Neustadt an der Waldnaab
09.05.2019 - 15:34 Uhr

Dank und Anerkennung aus Rumänien

Seit Jahrzehnten ist Erna Hauer die treibende Kraft der „Rumänienhilfe“. Zu ihrem 80. Geburtstag erhält sie ein besonderes Geschenk.

Überwältigt ist Erna Hauer (links), als ihr Pfarrer Jozsef Csiby, der extra aus Rumänien angereist war, zu ihrem 80. Geburtstag eine Dank- und Anerkennungsurkunde überreicht. Auch Bürgermeister Rupert Troppmann (rechts) gratuliert Hauer zum Ehrentag. Bild: prh
Überwältigt ist Erna Hauer (links), als ihr Pfarrer Jozsef Csiby, der extra aus Rumänien angereist war, zu ihrem 80. Geburtstag eine Dank- und Anerkennungsurkunde überreicht. Auch Bürgermeister Rupert Troppmann (rechts) gratuliert Hauer zum Ehrentag.

Sie wollte kein Aufheben um ihren 80. Geburtstag machen, nicht groß feiern. Ganz ohne ging es trotzdem nicht. Erna Hauer, Trägerin der Bürgermedaille und seit Jahrzehnten Motor der „Rumänienhilfe“, der Hilfsaktion der Katholischen Kirchenstiftung St. Georg, musste am Sonntag viele Hände schütteln.

Eine besondere Überraschung erfuhr sie aber bereits am Mittwoch vorher. Pfarrer Jozsef Csiby aus dem rumänischen Brassov überreichte ihr eine Dank- und Anerkennungsurkunde seiner Kirchengemeinde für ihren Jahrzehnte langen Einsatz für die Not der Menschen, die diese immer noch trotz EU-Mitgliedschaft leiden.

Der Geistliche hat es sich nicht nehmen lassen, 1600 Kilometer anzureisen und vorher die Vertretung für zwei Taufen und drei Beerdigungen zu organisieren, um der Neustädterin die Urkunde persönlich zu überreichen. Dank und Anerkennung sprach seine römisch-katholische Gemeinde darin der überwältigten Hauer aus für ihren „über mehrere Jahrzehnte andauernden und unermüdlichen Einsatz für die Armen, Kranken, Kinder und Alten in Rumänien“.

„Die Liebe Gottes drängt uns“, lautet der Bibelspruch auf der Urkunde aus Brassov. Sie hat auch Erna Hauer und ihren Mann Michael seit 1990 gedrängt, den notleidenden Menschen in dem Karpatenland zu helfen. Seitdem haben die beiden 37 Mal die beschwerliche, zwei Tage dauernde Reise im Namen der guten Sache auf sich genommen und vor Ort Spenden verteilt. „Vor Ort sieht man am Besten, wo Hilfe gebraucht wird und die Not am größten ist“, erzählt sie. Es sei für sie auch ein Segen, sich auf ihre Helfer in Rumänien verlassen zu können.

Immer wieder angetrieben wurde die Neustädterin durch die Dankbarkeit der Menschen in Rumänien und die große Spendenbereitschaft hier in der Oberpfalz. „Mich berührt es immer wieder, wenn ich die Bedürftigen sehe, mit welcher Freude sie ihre Lebensmittel nach Einlösung der verteilten Gutscheine nach Hause schaffen“. Geholfen wurde und wird in vielfacher Weise. Vom Kauf eines Hauses, in dem Behinderte leben können, über den Einbau einer Heizung im Kinderheim, bis zur Unterstützung der Suppenküche für Senioren. „Die alten Menschen, die vielfach von umgerechnet 35 bis 75 Euro Rente im Monat leben müssen und oft nicht wissen, wie sie über den Winter kommen, liegen mir besonders am Herzen“, gesteht sie.

Heute ist sie dankbar dafür, dass sie diese Aufgabe im Dienste der Nächstenliebe und Hilfe so viele Jahre erfüllen konnte. Deshalb verzichtete sie auch auf Geschenke zu ihrem Geburtstag. Sie wünschte sich, dass vor allem die Senioren in den von ihr betreuten Dörfern, die ebenfalls ein Leben lang – so wie sie in Deutschland – gearbeitet hätten, ein würdiges Leben im Alter führen könnten. Ein wenig trägt sie sich schon mit dem Gedanken im Hinterkopf, irgendwann aufzuhören. „Doch so lange es Kopf und Körper erlauben, werde ich weitermachen“. Alles sei nicht nur ein Geben, sondern man bekomme auch etwas zurück: Die Dankbarkeit der Menschen.

Im Juli geht es jetzt erst einmal zum 38. Mal auf Karpatenreise. Während Hermann und Maria Schmid sowie Alexandra Ernsberger wieder mit dem Kleinbus nach Rumänien fahren, gönnen sich Erna und Michael Hauer einen Flug von Nürnberg nach Sibju. Dort werden sie von den anderen drei Neustädter abgeholt, bevor es zur Spendenverteilung geht. Am Wochenende wird aber erst einmal gefeiert, mit Großfamilie, Freunden und Bekannten. „Die Wertschätzung die ich erfahre, macht mich stolz und glücklich“. Was braucht man mehr.

 
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