18.12.2018 - 17:28 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Bank warnt vor Betrügerei mit IBAN

Ganoven werden immer findiger. Jetzt wollen sie auch Privatkunden um Geld prellen. Wehe dem, der seine IBAN verrät.

Die IBAN sollte das bestgehütete Geheimnis sein. Ansonsten könnte schnell Ungemach drohen.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Die Ganoven werden immer findiger. Diese Erfahrung macht aktuell jedenfalls Karl Völkl, Chef der Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß. "Bisher fanden Überweisungsbetrugsversuche vor allem im Firmenkundenbereich statt, jetzt wollen sie auch Privatkunden um ihr Geld prellen", verrät der erfahrene Banker.

Seit Oktober registriert seine Genossenschaft bereits sechs Versuche und damit so viele wie noch nie. Seine aufmerksamen Kollegen konnten allesamt verhindern.

In der Vergangenheit hatten es die Betrüger vor allem auf Firmenkonten abgesehen. Die Erlangung der Iban ist hier sehr einfach, da diese auf den Rechnungen der Betriebe angegeben sind. Die IBAN einer Privatperson ist in der Regel eigentlich so gut wie nicht zu bekommen. Eigentlich. Denn nach den Erkenntnissen der Bank haben sich die Kriminellen eine neue Masche ausgedacht.

Und die funktioniert so: Eine Privatperson bietet im Internet auf Ebay oder ähnlichen Plattformen einen Artikel zum Verkauf an. Es meldet sich ein Kauflustiger, der großes Interesse zeigt. Aus verschiedenen Gründen könne er aber nicht über die vorgeschlagene Zahlungsart wie zum Beispiel Paypal bezahlen, sondern müsse das Geld gleich auf das Konto des Anbieters überweisen. Der Interessent gibt sich höchstvertrauenswürdig und verspricht Vorabüberweisung in Kürze. Natürlich, so sagt er, verlasse er sich darauf, dass der Anbieter nach Zahlungseingang die Ware zeitnah versende. Zur Überweisung benötige er aber die IBAN des Anbieters. Dieser ist natürlich froh, einen so vertrauensvollen Abnehmer gefunden zu haben, der noch dazu im Voraus überweist.

Nach Preisgabe der IBAN bricht aber der Kontakt schnell ab. Rückfragen werden nicht mehr beantwortet. Vielmehr geht schon einige Tage später bei der Bank ein vorgefertigter Überweisungsbeleg mit richtiger IBAN und Namen des Anbieters ein. "Die Unterschrift stimmt nie mit der Unterschrift unseres Kunden überein", weiß Raiffeisen-Vorstand Völkl.

Da das Geld - es sind in der Regel relativ kleine Summen zwischen 50 und 900 Euro - auf Konten in der Türkei, in Litauen, England oder Holland überwiesen werden sollen, werden die Bankmitarbeiter hellhörig. Das ist untypisch für ihre Klientel. Die Banker fragen daher nach und bewahren ihre Kundschaft so vor Schaden. Kundennähe bei den Regionalbanken zahlt sich also aus. Sowohl die Anbieter als auch die Bank haben in allen Fällen die Polizei eingeschaltet.

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