13.10.2019 - 11:44 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Freie Wähler blicken auf die Anfänge zurück

Vor 25 Jahren haben sich die Freien Wähler in Neustadt gegründet. Beim Ehrenabend im Gasthof "Weißes Rössl" standen verdiente Mitglieder im Mittelpunkt. Festredner Gerhard Steiner blickte auf die vergangenen Jahre zurück.

MdL Kerstin Radler (stehend, Siebtevon links) nimmt mit Vorsitzendem Peter Reiser (Fünfter von rechts) die Ehrungen vor und gratuliert allen Geehrten. Gerhard Steiner (Fünfter von links) wurde mit Platin ausgezeichnet.
von Johann AdamProfil

Vor 25 Jahren haben sich die Freien Wähler in Neustadt gegründet. Beim Ehrenabend im Gasthof "Weißes Rössl" standen verdiente Mitglieder im Mittelpunkt. Festredner Gerhard Steiner blickte auf die vergangenen Jahre zurück.

Vorsitzender Peter Reiser, der auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende MdL Kerstin Radler und Kreisvorsitzende Gabriela Bäumler begrüßte, dankte allen Mitgliedern und den Gründer für ihr Engagement. Er freute sich, dass die Freien Wähler in der Kreisstadt auf eine Erfolgsgeschichte blicken können. Mit einer Videobotschaft gratulierte der Fraktionsvorsitzenden im bayrischen Landtag, Alexander Holt.

Festredner und Bürgermeisterkandidat Gerhard Steiner berichtete von der Gründung der neuen politischen Kraft am 9. Mai 1994. Ziel war es „Frischen Wind in die Stadt zu bringen und die starre Mehrheit einer einzigen Partei aufzubrechen“. Erster Vorsitzender wurde der leider viel zu früh verstorbene Thomas Deubzer. Bereits 1995 übernahm Steiner selbst den Vorsitz und 1996 beteiligten sich die Freien Wähler erstmals an den Kommunalwahlen. Teilweise vom politischen Gegner belächelt, zogen die Neulinge mit den zwei Mandaten von Thomas Deubzer und Gerhard Steiner in den Neustädter Stadtrat ein.

"Unser Antrag auf Fraktionsstatus wurde leider von allen abgelehnt, weil damals noch drei Sitze notwendig waren", erinnerte Steiner an die Anfänge. Auch der Antrag in der Novembersitzung 1996 für eine Fußgängerbrücke über die Waldnaab sei abgelehnt worden. "Man hat uns damals Inkompetenz vorgeworfen."

Im August 2000 im Alter von nur 49 Jahren verstarb Thomas Deubzer. Für ihn rückte Mathias Brewitzer nach. "Bei den Wahlen konnten wir unsere zwei Mandate festigen und wir erhielten den Fraktionsstatus, was unsere politische Mitarbeit doch wesentlich erleichterte", erinnerte Steiner. Bei den Kommunalwahlen 2008 holten sich die Freien Wähler einen dritten Sitz im Neustädter Stadtrat. Größter Erfolg sei dabei sicherlich das Erreichen der Stichwahl zum Bürgermeisteramt gegen den CSU-Favoriten gewesen. Die Stichwahl ging nur sehr knapp an die CSU. "Das war ein großer Achtungserfolg", zog Steiner Bilanz.

Erstmals zog Gerhard Steiner in den Kreistag ein. Das Jahr 2009 habe dann ganz im Zeichen der Aktionen zum Erhalt des Krankenhauses in Neustadt gestanden. 2014 konnte bei den Kommunalwahlen ein weiterer Erfolg gefeiert werden. Es gab vier Stadträte und mit Karl Meier und Gerhard Steiner gleich zwei Kreisräte. "In diesen 25 Jahren sind wir zu einem festen Bestandteil im kulturellen Leben Neustadts geworden", sagte Steiner. "Wir haben immer das Ohr am Bürger und gehen mit offenen Augen durch die Stadt." Daraus resultierte auch zweimal der Antrag, den Übergang an der Fußgängerampel bei der Raiffeisenbank barrierefrei zu gestalten, was jedesmal abgelehnt wurde. Erst nachdem dies erneut in der Bürgerversammlung gefordert wurde, habe es der Bauausschuss im Frühjahr bewilligt. Was daraus geworden ist, sei derzeit nicht bekannt. Eine Angelegenheit, die Steiner heute noch immer bewegt, sei der Antrag auf Anschaffung eine Defis. Erst als es bei einer Veranstaltung in der Stadthalle einen Notfall gegeben hat, sei dort innerhalb kürzester Zeit ein Defibrilator angebracht worden.

Für die Zukunft hofft Steiner, dass die Kommunalwahl zum größten Erfolg für die Freien Wähler wird. "Wir haben eine gute Liste, mit 40Prozent Frauenanteil. Ich werde alles tun, um das Bürgermeisteramt zu erringen." Ein Hauptthema sei die generationsgerechte Stadt. Das Gebiet in den Floßauen würde sich dazu eignen. "Im Hinblick auf den neuen Klimapakt wollen wir auch hinterfragen, wie wir als Stadt dazu beitragen können.“ Für die nächsten Jahre sei eine weitere Verjüngung der Truppe im Blick. Abschließend dankte Steiner allen Wählern dafür, dass er bereits seit 24 Jahre lang als Mitglied des Neustädter Stadtrats die liebenswerte Heimatstadt mit gestalten dürfe.

MdL Kerstin Radler dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz für die Menschen und Bürger. "Sie haben frische Impulse, Ideen und ihre kommunalpolitische Kompetenz in den letzten 25 Jahren in Neustadt eingebracht", sagte sie. Für die Wahlen 2020 wünschte sie viel Erfolg.

Info:

Ehrungen

Vorsitzender Peter Reiser und Radler zeichneten Mitglieder für ihr Engagement bei den feien Wähler aus. Dies sind: Rainer Schwarz, Peter Reiser junior, Nicole Prasow, Arthur Reiser, Zacharias Rebl, Alexandra Reiser, Felix Deubzer (alle mit Bronzenadel), Gerhard Eismann, Franz Fleischmann, Peter Reiser sen., Regina Kuhnle, Hans-Peter Krücken, Peter Kowalewski, Gustav Herbrecher, Thomas Hanuschick, Karin Gläser (alle Silber), Alfred Spachtholz, Hermann Schmid, Heinrich Huschka, Norbert Gläser und Franz Eich (alle Gold). Die Platinnadel erhielt Gerhard Steiner.

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