25.06.2019 - 14:04 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Jetzt geht´s um die Wurst

Der ehemalige Landesschützenmeister Wolfgang Kink sagt der Wurstkette als Preis für den Zweiten beim Königsschießen den Kampf an: Sie sei nicht mehr zeitgemäß. Den Vereinen der Region stößt das bitter auf.

Wolfgang Weiß (dritter von links), Sportleiter der SG Hubertus Ullersricht, spricht sich für die Wurstketten aus.
von Redaktion ONETZProfil

Wurstketten gehören zum Schützenverein, wie der Maibaum zum Marktplatz, meint Norbert Schwarz, Schützenmeister des SV Eichenlaub Neustadt. Wenn das dem Schützenverband nicht passe, dann gründe er eben selber einen neuen. Genügend Mitglieder gäbe es mit Sicherheit. "Der Brauch mit den Wurstketten ist eine alte Tradition, die in der Nachkriegszeiten entstanden ist. Damals waren die Wurst- und Brezenketten sogar oft beliebter als die silberne Königskette für den Erstplatzierten."

Auch heute freuen sich die Zweit- und Drittplatzierten beim Königsschießen über die Ketten, bestätigt Kay Müller, Schützenmeister des SG "Eichenlaub" Pressath. Auch er ist strikt dagegen, mit der Tradition zu brechen: "Die Wurst bleibt bei uns erhalten." Er verstehe nicht, was das Problem sei. "Jeder greift sich allein bei der Thematik an den Kopf. Warum sollte man mit der Tradition brechen?"

Einwände des ehemaligen Landesschützenmeisters Wolfgang Kink, die Wurst könne die Kleidung verschmieren, könne er nicht verstehen. "Wir schweißen die Würste auch ein, damit nichts dreckig wird." Gegenwind bekommt Kink aus mehreren Vereinen.Wolfgang Weiß, Schützenmeister des Oberpfälzer Nordgaus und Sportleiter der SG Hubertus Ullersricht, schließt sich an: "Wir lassen uns unsere Traditionen nicht nehmen. Theoretisch könnte man uns das schon verbieten, aber wenn wir uns nicht dran halten, dann halten wir uns nicht dran. Maximal kann er eine Rüge aussprechen", sagt Weiß.

Die Tradition mit den Wurst- und Brezenketten fänden alle Vereinsmitglieder gut. Außerdem werden Wurst und Brezen anschließend gegessen. "Wir machen nur kurz ein Foto. Danach nimmt sich jeder was, und wir machen zusammen Brotzeit", erklärt Schwarz. "Wenn man das weglässt, kann man auch gleich die Blumensträuße für die Damen oder das ganze Königsschießen weglassen."

Ob es nun wirklich um die Wurst geht, bleibt abzuwarten. Seit dem 69. Schützentag gibt es einen neuen Landesschützenmeister, da sich Wolfgang Kink nicht mehr zur Wiederwahl stellte. Wie es der neue, Christian Kühn, mit der Wurst hält, kann Weiß noch nicht sagen: "Ich glaube aber nicht, dass er was dagegen hat. Das war das Steckenpferd von Kink."

Info:

Hintergrund

In einem BR-Bericht sagt Wolfgang Kink, ehemaliger Landesschützenmeister, dass er die Wurstkette als Preis beim Königsschießen für nicht zeitgemäß halte. Der Wurstkönig hätte mit Bräuchen im herkömmlichen Sinne überhaupt nichts zu tun und gehöre nicht zum Schützenwesen. Die Schützenzeitung weigere sich sogar Bilder des Brauches abzudrucken. Es gebe Kritik an der Wurstkette beispielsweise vom Referent für die Tradition. Zudem verschmiere die Wurst den Schützenanzug.

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