(ms) Jetzt ist alles ganz schnell gegangen, nachdem Heimaufsicht und Pflegekassen grünes Licht für die Wiederaufnahme des Betriebs gegeben haten. Bereits wenige Tage nach ihrem Wiedereinzug trafen sich die zurückgekehrten Bewohner zur Willkommensrunde mit den Mitarbeitern und Heimleiterin Stefanie Schricker. "Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar, dass alles ein so gutes Ende genommen hat", sagte Schricker. "Diese Erfahrungen werden mich ein Leben lang begleiten." Das Team sei noch enger zusammengewachsen und gehe gestärkt aus den vergangenen Krisenzeiten hervor.
Bei den Heimkehrern handelt es sich vor allem um Schwerstpflegefälle. Die meisten kamen am Sonntag und Montag mit Bussen, die eine große Runde von Bruck über Waldsassen und Tirschenreuth zurücklegten. Bis Anfang August soll St. Martin wieder voll belegt und auch der neue Aufzug isntalliert sein.
Anna Kick und Anna Nachtmann sind zwei der glücklichen Rückkehrer. Die beiden Annas haben fünf Monate in anderen Heimen der Region verbracht. "Die Pflege und Betreuung im Erbendorfer Caritas-Heim war wunderbar, aber daheim ist eben doch daheim", sagt Anna Nachtmann. Die 82-Jährige lebt seit 2015 im Caritas-Haus. Als man ihr den Begrüßungssekt reicht, fragt sie sofort, ob dieser süß sei. "Ich hab nämlich meine eigene Zuckerfabrik mit dabei", sagt die Diabetikerin lachend. In ihrem sanierten Zimmer standen zur Begrüßung frische Blumen und eine liebevoll gestaltete Willkommenskarte vom Haus. Auch Anna Kick ist froh, dass sie wieder in St. Martin ist. Die gebürtige Kölnerin kam vor etwa 40 Jahren nach Neustadt. Damit die 81-Jährige auch fit bleibt, stehen täglich Gymnastikübungen auf dem persönlichen Fitnessplan. Seit über sechs Jahren lebt sie im Caritas-Altenheim. "Glücklich und zufrieden", wie sie sagt.
Auch Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann ist froh, dass der Betrieb in Neustadt wieder angelaufen ist. Der Seelsorger dankt allen, die im vergangenen halben Jahr vollen Einsatz gezeigt und große Geduld aufgebracht haben: der Heimleiterin, den Mitarbeitenden, den Bewohnern und ihren Angehörigen. Genauso bedankt er sich bei den Handwerkern: "Sie haben oft Aufträge geschoben oder sind am Wochenende ins Caritashaus zum Arbeiten gekommen."
In der Nacht zum 1. Februar hatte ein defekter Blindstrom-Kompensator im Hauptverteiler des Maschinenraums einen Brand in dem Caritashaus ausgelöst. Bewohner und Mitarbeiter des Heimes kamen mit dem Schrecken davon. Alle 81 Bewohner konnten in einer beispiellosen Aktion gerettet und noch am selben Tag in umliegende Pflegeheime gebracht werden. Dort wurden sie seither gepflegt und betreut. Ein besonderer Dank geht seitens des Caritasverbandes für die Diözese Regensburg an diese aufnehmenden Häuser, insbesondere an die AWO Weiden für die Verpflegung im Juni.
Eigentlich war geplant, die ersten Bewohner bereits nach Ostern zurückzuholen. Dies hat letztendlich nicht funktioniert. "Wir wollten nichts überstürzen und das gesamte Haus lieber behutsam und sorgsam aufbauen und ausstatten, damit sich alle wieder wie vorher auch zu Hause fühlen", sagte der Direktor. Die Caritas wusste "ihre" Bewohner in den anderen Häusern in guten Händen. Pflege- und Betreuungskräfte von St. Martin gingen mit den Bewohnern dorthin.
Die Sanierungsarbeiten waren umfangreich: Der Südflügel wurde von einer professionellen Reinigungs- und Spezialfirma quasi mit der Zahnbürste gereinigt. Es wurden neue Strom- und EDV-Leitungen verlegt, die Schwesternrufanlage wurde neu installiert und ein neuer Aufzug eingebaut. Im von Feuer und Rauchentwicklung stärker beschädigten Nordtrakt des Hauses mussten die Pflegebäder komplett saniert, Fußböden verlegt, die Wände gestrichen und ein Lüftungsschacht neu montiert werden.
Neustadt an der Waldnaab
04.07.2018 - 17:28 Uhr
Wieder daheim
von Martin Staffe
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