(krb) Der Philosoph und Benediktinermönch sprach über verschiedenste Gefühle der Menschen. Er forderte die Zuhörer dazu auf, diese Emotionen auszuleben, aber gleichzeitig in sich hinein zu hören, warum es so ist.
Gleich zu Beginn stellte Pater Anselm fest, dass Emotionen ein Gesicht brauchen und nicht über ein Handy weitergegeben werden können. Treffend bezeichnete er den Mann als eher nüchtern und rational denkend, während Frauen überwiegend gefühlsbetont sind. „Man kann nur verwandeln was wir annehmen; die Wandlung gehört zum Menschen.“ Aggressionen bezeichnete er nicht unbedingt als negativ. Ohne sie sind Emotionen oft mit Depressionen verbunden.
Immer wieder schilderte er Begebenheiten aus dem täglichen Leben. Dabei auch die Belastungen, die mit nach Hause genommen werden. „Ärger aus der Arbeit hat zu Hause nichts verloren – er hat Hausverbot.“ Ein weiteres Thema war der Neid. „Der schnellste Weg zum Unglücklichsein ist, sich mit den Erfolgreichsten zu vergleichen. Am Ende muss man sich umwandeln und dankbar dafür sein, dass man so ist.“
Emotionen haben nach Pater Anselm immer einen Sinn. „Wir müssen nur hinschauen, ohne zu bewerten: wie gehen wir miteinander um.“ Zur Angst bemerkte er, dass die Menschen ohne sie kein Maß hätten. „Wer sich Angst verbietet, macht sie immer schlimmer. Dabei hat Angst oft auch mit dem eigenen Ego zu tun.“ Bemerkenswert der Satz: „Die Angst vor dem Tod ist die Einladung im Augenblick zu leben.“ Und: „Wir müssen Gefühle zulassen, keine Angst von negativen Gefühlen haben.“
Nach etwa einer Stunde freiem Vortrag hatten die über 200 Gäste keine Fragen mehr. So konnte Pater Anselm nach einigen nachdenklichen Vergleichen in seinem Abendritual ein Abendgebet sprechen, das schon über 1600 Jahre alt ist: „Herr, kehre ein in dieses Haus und lass deine heiligen Engel darin wohnen. Sie mögen uns in Frieden behüten. Und dein heiliger Segen sei für alle Zeit über uns und um uns und in uns. So bitten wir in Christus unserem Herrn, Amen.“ Gerne signierte er anschließend einige seiner zahlreichen Bücher.
Neustadt an der Waldnaab
26.07.2018 - 14:08 Uhr
Emotionen brauchen kein Handy
von KRB
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