13.03.2019 - 17:19 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Freie Fahrt für Traktoren am Stadtplatz

Schwere Traktoren und forstwirtschaftliche Transporter dürfen weiterhin über den Stadtplatz rollen. Der Stadtrat will die Ausnahme für solche 7,5-Tonner in der Ortsdurchfahrt beibehalten. Das finden aber längst nicht alle gut.

Einige Stadträte würden gerne den Hinweis für Landwirte abschaffen. Dafür finden sie aber keine Mehrheit.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Thomas Hauer (CSU) hatte bei diesem Thema vor einigen Wochen im Bauausschuss die Bremse gelöst und die Sperrung auch für Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge gefordert. "Wir haben den Stadtplatz hervorragend umgestaltet, aber ein 7,5-Tonner bleibt ein 7,5-Tonner. Machen wir das für die Sicherheit der Fußgänger und vermeiden so auch eventuelle Schäden am Belag."

Der Beschlussvorschlag sah dagegen die Beibehaltung der Ausnahmeregel vor. Der Grund liegt im Wesentlichen in den Einwänden von Staatlichem Bauamt, Landwirtschaftsamt, Bauernverband und Polizeiinspektion. Ihre Argumente: Eine Umfahrung Richtung Tunnel sei nicht möglich, weil diese Fahrzeuge nicht auf die A 93 dürfen. Würden sie einen weiteren Bogen Richtung Floß fahren, sei dies für die Bauern viel zu umständlich, um zu ihren Feldern zu gelangen. Eine Umleitung über den Kulturhügel mit seinen vielen Schuilen sei viel zu gefährlich. Zudem besitze das Staatsgut Almesbach keine Flächen mehr in Wöllershof, so dass der Verkehr in diese Richtung ohnehin abnehme und sich weitgehend auf die Erntezeit beschränke.

Hauer versuchte dies zu zerpflücken. Er wolle auch keine Umfahrung über den Kulturhügel, sondern über die Störnsteiner Spange. Unterstützung erhielt er vereinzelt aus allen Lagern. Etwa von Achim Neupert (SPD). "Es gäbe eine Umfahrung über den Tunnel und die Hohe Linde." Martin Filchner (SPD) ist ebenfalls für das Verbot: "Wir wissen genau, wer bei diesen Traktoren am Steuer sitzt. Alle Aufforderungen des Bürgermeisters, langsamer zu fahren, wurden ignoriert. Jetzt reicht es."

Die Gegenseite vertrat unter anderem Josef Arnold (CSU): "Ich war auch erst Thomas' Meinung, habe sie aber geändert. Das macht die Arbeit für die Bauern eigentlich unmöglich. Reden wir doch mit den Landwirten und appellieren nochmal an sie, langsam zu fahren." Ähnlich sieht es Hermann Schmid (Freie Wähler). Heribert Schubert und Annette Karl warnten nochmals davor, durch die Sperrung mehr Verkehr Richtung Felix zu locken.

So stimmte der Stadtrat am Ende mit 15:6 für die Beibehaltung des Schilds "Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei" an der Einfahrt zum Stadtplatz.

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