Der regelmäßige Blick in die Baumwipfel kann die Waldbesitzer vor großen Problemen bewahren. Denn nur so lässt sich der Befall durch den Borkenkäfer rechtzeitig feststellen, um dann die notwendigen Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Deshalb ist für Forstdirekter Gerhard Hösl die Kontrolle des Waldes das "A & O" der Bekämpfung des Borkenkäfers.
In einem Waldstück an der Gemeindeverbindungsstraße Altenstadt-Windischeschenbach zeigen Forstdirektor Gerhard Hösl und Forstamtmann Andreas Arnold am praktischen Beispiel den Befall bei Fichten mit dem Borkenkäfer. Die Äste in der Baumkrone haben sich braun verfärbt und hängen kraftlos nach unten. Am Stamm selbst löst Forstamtmann Andreas Arnold die Baumrinde mit dem Messer ab. Zum Vorschein kommen die Maden der Borkenkäfer, bereits am Waldboden unmittelbar am Stammfuß liegt Bohrmehl.
Wenn dann noch im oberen Stammbereich an den Bohrlöchern Harz austritt, ist das ein weiteres Indiz für den Befall mit dem Borkenkäfer. Dann ist laut Forstamtmann Andreas Arnold, Leiter der Forstdienststelle Neuhaus, unverzügliches Handeln seitens des Waldbesitzers notwendig. Dazu wird der Waldbesitzer schriftlich aufgefordert, in dem Schreiben wird ausdrücklich auf die Einhaltung der Anordnung der Bekanntmachung der Regierung der Oberpfalz vom 25. Februar 2018 zur Überwachung und Bekämpfung der Nadelholzborkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher, hingewiesen.
Daraus ist die Verpflichtung zu entnehmen, dass in den Monaten vom 1. April bis 30. September die zu Gefährdungs- und Befallsgebieten erklärten Wälder und Grundstücke im Abstand von vier Wochen auf Käferbefall zu kontrollieren sind. Wird dann ein Käferbefall an einem Baum festgestellt, dann ist dieser laut den Forstbeamten unverzüglich zu entfernen, das Holz ist im Abstand von mindestens 500 Metern zum Wald zu lagern.
Aufgrund der Witterung ist laut Forstdirektor Gerhard Hösl in diesem Jahr mit erhöhtem Borkenkäferbefall zu rechnen. Das wird deutlich, wenn die "Legefreudigkeit" der Weibchen zugrunde gelegt wird. Denn ein einziges Weibchen sorgt für 200.000 Nachkommen pro Jahr. Vom Ei bis zum ausfliegenden Borkenkäfer dauert es im Regelfall zehn Wochen, bei entsprechendem Wetter geht es aber auch schneller.
Neben dem Borkenkäfer gibt es als weitere Schädlinge noch den Kupferstecher und den Buchdrucker. Auch die von diesen Käfern geschädigten Bäume sind deutlich zu erkennen. Forstdirektor Gerhard Hösl befürchtet für dieses Jahr einen erheblich größeren Befall an Borkenkäfern, weil sich dafür bereits in Niederbayern die Anzeichen vermehren.
Eine Gefahr in den heimischen Wäldern ergibt sich laut Forstamtmann Andreas Arnold aus dem in den Wäldern noch lagernden Schadholz des Vorjahres. "Das ist ein idealer Brutraum". Deshalb muss das Schadholz, vor allem auch das in den Wäldern noch vorhandene Brennholz, schnellstmöglich aus den Wäldern abtransportiert werden. Forstamtmann Andreas Arnold bittet aber auch die Waldbesitzer eventuell erkannten Borkenkäferbefall beim Nachbarn beim Forstamt zu melden.















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