14.09.2018 - 11:03 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Demokratiefestival mit drei Bands in der Stadthalle Neustadt

Erst ein Poetry Slam, eine halbe Woche später ein Konzert mit drei Bands: Die Jugendorganisationen des Landkreises geben zurzeit mit öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen mächtig Gas. Das hat seinen Grund.

Hannes Gilch, Claudia Prößl, Anna Schätzler und Martin Neumann (von links) hoffen, dass ihre Idee eines Demokratiefestivals in Form einer After-Work-Party mit drei Bands am Mittwoch viel Publikum in die Stadthalle Neustadt lockt.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Wahlbeteiligung von jungen Leuten ließ zuletzt wie vielerorts auch zwischen Waidhaus und Kirchenthumbach zu wünschen übrig. Das wollen das Landratsamt, der Kreisjugendring (KJR) und die Initiative "Neustadt lebt Demokratie" nicht als Naturgesetz hinnehmen. Am besten setzt gleich die Landtagswahl im Oktober ein Zeichen für eine Trendwende.

"Daher die Idee für ein Demokratiefestival", sagt Anna Schätzler von "Neustadt lebt Demokratie". Das Motto des Events am 19. September in der Stadthalle Neustadt heißt "NEW ist mehr". Das erinnert sehr an das Riesenkonzert in Chemnitz nach den Tumulten und rechten Aufmärschen Ende August. So hoch wollen die Veranstalter ihr Festival nicht hängen, "aber wir hoffen auf viele Besucher für einen offenen, toleranten und bunten Landkreis Neustadt", sagt Martin Neumann vom Kreisjugendring.

Das Format ist ungewöhnlich: Los geht's um 18.30 Uhr ausgerechnet an einem Mittwoch. Um 22 Uhr soll Schluss sein. "Am Wochenende kann schließlich jeder feiern", sagt Schätzler augenzwinkernd. Den Initiatoren schwebt eine kurzweilige After-Work-Party vor, zu der die 15-Jährige genauso willkommen ist, wie der Rockfan der Ü-50-Generation. Ältere sollten wirklich keine Schwellenangst haben, betont Hannes Gilch vom Regionalmanagement des Landkreises, der auch Vorsitzender der Musikinitiative Vohenstrauß ist und bei der Band "404 Whizzkids" das Schlagzeug bearbeitet. "Der älteste Musiker auf der Bühne ist über 60."

Gilch hat dank seiner Verbindungen in die Musikszene schnell Mitstreiter für die Show in der Stadthalle gefunden. "Drei Superbands, die nur die Fahrtkosten verlangen", freut sich Anna Schätzler. Daher können die Veranstalter auch mit freiem Eintritt werben. "Normalerweise müsste man dafür ungefähr 15 Euro verlangen", beurteilt Glich das Konzert unter kaufmännischen Aspekten. Fehlen nur noch die Besucher. Damit die möglichst zahlreich kommen, trommeln die Initiatoren in sozialen Medien, mit Plakaten, in Jugendtreffs und an Schulen. Was ihnen wichtig ist: "Es hat einen politischen, aber keinen parteipolitischen Hintergrund", erklärt Landratsamtssprecherin Claudia Prößl. Es sei nicht an ein Schaulaufen von Landtagskandidaten gedacht und kein Politiker Schirmherr. Zwischen den Musikblocks sind lediglich kurze Grußworte zum Thema Demokratie vorgesehen. Dazu sprechen Neustadts zweiter Bürgermeister Heinrich Maier, KJR-Vorsitzender Rupert Seitz und Landrat Andreas Meier. Neben Musik ist ein Rahmenprogramm geplant, etwa eine Dosenwurfaktion unter dem Motto "Räum ab, was der Demokratie entgegensteht", eine Fotobox, eine Malwand und ein Infostand namens "Wahl-Fun". Dort gibt es unter anderem Spiele wie "Politik-Memory", die zeigen, welche Aufgaben eine Kommune hat, oder einen Vergleich von Stimmzetteln aus anderen Bundesländern oder EU-Staaten anstellen. Sollten bei der Landtagswahl am 14. Oktober dann der Anteil der Jungwähler nach oben klettern, weicht bei den Veranstaltern endgültig der Vorbereitungsstress dem "Wahl-Fun".

Die Bands:

"Crossing Railroad" kommen aus Floß. Sie haben sich Rockklassikern verschrieben und servieren sie Gassenhauer von AC/DC bis ZZ-Top, die live jede Menge Mitfeierpotenzial haben. Daneben streuen die Fünf aktuelle Abräumer ein.

Aus Böhmen schauen "Milan Samko & Son of Wolves" über die Grenze. Dass sich die Akustik-Truppe aus Stribro überall sehen und hören lassen kann, hat sie im Juni mit einem begeisternden Auftritt beim Open-Sound-Festival in Vohenstrauß bewiesen. Die Wolfssöhne beschreiben sich selbst so: "Wir machen das, weil wir es lieben. High-End-Ausrüstung ist uns egal. Recording-Standards sind uns egal. Geld ist uns egal. Wir wollen nur das fühlen, was wir fühlten, als wir die Songs geschrieben haben."

Als Local Heroes und Headliner demonstrieren die "404 Whizzkids" Heimatverbundenheit. Die fünf Jungs aus dem Raum Vohenstrauß dürften nach dem Ende von "William's Orbit" die vielversprechendste Rocknummer der Region sein. Das belegen Auftritte in Nürnberg, Tschechien oder auf der RFM Music Show in Paris vor rund 15000 Zuhörern. Für Alternative Rock ist das mehr als eine Hausnummer. (phs)

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