Neustadt an der Waldnaab
10.04.2019 - 15:26 Uhr

Fast wie bei "Hubert und Staller"

942 Delikte verzeichnet die Polizeiinspektion Neustadt 2018. Beim Sicherheitsgespräch zieht sie Bilanz und informiert die Bürgermeister der Region über Einzelheiten.

Sicherheitsgespräch der Neustädter Polizeiinspektion im Rathaus. Bild: Lowak
Sicherheitsgespräch der Neustädter Polizeiinspektion im Rathaus.

Die Polizei ist den Einbrechern auf den Fersen. "Wir haben die Einbruchsserien in Altenstadt und in Weiherhammer aufgeklärt", sagte Polizeihauptkommissar Stefan Moller beim jährlichen Sicherheitsgespräch im Neustädter Rathaus. Dort trafen sich die Bürgermeister sämtlicher Kommunen, die im Gebiet der Polizeiinspektion Neustadt liegen. Einbruch ist nur eines von vielen Themen die Moller streifte. "Heutzutage arbeiten wir hauptsächlich mit DNA", erklärte der stellvertretende Inspektionsleiter. Deshalb sei es wichtig, dass sämtliche Ergebnisse immer wieder mit den Datenbanken abgeglichen würden. "Und so kriegen wir irgendwann fast alle", sagte Moller mit einem Augenzwinkern. "Bei Hubert und Staller geht's schneller", kam der nicht ganz ernstgemeinte Einwurf aus der Runde. Gelächter im Saal.

Trotz des lockeren Umgangstons waren sich die Rathauschefs des ernsten Themas durchaus bewusst. Wohnungseinbrüche habe es 2018 nur noch sieben gegeben. Im Vorjahr seien es 13 gewesen. "Wir haben die Wohngebiete verstärkt überwacht", berichtet Moller. "Irgendwann merken auch die Täter, dass die Polizei unterwegs ist." Dafür sei die Zahl der Firmeneinbrüche 2018 auf 14 gestiegen.

Die Zahl der Betrugsdelikte ist zurückgegangen. Mit 134 Fällen bei einer Aufklärungsqoute von 91 Prozent musste sich die Neustädter Polizei beschäftigen. Einen großen Posten nehmen die Warenbetrügereien ein. Grund dafür sind die vielen Einkäufe im Internet. Dies sei oft schwierig zu ermitteln. Moller appellierte an die Käufer, doch mit Verstand zu agieren und sich genau so überlegen, wohin sie Geld überweisen. Dienststellerleiter Herrmann Weiß ergänzte: "Oft war der Thermomix im Spiel, der für billiges Geld irgendwo angeboten wurden, aber nie angkam."

Von Drogenhochburgen will Stefan Moller nicht sprechen, aber es gebe im Bereich der PI denndoch einige Orte, in denen sich die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz haufen. Das sind Altenstadt, Neustadt, Windischeschenbach und Etzenricht. Die Mehrzahl der Fälle beschränkteten sich jedoch auf Cannabis. Die Zahlen sind 2018 um 22 Fälle auf 55 gesunken. Dennoch: "Wer Haschisch an Kumpels verkauft, begeht kein Kavalliersdelikt", fügte Weiß hinzu.

Handtaschenraub, Fahrraddiebstähle und Sachbeschädigungen an Autos zählen zur Straßenkriminalität. 150 Fälle mussten die Beamten 2018 bearbeiten. 2010 waren es noch 227. "Die Tendenz ist rückläufig", sagte Moller. "Es gehört zwar auch etwas Glück dazu, eine Sachbeschädigung an einem Auto aufzuklären, doch die Leute sind insgesamt sensibler geworden und melden ihre Beobachtungen."

Auch häusliche Gewalt ist weniger geworden. "Doch in vielen Fällen nehmen die Frauen ihren Strafantrag wieder zurück", bedauerte der Hauptkommissar. 40 Fälle weist die Statistik aus, darunter fällt auch das Tötungsdelikt in Altenstadt, bei dem eine junge Frau ums Leben kam und "dass uns alle sehr berührt hat".

Ein weitere Thema ist die Gewalt gegen Einsatzkräfte. Dazu zählen Polizei, Rettungssanitäter und Feuerwerh. "Die Tendenz zeigt nach oben", sagte Moller. Im vergangenen Jahren wurden 12 Polizisten und 2 Rettungssanitäter angegriffen.

Probleme mit Asylbewerbern gab es 2018 kaum. Im Landkreis leben nur noch 431 (2015: 764). Ebenso verhält es sich mit Reichsbürgern. „Auch hier gibt es nur Einzelfälle.“ Faschingszug und die Party danach verliefen 2018 "völlig störungsfrei". "Vielleicht lag's am Wetter?", mutmaßte Moller. 2019 dagegen war es sehr warm. "Dann geht keiner heim und machen saufen bis zur Bewusstlosigkeit."

Weitere Einsätze gab es beim Nofi-Lauf, der Afd-Wahlkampfveranstaltungen, der 800-Jahr-Feier in Neustadt und beim Jahrestag zur Befreiung des KZ Flossenbürg mit Ministerpräsident Markus Söder. Die Rinder bei Luhe, die es immer wieder schafften auszubüxen, kamen in Mollers Rückblick ebenso vor wie die zwei Ganoven aus Norddeutschland, die auf ihrer Flucht Richtung Spanien den Neustädter Beamten ins Netz gegangen waren.

 
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