden muss, ob das Grundstück wieder bis hin zur Durchfahrtstraße bebaut werden kann, vielleicht sogar mit Arkaden. Das Trommer-Haus selbst steht nicht unter Denkmal-, aber unter Ensembleschutz. Ob es weichen muss, das wird ein Architektenwettbewerb ergeben. Dieser soll im Januar oder Februar kommenden Jahres ausgelobt werden, drückt Troppmann aufs Gas.

Joe Arnold (CSU) möchte auf jeden Fall den schönen Stodl erhalten. Dritter Bürgermeister Heribert Schubert (SPD) wollte über Kosten reden. Dies sei erst nach dem Wettbewerb möglich, hieß es. Erst dann werde feststehen, was genau auf dem Areal realisiert wird.

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