09.10.2018 - 19:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Erfolg für AfD bei der Jugendwahl: "Schüler müssen hinterfragen"

Wahlerfolg für die AfD im Landkreis Neustadt/WN. Bei der Jugendwahl erreicht die Partei an drei Schulen insgesamt 12,4 Prozent. Organisatorin Anna Schätzler erklärt im Interview, wie die AfD bereits die Jugendlichen erreicht.

Organisatorin Anna Schätzler von der Initiative "Neustadt lebt Demokratie"
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Abgestimmt haben Schüler der Wirtschaftsschule Eschenbach, der Lobkowitz-Realschule Neustadt und der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule Vohenstrauß. Im Interview mit Oberpfalz-Medien erklärt Organisatorin Anna Schätzler, warum die AfD die Schüler erreicht, wie das Ergebnis einzuschätzen ist und welche Aussagekraft die Jugendwahl für die anstehende Landtagswahl hat.

ONETZ: Kommt die AfD bei den jungen Leuten gut an oder wie erklären Sie sich das Ergebnis an den Schulen im Landkreis?

Anna Schätzler: Die AfD kommt bei den Schülern an, weil sie sehr präsent ist und zwar in allen Medien. Außerdem sind die Aussagen der Partei sehr offensiv und klar, auch auf den Wahlplakaten. Vielleicht ist das griffiger für die Jugendlichen. Allerdings müssen die sich dann auch Gedanken machen, was dahintersteckt.

ONETZ: Ist das nicht auch Aufgabe der Schulen, ihren Schülern beizubringen die Aussagen zu hinterfragen?

Anna Schätzler: Natürlich ist es das eine Aufgabe für den Sozialkundeunterricht. Vielleicht waren sich einige nicht ganz bewusst, was das bedeutet.

ONETZ: Bei den Ergebnissen der Jugendwahl fällt auf, dass die AfD an den Weidener Schulen lediglich 6,9 Prozent bekommen hat, in den Schulen im Landkreis aber 12,4 Prozent. Wie kommt es zu diesem Unterschied?

Anna Schätzler: Diesen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt es auch bei richtigen Wahlen, vor allem in grenznahen Gebieten ist das keine Überraschung. Aber ein direkter Vergleich ist nicht möglich, da in Weiden sieben Schulen und im Landkreis lediglich drei Schulen wählen konnten.Das ist aber kein Phänomen, das es nur bei den Jugendwahlen in unserer Region gibt. Zum Beispiel bekam die AfD in der Stadt Augsburg lediglich vier Prozent, im Augsburger Land aber 14 Prozent.

ONETZ: Welche Rolle spielt das Elternhaus bei der Wahlentscheidung der Jugendlichen?

Anna Schätzler: Im Moment wird sicherlich auch in vielen Haushalten über Politik diskutiert. Aber der Einfluss von außen ist nicht zu unterschätzen. Gerade über die sozialen Medien werden viele Jugendliche erreicht. Dann ist es auch egal, was die Eltern wählen. Wir hatten aber auch Schüler, die vor der Wahl untereinander noch diskutiert haben.

ONETZ: Welchen Einfluss haben Facebook und andere soziale Medien auf die Wahlentscheidung?

Anna Schätzler: Ohne Zweifel großen Einfluss. Wenn jemand einmal Wahlwerbung einer Partei bekommt und anklickt, dann erhält er durch den Algorithmus von Facebook noch mehr Anzeigen zu diesem Thema.

ONETZ: Ist das ein Vorteil für Parteien mit extremen Ansichten, da sie so leichter an zukünftige Wähler kommen?

Anna Schätzler: Nicht unbedingt. In erster Linie ist das interessant und zeigt einen wichtigen Ansatzpunkt. Die AfD lag bei den Jugendwahlen bayernweit übrigens bei acht Prozent. Das liegt unter dem derzeitigen Bayerntrend für die echten Wahlen.

ONETZ: An den Schulen in Weiden lagen die Grünen (23,6 Prozent) vorne, im Landkreis die CSU (33,1 Prozent). Was bedeutet das für die anstehende Wahl am Sonntag?

Anna Schätzler: Ich denke schon, dass die Jugendwahl ein Indikator für die Wahl ist. Die Ergebnisse weichen ja nicht groß von den derzeitigen Prognosen ab. Wir werden das Projekt auf jeden Fall fortführen und wollen ein mobiles Wahllokal einsetzen, um die Mittelschulen im Landkreis anzufahren. Dadurch wird das Ergebnis dann noch repräsentativer.

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