Neustadt an der Waldnaab
17.03.2020 - 12:16 Uhr

Coronavirus: Nordoberpfalz managt die Katastrophe gemeinsam

Die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden haben mit dem Aufbau eines gemeinsamen Lagezentrums begonnen. Verschiedene Maßnahmen sollen eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus verhindern.

Wie viele Krankenhausbetten stehen in der Nordoberpfalz zur Verfügung, wie viele davon sind Intensivbetten? Diese und andere Fragen klärt der gemeinsame Lagedienst der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth und der Stadt Weiden. Symbolbild: Petra Hartl
Wie viele Krankenhausbetten stehen in der Nordoberpfalz zur Verfügung, wie viele davon sind Intensivbetten? Diese und andere Fragen klärt der gemeinsame Lagedienst der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth und der Stadt Weiden.

Nachdem Ministerpräsident Markus Söder den Katastrophenfall ausgerufen hatte, begannen die Verantwortlichen in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden umgehend mit dem Aufbau eines gemeinsamen Lagezentrums, informierte das Landratsamt am Dienstag. Ein erstes Treffen hatte am Montagabend im Landkreis stattgefunden.

Das Gesetz sieht jeweils in den Gebietskörperschaften eigene „Führungsgruppen Katastrophenschutz“ (FüGK) vor. Eine enge Zusammenarbeit sei sinnvoll und erforderlich, heißt es in der Pressemitteilung. So sind die Kliniken Nordoberpfalz und die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz für das gesamte Gebiet zuständig. Gesundheitsämter gibt es in Tirschenreuth und ein gemeinsames für Weiden und Neustadt. Der gemeinsame Lagedienst sei ab sofort jeden Tag im Einsatz, aber keine öffentlich zugängliche Anlaufstelle. Dort werden weder Beratungen noch Untersuchungen oder Testungen durchgeführt.

Betten, Personal, Ausrüstung - Wie viele Kapazitäten sind da?

Am Dienstag wurde zunächst einmal die Situation für das Gebiet mit insgesamt rund 209 500 Einwohnern erfasst. Wie viele Krankenhausbetten gibt es, wie viele davon sind Intensivplätze und wie viele sind ausgelastet? Welche Ressourcen gibt es beim Personal in den Bereichen Ärzte, Kranken- und Altenpflege, Rettungsdienst, Leitstelle, Gesundheitsämter usw. Und wie sieht es mit persönlicher Schutzausrüstung und den Kapazitäten in den Testlaboren aus? Welche Abläufe sind sinnvoll und praktikabel und welche Arbeitsschutzvorschriften sind unbedingt einzuhalten? Das Lageteam arbeitet intensiv an der Beantwortung dieser Fragen. Außerdem werde versucht, bestehende Kapazitäten in all diesen Bereichen aufzustocken. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung der Lage sei eine ständige Anpassung und vorausschauendes Arbeiten wichtig, aber auch hochkompliziert.

Auf diese Erkenntnisse können die drei Führungsgruppen aus Weiden Neustadt und Tirschenreuth gleichermaßen zugreifen und dann ihre Entscheidungen treffen, die, sofern sie gemeinsame Strukturen betreffen, eng abgestimmt würden. Die Landräte Andreas Meier und Wolfgang Lippert und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß stehen in ständigem Austausch.

Wie viele Krankenhausbetten stehen zur Verfügung, wie viele davon sind Intensivbetten? Diese und andere Fragen klärt der gemeinsame Lagedienst der Kreise Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden. Im Bild die örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) Marco Saller und Sebastian Windschügl (rechts). Bild: Marcel Weidner/exb
Wie viele Krankenhausbetten stehen zur Verfügung, wie viele davon sind Intensivbetten? Diese und andere Fragen klärt der gemeinsame Lagedienst der Kreise Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden. Im Bild die örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) Marco Saller und Sebastian Windschügl (rechts).

Unkontrollierte Ausbreitung verhindern

Auch wenn die meisten Corona-Infizierten einen eher milden Krankheitsverlauf durchleben, kann diese Krankheit, insbesondere bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankung, lebensbedrohliche bis tödliche Folgen haben. Bei einer unkontrollierten Ausbreitung könnten sich in den nächsten Wochen bis zu 70 Prozent der Menschen infizieren. Nach bisherigem Kenntnisstand über Covid-19 müsste dabei mit bis zu 12 500 Patienten gerechnet werden, die intensiv-medizinisch betreut und teils auch beatmet werden müssten. Da diese Kapazitäten nicht vorhanden sind, seien die sehr einschneidenden Maßnahmen unbedingt notwendig, um neue Fälle über einen möglichst langen Zeitraum zu verteilen.

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