17.05.2019 - 16:33 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Erde ist nicht gleich Erde

Der Landkreis liebäugelt damit, eine eigene Deponie für Erdaushub einzurichten. Ähnliche Ablagerungsstätten gibt es in der Region in Steinmühle, Auerbach oder Wiesau.

Zum Teil landet Erdaushub aus dem Kreis Neustadt auf dieser Deponie in Steinmühle bei Mitterteich. Im Kreistag gibt es nun Stimmen, die anregen, eine eigene Lagerstätte zu suchen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Deponie in Steinmühle betreibt der Landkreis Tirschenreuth, die beiden anderen private Unternehmer. Die Freien Wähler im Neustädter Kreistag hatten angeregt, eine eigene Deponie für belasteten Erdaushub aufzumachen.

Hintergrund sind immer strengere Gesetze. Die stießen Edgar Knobloch (CSU) im Umweltausschuss des Kreistags sauer auf. Er trug zwar den einstimmigen Beschluss mit, den Bedarf, die Kosten und die Suche nach einem möglichen Standort einzuleiten, bat jedoch Landrat Andreas Meier, über den Landkreistag darauf hinzuwirken, dass die Regelungen nicht noch weiter verschärft werden. In der Tat: Die Erde, die beim Anlegen eines Gartenteichs oder eines Gartenhäuschens anfällt, darf der Nächste nicht einfach ins Gemüsebeet einarbeiten.

Der zuständige Sachgebietsleiter am Landratsamt, Hermann Ach, berichtet von immer mehr Anfragen und Problemen in Zusammenhang mit Erdaushub. Das ist offenbar für Entsorger lukrativ. Einige hätten schon angeklopft, ob sie eine Lagerstätte bauen dürften, informierte Ach. Das könnte zwar zur Entspannung beitragen, aber es könnte auch sein, dass neue Verordnungen viel größere Kapazitäten verlangen.

Das Grundproblem ist die rechtliche Unterscheidung von Verwertung und Beseitigung. Verwertung erfolgt nach dem Prinzip "Gleiches zu Gleichem". Das heißt, der Aushub soll dort eingebracht werden, wo er angefallen ist, auch wenn er bis zu einem gewissen Maß vorbelastet ist. Danach kommen das Aufbringen auf landwirtschaftlichen Flächen oder Auffüllungen in Gruben, Brüchen oder Tagebauen in Betracht. Ist all dies nicht möglich, spricht man von Beseitigung. Die ist nur auf Deponien möglich. Daher appelliert Ach an Planer und Bauherren, möglichst so vorzugehen, dass wenig überschüssiger Erdaushub anfällt.

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