27.08.2018 - 12:39 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Von Bleikristall bis Zoigl

Der Maler Stefan Schadeck widmet 20 Werke zum 800-jährigen Jubiläum der Stadtgeschichte. Seine Ausstellung mit dem Titel „Glas, Stadt, Zoigl“ wird am Freitag eröffnet.

Stefan Schadeck beherrscht es, Gesichter zu zeichnen und zu malen wie in seinem Ölgemälde über die Lehrlingseinstellung 1918 in einer Neustädter Bleikristallglasfabrik.. Er ist aber nicht nur Karikaturist sondern ein vielseitiger Künstler. Das stellt er in der Ausstellung "Glas, Stadt, Zoigl" zum 800-jährigen Stadtjubiläum eindrucksvoll unter Beweis.
von Hans PremProfil

(prh) Eigentlich ist Schadeck Karikaturist. Ausdruckstark und mit künstlerischer Freiheit leicht überzeichnet, beeindrucken seine Oberpfälzer Charakterköpfe beim Zoigl oder im Radonbad ein ums andere Mal. Doch der Maler und pensionierte Kunsterzieher kann noch viel mehr. In der Schau "Glas, Stadt, Zoigl" stellt er das eindrucksvoll unter Beweis.

In 20 Bildern (zehn in Öl und zehn Radierungen) stellt er dar, wie er die Kreisstadt sieht. Sie ist dem gebürtigen Amberger seit Jahrzehnten zur Heimat geworden ist. Eindrucksvoll vollzieht sich in seinen jüngsten Werken der Wandel vom fantastischen, surrealen Maler zum Realisten.

In Radierungen, wie die vom "großen Hauen und Stechen vor den Toren Neustadts", in der die Bürger mit langen Spießen aufeinander losgehen, kann er sich ein künstlerisches Augenzwinkern nicht verkneifen. Einer der Stadttürme ähnelt fatal einer Bialetti, einer italienischen Kaffeemaschine, und ein anderer einem Bierkrug. Allein die Tatsache, dass Schadeck die komplizierte Technik der Radierung beherrscht, zeigt, dass er sein Handwerk versteht.

Künstler als Chronist

In seinen Ölbildern zum Stadtjubiläum sieht sich der Maler wegen der Thematik in der Rolle des Dokumentaristen, des Chronisten vergangener Zeiten. Seine Motive basieren teilweise auf alten Fotografien, wie dem Gruppenfoto der Arbeiter beim Eisenbahnbau 1901. Sie bringen sich vor der neu erbauten Brücke zum Mühlbergweg in Pose. Sehr beeindruckend auch die Gesichter bei der Lehrlingseinschulung 1918 in eine Neustädter Glasfabrik. "Bei mir stehen fast immer die Menschen im Vordergrund", betont Schadeck. Auf seinen Bildern über die Arbeit in den Glasfabriken ist deshalb auch vor allem für die älteren Neustädter der ein oder andere bekannte Kopf zu erkennen. Auch hier bringt er seine künstlerische Freiheit zum Ausdruck. Mal versetzt er eine Person, mal fügt er eine hinzu oder zieht ein Motiv in die Breite. Hier kommt vor allem sein Talent als Karikaturist zugute.

Vernissage am Freitag

Der Künstler bereitet sich seit Ende 2016 intensiv auf diese Ausstellung vor. Auf der Suche nach Motiven hat er im Stadtarchiv recherchiert und fand in Ursula Wichert und deren Mitarbeitern große Unterstützung. "Glas, Stadt, Zoigl" startet am Freitag, 31. August, um 19 Uhr, mit der Vernissage im Foyer des Rathauses.

Für die Laudatio ist Herrmann Wild zuständig. Die Neustädter sind herzlich eingeladen. Zu sehen sind die Bilder bis 30. September zu den üblichen Büro-Öffnungszeiten im Rathaus.

Stefan Schadeck beherrscht es, Gesichter zu zeichnen und zu malen wie in seinem Ölgemälde über die Lehrlingseinstellung 1918 in einer Neustädter Bleikristallglasfabrik.. Er ist aber nicht nur Karikaturist sondern ein vielseitiger Künstler. Das stellt er in seiner Ausstellung "Glas, Stadt, Zoigl" zum 800-jährigen Stadtjubiläum eindrucksvoll unter Beweis.

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