16.06.2020 - 10:54 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Früherer CSU-Vorsitzender Spörl fühlt sich "teilweise nicht respektiert"

Thomas Spörl ist nach dem Rücktritt als Neustadts CSU-Vorsitzender mit sich im Reinen. Auch mit den Parteifreunden. "Es war eine schöne Zeit." Trotzdem bleibt etwas Enttäuschung hängen.

Thomas Spörl legt den CSU-Vorsitz ohne Groll ab, auch wenn er sich in seiner Amtszeit mehr Unterstützung gewünscht hätte.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

In einem Facebook-Post liefert Thomas Spörl Details zum Artikel von Oberpfalz-Medien nach, was zu seinem Rückzug von der Spitze des CSU-Ortsverbands der Kreisstadt geführt hat. "Ich will keine schmutzige Wäsche waschen", versichert er hinterher nochmal am Telefon. Sein schlechtes Ergebnis bei der Kommunalwahl sei zwar ein Punkt gewesen, aber nicht der entscheidende.

"Ich stehe immer zu Wahrheit, Klarheit und Ehrlichkeit, und ich bin direkt, auch in der Ansprache, was einige nicht wollen." Diese Aussage verbindet er mit Selbstkritik. "Mein Ton und ich sind sicher bundeswehrgeprägt, wenn es zum Beispiel darum geht, Aufträge zu verteilen. Aber es ist halt leider so wie in allen Ehrenämtern und Vereinen: Die Arbeit bleibt immer an den gleichen hängen, darum will auch niemand mehr Verantwortung übernehmen."

Die Neustädter CSU habe zwar mit 28 Köpfen inklusive der kooptierten Stadträte einen großen Vorstand, doch Vorbereitung, Aufbau, Abbau und Präsenz an Infoständen seien immer nur an ganz Wenigen hängengeblieben. An solchen wie Spörl. "Nehmen Sie das Weinfest: Du musst dich von der Genehmigung über die Plakate, die Stände, die Personaleinteilung, die Abrechnung und das Aufräumen selber kümmern."

Er habe dabei Persönliches hinten angestellt, auch auf Kosten des Familienlebens. "Das wurde halt nicht gesehen und teilweise nicht respektiert." Dazu kam eine berufliche Veränderung des Oberstleutnants der Reserve und ein zeitintensives Ehrenamt bei der Bundeswehr, das Kreisverbindungskommando.

Aus diesen Gründen habe Spörl vertraulich kurz nach der Wahl nur die stimmberechtigte Vorstandschaft per Mail informiert, dass er seinen Posten zur Verfügung stellen würde, falls dies gewünscht sei. "Das wurde leider sofort an Dritte und sogar an die Presse mit teilweise nicht korrekten Angaben weitergegeben, ein klarer Vertrauensbruch." Enttäuschend sei es auch, dass aus dem Vorstand auf dieses Mail "null Reaktion" gekommen sei. "Man kann ja trotz Corona mal telefonieren."

In seinen drei Jahren als Vorsitzender habe er den Ortsverband durchaus belebt, was ihm etliche einfache Mitglieder bestätigt hätten. Auf Nachfrage nennt Spörl dazu einige Stichworte; den Dotschstand zu Fasching und zur Kirchweih, Stände auf dem Weihnachtsmarkt und zum Bürgerfest, sowie so viele Vorstandssitzung wie kaum zuvor.

"Die Wahl wurde nicht durch oder wegen Corona verloren, dies hat andere Gründe, welche eigentlich bekannt sein müssten, denn vier Stadtratsplätze in zwölf Jahren zu verlieren, muss eigentlich nachdenklich stimmen. Dass auch ich Fehler gemacht habe, ist mir bewusst, denn Absprachen und Dinge vor meiner Zeit habe ich nicht verändert und so hingenommen, bei den betroffenen Personen habe ich mich dafür entschuldigt." Nun sei es aber Zeit, dass ein Ruck durch die Partei gehe. Spörl ist zuversichtlich, dass dies den neuen Stadträten und der Führung gelingt.

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