30.10.2019 - 15:23 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Glenn Miller aufgetischt

Einen musik-kulinarischen Abend erleben gut 150 Besucher beim Glenn-Miller-Dinner in der Stadthalle. Am Ende können alle zufrieden sein, wenn auch nicht alles rund lief.

von PMLProfil

Denn sowohl Stadthallen-Wirt Wolfgang Schlitter als auch die Musiker der Metro-Bigband haben ihr Bestes gegeben. Besser als mit dem Titel des Liedes "Respect" von Aretha Franklin kann man diesen Abend nicht zusammenfassen: Zum vierten Mal hatte die Metro Bigband zu dieser Veranstaltung eingeladen. Zum ersten Mal zusammen mit dem neuen Wirt der Stadthalle "WAM Bazi", Wolfgang Schlitter. Und um das Dinner zu einem Erfolg werden zu lassen, war an diesem Abend ein ordentlicher Kraftakt aller Beteiligten nötig. Sowohl die Musiker "die bei einem Konzert auf diesem Niveau nach drei Stunden mehr als fertig sind", wie es Bandleader Roland Riedlbauer schon am Beginn des Abends anmerkte, als auch Schlitters Team waren vom unerwartet großen Andrang mehr als überrascht.

"Wir hatte mit etwa 110 Besuchern gerechnet", erklärt Riedlbauer. Gekommen sind dann knapp 150, und besonders das Gastronomiepersonal musste improvisieren und nachorganisieren, um alle Gäste so gut wie irgend möglich zufriedenzustellen. Was weitestgehend gelang. Auch wenn es manchmal etwas gedauert hat, bis das Büfett nachgefüllt war oder die neuen Getränke auf den Tischen standen - am Ende überwog doch das Lob der Gäste deutlich die Kritik.

Musikalisch hatte sich die Metro-Bigband viel einfallen lassen und Stücke aus 90 Jahren Jazz und Swing ausgewählt. Der für den Namen des Dinners verantwortliche Glenn Miller war dabei ebenso vertreten wie Count Basie, Frank Sinatra oder eben Aretha Franklin. Letztere wurde von Sängerin Bettina Mildner "vertreten", der es auch meist gelang, sie würdig zu ersetzen.

Zu den 19 Hobbymusikern der Metro-Bigband hatten sich an diesem Abend auch noch zwei Profimusiker gesellt. So war der weltweit bekannte Trompeter Andrej Lobanov, der bereits Teil des Glenn-Miller-Orchestras war, extra angereist. "Normalerweise bekommt man so einen nicht für das Geld hier her, aber wir sind befreundet und dann geht sowas", freut sich Riedlbauer über das Engagement des "Trompetengotts" Lobanov. Und auch Posaunist Benjamin Jung, der als Berufsmusiker viel unterwegs ist, hat sein Können in den Soli deutlich unter Beweis gestellt.

Doch auch die Leistung der Hobbymusiker stand der der Profis in nichts nach, was auch die Gäste zu würdigen wussten. Nicht nur bekannte Stücke wie "Moon River" (1961) von Count Basie oder "Fly me to the Moon" (1954) von Sinatra wurden hervorragend dargeboten. Auch modernere Werke wie "Caribbian Dance" (2008) von Victor Lopez oder "Bari Bari Good" (2001) von Andy Clark meisterten sie mit Bravour.

So dauerte es auch nicht lange, bis es die ersten nicht mehr auf den Stühlen hielt und etliche Paare ausdauernd die Tanzfläche vor der Bühne füllten. Und das amerikanische Büfett, das nach knapp einer Stunde Konzert aufgetragen wurde, war eine willkommene Stärkung für Gäste und Musiker. Wirt Schlitter servierte typisch Amerikanisches wie Roastbeef, Coleslaw, Pulled Pork oder Turkey Breast. Nicht nur der „zerrupfte Schweinebraten“, auch die gebotenen Beilagen und Nachspeisen waren beliebt. So musste die Küchencrew für die Musiker, die erst nach einem weiteren Musikblock das lukullische Vergnügen hatten, noch einmal nachlegen.

Gut gestärkt konnten Bandmitglieder und Gäste in den letzten Abschnitt des Abends starten. Dabei sorgte "Sentimental Journey" (1940) von Glenn Miller oder "L.O.V.E" (1964) von Bert Kaempfert noch einmal für Stimmung und Begeisterung. Und auch nach über drei Stunden hatten die Gäste noch nicht satt, was ihnen aufgetischt wurde und forderten lautstark Zugaben, die die Band bereitwillig lieferte. Mit "Respect" von Otis Redding beschlossen sie das Glenn-Miller-Dinner.

Für Riedlbauer und Schlitter war der Abend ein Riesenerfolg, mit dem beide nicht gerechnet hatten. Eine Wiederholung ist geplant, auch wenn es an manchen Punkte noch Nachjustierungen geben wird, um das nächste Dinner für alle Beteiligten zu einem noch schöneren Erlebnis zu machen.

Über 60 Jahre Metro Big Band - und trotzdem immer wieder jung. :

Bereits 1953 wurde der erste Vorläufer der Metro Big Band gegründet. Anfangs noch hauptsächlich als Tanzband bei Faschingsveranstaltungen und ähnlichen Ereignissen aktiv, hat sich daraus in den 1990 Jahren die Metro Big Band gebildet, die sich hauptsächlich dem Jazz und dem Swing verpflichtet fühlt. Durch die lange Zeit, die es die Band schon gibt, verwundert es auch nicht, dass das älteste aktive Mitglied bereits deutlich über 70 Jahre alt ist. Dass das jüngste Mitglied, Sophie Zahner, gerade erste vor wenigen Wochen ihren 18 Geburtstag feiern durfte, scheint da doch schon ungewöhnlicher. Und auch Bandleader Roland Riedlbauer ist über den Musikernachwuchs mehr als erfreut. Besonders da Zahner für ihr junges Alter schon durch hervorragende musikalische Fähigkeiten besticht. "Sie ist in ihrem Alter, ohne zu übertreiben, schon eine der besten Bariton-Saxophonisten in unserer Gegend", berichtet Riedlbauer nicht ohne Stolz.

Die Besetzung des Abends:

Bettina Mildner - Gesang

Alois Träger - 1. Alt Sax/Klarinette

Andrea König - 2. Alt Sax

Susanne Pausch - 2. Alt Sax

Lothar Kiehl - 1. Tenor Sax

Karl-Heinz Büttner - 1. Tenor Sax

Reinhard Roth - 2. Tenor Sax

Sophie Zahner - Bariton Sax

Hubert Näger - 1. Trompete

Reinhold Spitzkopf - 2. Trompete

Stefan Roiger - 3. Trompete

Sigi König - 4. Trompete

Andrey Lobanov - Solo Trompete

Benjamin Jung - 1. Posaune

Stanislav Jäger - 2. Posaune

Josef Wolfrath - 3. Posaune

Josef Rötzer - 4. Posaune

Klaus Schmidt - Bass

Claus Waldhier - Drums

Johann Karl - Piano

Roland Riedlbauer - Gitarre

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