12.06.2019 - 15:29 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Harte Fakten zu Vertreibung und Asyl

Ein „heißes Eisen“ nimmt sich der CSU-Ortsverband für eine Informationsveranstaltung zum Thema: Asyl und Migration. Dabei gibt es Informationen aus erster Hand

CSU-Vortrag
von KRBProfil

Nicht nur Michael Schiller, Sachgebietsleiter und Leiter der Ausländerbehörde beim Landratsamt Neustadt, berichtete fachkundig aus seinen Erfahrungen. Auch die anschaulichen Schilderungen zweier irakischer Flüchtlinge von ihrer Flucht beeindruckten.

Das Wetter war wahrlich nicht geeignet für einen Info-Abend. Trotzdem fanden zahlreiche Gäste den Weg ins DJK-Sportheim. CSU-Vorsitzender Thomas Spörl freute sich, dass zum wiederholten Mal ein aktuelles Thema zur Diskussion gestellt wurde. „Wir wollen damit den Neustädtern die Möglichkeit geben, sich durch Fachleute zu informieren und gleichzeitig zu diskutieren.“

Zunächst erzählten die Flüchtlinge jesidischen Glaubens, von ihrer Vertreibung aus dem Irak durch die Terrormiliz und den radikalen Islam. Wisam und Eloas Ilyas erzählten die tatsächlichen Geschehnisse, die Ursache ihrer Flucht und den Weg aus ihrer Heimat bis nach Deutschland. Dabei spielten die Aufnahme in Deutschland und die bis heute erfolgreiche Integration eine wichtige Rolle. Beide sprechen inzwischen Deutsch, bilden sich weiter und leben mit ihren Familien in Pfreimd. „Wir sind in die Gesellschaft und in das tägliche Leben voll eingebunden“, berichten sie.

Ihre Frauen besuchen ebenfalls Sprachkurse und die Kinder gehen in den Kindergarten oder Schule. Beide stehen in Vollzeitarbeit und fühlen sich hier mit ihren Familien sehr wohl. Durch ihren Glauben wurden sie verfolgt und viele Verwandte, Bekannte und Freunde wurden im Irak dafür auf grausamste Weise massakriert.

Den Kontakt zu den Flüchtlingen stellte Jana Rustler her, die sich in Oberviechtach ehrenamtlich sehr für Flüchtlinge engagierte. Sie war es auch, die die beiden Männer vorstellte und die Moderation des ersten Teils übernahm.

Michael Schiller vom Landratsamt beleuchtete dann die rechtliche Seite. Er stellte zunächst die Voraussetzungen für ein Asylverfahren vor. Dann gab er einen Überblick über die Möglichkeiten bei einer Integration und die damit in Verbindung zustehenden gesetzlichen Leistungen. Dabei verschwieg er auch nicht die Möglichkeiten von Sanktionen bei Verstößen, bis hin zur Abschiebung.

Während des Vortrags ging er sofort auf Fragen ein. In der sich anschließenden Diskussionsrunde wurden alle Fragen sachlich beantwortet und die Fakten und Tatsachen deutlich angesprochen.

Deutlich wurde immer wieder, dass alle demokratischen Kräfte gefordert sind, gegen die Rechtspopulisten mit ihren falschen Argumenten und Darstellungen sachlich zu argumentieren.

Sowohl die beiden irakischen Gäste als auch Referent Michael Schiller bekamen viel Beifall für die ausführlichen und sehr informativen Darstellungen.CSU-Ortsvorsitzender Spörl bedankte sich bei ihnen mit einem Präsent.

Gelobt wurde in der Versammlung, dass die CSU mit ihren Veranstaltungen zum Breitbandausbau, der Alterssicherung und nun zum Thema Asyl und Migration Themen aufgreift, die vielen unter den Nägeln brennen.

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